Fritz und der Reset-Button bei Werder: „Wir haben gelitten“

Zwischen Aufarbeitung und Planung: Der SV Werder Bremen startet in die neue Saison, Sportchef Clemens Fritz beleuchtet den Status quo an der Weser.

Erholung, Erwartung, Saisonziel

Einen gelassenen Eindruck erweckten die Profis des SV Werder Bremen, als sie am Sonntagnachmittag zum Trainingsauftakt erstmals den Platz am Osterdeich betraten – und das war auch explizit die Erwartung von Clemens Fritz.

„Ich hoffe, dass sie sich gut erholt haben“, sagte der Sportchef, „und dass sie auch ein Stück weit den Reset-Button gedrückt haben“. Die vergangene Saison, als der Klub dem Bundesliga-Abstieg nur knapp entkam, soll vergessen gemacht werden.

Aufgearbeitet wurde diese bereits in der Abschlussanalyse, wie Fritz noch mal betonte: „Einiges“, sei da falschgelaufen, beteuerte der 45-Jährige, genauso wie, dass man die richtigen Lehren daraus gezogen habe. Das betrifft insbesondere die Bremer Kaderplanung, die nun schon vergleichsweise weit vorangetrieben wurde.

„Intensive Zeit“ für Fritz

Für den Werder-Sportchef erwies sich die Sommerpause im Gegensatz zu den urlaubserholten Profis somit bereits als „intensive Zeit“: Sieben Neuzugänge konnten bereits vermeldet werden. Erstmals betrat etwa auch der polnische Innenverteidiger Oskar Wojcik den Trainingsplatz, genauso wie Kenny Quetant, Chuki und Dariusz Stalmach.

Der zuletzt verpflichtete Neuzugang Alexander Schlager fehlte indes noch, genauso wie die anderen Bremer WM-Teilnehmer: Cedric Itten war bis in die Nachtstunden noch mit der Schweizer Nationalmannschaft im Einsatz, bekommt genauso einen verlängerten Urlaub wie Marco Friedl und Romano Schmid, die allesamt nach dem Trainingslager im Zillertal (20. bis 26. Juli) einsteigen sollen – Itten erst ein paar Tage später.

Die Erwartungen bei Schlager

Österreichs Nationalkeeper Schlager soll sich jedenfalls einen hochwertigen Konkurrenzkampf mit Karl Hein liefern: „Es ist sicherlich so, dass Karl mit dem entsprechenden Vorsprung in die Vorbereitung reingeht“, so Fritz: „Trotz alledem befinden wir uns in einer Leistungsgesellschaft, das zählt auf jeder Position am Ende des Tages.

Die Kaderplanung ist freilich noch nicht abgeschlossen: Ein Stürmer soll noch kommen, mindestens ein Außenverteidiger – und auch im Mittelfeld dürfte noch Bewegung reinkommen. Als essenziell für diesen Mannschaftsteil gilt der beste Bremer Torschütze der vergangenen beiden Saisons, Jens Stage.

Stage „nicht zerknirscht“ beim Auftakt

Trotz seines geplanten Wechsels nach Hoffenheim, zu dem es jedoch wohl nicht mehr kommen wird, strahlte auch der Däne bei seiner Rückkehr gute Laune aus. „Ich würde Jens natürlich gerne hier behalten, weil wir alle wissen, dass er ein sehr, sehr wichtiger Spieler ist“, erklärte Fritz.

Ob da trotzdem etwas hängengeblieben ist? „Ich habe ihn nicht zerknirscht erlebt, sondern gut drauf – so, wie ich ihn kenne“, meinte der Sportchef. Fakt ist, dass der 29-Jährige in seiner Karriere offenbar noch mal international zu spielen plant, wie er Anfang Juni auch im Kreis der dänischen Nationalmannschaft verlautbart hatte, nämlich „offen dafür“ zu sein, „ob sich noch etwas Besseres ergibt“. Möglich also, dass das Thema Stage-Abgang bis zum 1. September noch mal Fahrt aufnimmt.

„Wir wissen, wo wir herkommen“

Bis dahin wird dann auch das Bremer Saisonziel feststehen: Bei der ersten Einheit tat sich Fritz damit zumindest noch schwer. Das Minimalziel ist indes klar: „Also, wer will schon was mit dem Abstieg zu tun haben? Ich glaube, wir haben in der vergangenen Saison alle sehr gelitten“, sagte er: „Von daher wollen wir nach vorne schauen – und trotzdem wissen wir auch, wo wir herkommen.“ Von Platz 15. Eigentlich dürfte damit klar sein: Erst einmal geht es für Werder um nichts anderes als den Klassenerhalt.

 

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