30 Millionen Euro für einen bald 31-jährigen Linksverteidiger, der nur noch ein Jahr unter Vertrag steht? Manager Simon Rolfes erklärt, warum Leverkusens Schmerzgrenze für einen Transfer von Alejandro Grimaldo zu Atletico Madrid auf diesem – nur auf den ersten Blick – hohen Niveau liegt.
30-Millionen-Euro-Schmerzgrenze
Der Wechsel von Alejandro Grimaldo zu Atletico Madrid ist „nur“ noch eine Frage des Geldes. Nachdem der spanische Nationalspieler Bayer 04 seinen Wechselwunsch mitgeteilt und auch Atletico sich inzwischen mit dem Bundesligisten in Verbindung gesetzt hat, geht es um die Ablösesumme, die die Spanier für den 30-jährigen Top-Star des Europa-League-Teilnehmers zahlen müssen.
Der Werksklub möchte dem verdienten Profi die Chance, einmal noch in seinen letzten, womöglich noch drei guten Jahren seiner Karriere bei einem Top-Klub in La Liga zu spielen, zwar grundsätzlich nicht verbauen, doch für einen Appel und ein Ei werden die Verantwortlichen den Leistungsträger nicht ziehen lassen.
Bayers Signal: Atletico kann Grimaldo nicht einfach mitnehmen
Das hatte Bayer 04 am Freitag eindeutig signalisiert, nachdem bekannt geworden war, dass Grimaldo den Klub über seinen Wechselwunsch zu Atletico Madrid informiert hatte. Da zuvor über spanische Kanäle eine mögliche Ablöse im Bereich von zehn bis zwölf Millionen kolportiert worden war, setzte der Bundesligist intern eine Marke, die als Signal nach außen gilt.
So verdeutlichte der Klub, dass Atletico Bayers Besten nicht automatisch verpflichten kann. Nach dem Motto: Die Spanier kommen mal kurz vorbei und nehmen Grimaldo einfach mit – so läuft das nicht. Wobei die Schmerzgrenze von 30 Millionen Euro, über die der kicker exklusiv berichtete, von manchem Betrachter als sehr oder sogar zu hoch eingeschätzt wurde.
„Beim Preis kommt es immer auch auf den Markt an. Und der Markt für Linksverteidiger ist nicht so einfach.“ (Simon Rolfes)
Schließlich wird Grimaldo im September 31 Jahre alt, und der Vertrag des spanischen WM-Teilnehmers endet im Sommer 2027. Doch Rolfes erklärte nun gegenüber dem kicker, warum dieses Preisschild aus Sicht von Bayer 04 trotz der nur auf den ersten Blick dagegen sprechenden Rahmendaten einfach nur gerechtfertigt ist. „Es kommt immer auch auf den Markt an“, sagt der Geschäftsführer, „und der Markt für Linksverteidiger ist nicht so einfach.“
Auf diesem muss Bayer 04 erst mal den richtigen Ersatz für Grimaldo finden. Klar ist: Einen Spieler dieser Güte und auch mit dieser Bandbreite wird der Bundesligist nicht finden können. War Grimaldo doch Linksverteidiger und Spielmacher in Personalunion sowie zudem ein formidabler Standardschütze, der obendrein in der vergangenen Saison in allen Wettbewerben insgesamt 27 Scorerpunkte (14 Tore, 13 Assists) lieferte. Eine solche eierlegende Wollmilchsau wird Leverkusen nicht wieder bekommen – selbst wenn man 30 Millionen Euro in die Ablöse investieren würde.
Bayer bräuchte unbedingt Ersatz für Grimaldo
Ein Ersatz für Grimaldo muss allerdings her. Steht im aktuellen Kader mit dem in der ersten Jahreshälfte nach Wolfsburg verliehenen und talentierten Jeanuel Belocian (21) doch nur ein Akteur bereit, der als Links- (und Innenverteidiger) spielen kann. Bayer wird quantitativ wie qualitativ nachlegen müssen.
Völlig unvorbereitet trifft die nun notwendige Verpflichtung eines Linksverteidigers die sportlichen Macher nicht. Kandidaten dafür hat der Werksklub natürlich grundsätzlich parat, hatte aber bis Freitag keine der infrage kommenden Personalien aktiv vorangetrieben. Anders als auf anderen Positionen, auf denen schon seit längerer Zeit klar war, dass Bedarf besteht. Dass dieser auf der des Linksverteidigers akut werden würde, war bis vor einer Woche nicht wirklich abzusehen – bis Atletico auf den Plan trat.
Schnell geht es nur, wenn Atletico sehr nah an die Schmerzgrenze kommt
Inzwischen haben sich die Spanier mit Bayer in Verbindung gesetzt, um zu verhandeln. Und werden ein Paket schnüren müssen, das zwar letztlich unter der Schmerzgrenze von 30 Millionen Euro bleiben kann, aber am Ende jenseits der 25-Millionen-Euro-Marke liegen dürfte. Eine relativ schnelle Einigung ist nur denkbar, wenn Atletico der Leverkusener Schmerzgrenze sehr nahekommt.
