Ereignisreiche letzte Tage und herausfordernde Wochen in dieser Transferperiode liegen hinter dem SV Werder Bremen. Sportchef Clemens Fritz zieht Bilanz.
Sportchef zieht Transferfazit
Um 18.15 Uhr verkündete der SV Werder Bremen am Montagabend die Verpflichtung von Arthur, dem 14. und letzten Neuzugang in dieser Sommer-Transferperiode – die ja gerade gegen Ende noch mal reichlich Fahrt aufnahm am Osterdeich.
Um 19.15 Uhr, eine Stunde später, nahm dann Clemens Fritz im Weserstadion auf dem Pressepodium Platz, um zur Bremer Kaderzusammenstellung Auskunft zu geben – wobei zu diesem Zeitpunkt bis 20 Uhr ja noch weitere Aktivitäten möglich waren.
Die Bild brachte kurz zuvor noch eine Ausleihe von Badredine Bouanani vom VfB Stuttgart ins Spiel. Zum vermeintlichen Interesse an dem 21-jährigen algerischen Flügelstürmer, für den der Ligakonkurrent vor einem Jahr noch 20 Millionen Euro investiert hatte, sagte Fritz nur: „Namen will ich nicht kommentieren. Da wird nichts mehr passieren.“
Insbesondere der längere Ausfall von Njinmah legte einen solchen Gedanken ja noch mal nahe. Zur Verletzung des Angreifers sagte der 45-Jährige: „Justin hat sich eine muskuläre Verletzung zugezogen, er wird die nächsten Wochen ausfallen.“
Njinmah wird nicht ersetzt
Zuvor hatte sich bereits Werder-Leader Jens Stage schwer verletzt, wird gar für das restliche Jahr ausfallen. „Die letzten Tage waren für uns nicht ganz einfach“, sagte Fritz zu den Hiobsbotschaften, aber: „Du kannst nicht jede Verletzung eins-zu-eins nachbesetzen.“
Der Njinmah-Ausfall soll demnach intern aufgefangen werden. Die aktuell verletzten Felix Agu und Mitchell Weiser würden kurzfristig zurückkommen und böten „die Möglichkeiten, auf mehreren Positionen zu spielen“, so Fritz: „Wir haben uns aufgrund der Marktsituation bewusst dafür entschieden, den Ausfall nicht nachzubesetzen, weil wir optimistisch sind, dass Justin Richtung November wieder zurückkehren wird.“
Ein „Loch in die Planungen gerissen“ habe wiederum der Ausfall von Stage. „Wir wissen, dass wir das auf mehrere Schultern verteilen müssen – da ist noch die ungeplante Leihe dazugekommen“, erklärte der Sportchef hinsichtlich der Verpflichtung von Ajax-Profi Youri Regeer.
Ein defensiver Mittelfeldspieler für den Topscorer der vergangenen Jahre – warum also kam kein offensiverer Neuzugang mehr? „Es war eine bewusste Entscheidung, darauf zu verzichten, weil wir dadurch auf der Außenverteidigerposition noch etwas machen konnten und wir eine gewisse Flexibilität bei unseren Spielern sehen.“ Auch hinsichtlich des Spielsystems: neben dem 4-3-3 sei auch ein 4-4-2 und ein 3-5-2 möglich.
„Sehr gute Kaufoption“ bei Ndiaye
Fritz betonte, dass man sowohl beim Niederländer eine Kaufoption besitzt, als auch bei Linksverteidiger Moussa Ndiaye – da handele es sich sogar um eine „sehr gute Kaufoption“, so der Sportchef: „Wir haben da die Hand drauf.“ Der Leverkusener Rechtsverteidiger Arthur kam indes ohne Kaufoption.
Generell erschwerte einmal mehr auch die angespannte finanzielle Situation die Bremer Transferaktivitäten, wie Fritz ebenfalls ausführte: „Wir können nur das umsetzen, was wir an Möglichkeiten zur Verfügung haben. Und da können wir zufrieden sein.“
