Mit seinem ersten Tor im Dress von RB Leipzig leitete Max Finkgräfe den souveränen 3:1-Sieg gegen Union Berlin ein. Doch für ihn ist es auch aus einem anderen Grund ein emotionaler Treffer, der ihn an seinen verstorbenen Opa denken lässt.
RB auf Champions-League-Kurs
Der fünfte Sieg in Serie für RB Leipzig gegen Union Berlin (3:1) war einmal mehr ein Statement-Erfolg der Sachsen, die damit einen weiteren großen Schritt in Richtung Königsklasse gehen. Acht Punkte trennen RB nun vorerst von Rang 5 – bei nur noch drei ausstehenden Begegnungen. Damit können sie sich nach dem Auftaktspiel des 31. Spieltags jetzt erstmal „zurücklehnen“, wie es Max Finkgräfe formulierte, sind die Sachsen den Verfolgern aus Stuttgart, Hoffenheim und Leverkusen doch erstmal davongezogen.
„Wie groß der Schritt heute ist, wird man am Ende sehen. Diese Punkte sind erstmal total wichtig, um am Freitagabend vorzulegen“, sagte Trainer Ole Werner bei Sky, bevor er aber die Erwartungen wieder etwas bremste: „Es warten aber noch schwierige Aufgaben auf uns und am Ende hast du immer nur das Ziel erreicht, wenn du dann wirklich über die Ziellinie gelaufen bist.“
Etwas mehr aus der Deckung traute sich da schon der Torschütze zum 2:0, Romulo, der von „Druck auf die Mannschaft“ sprach, die Champions League zu erreichen. Schließlich sei er „im Sommer deshalb hier hergekommen“.
„Das Tor geht an meinen verstorbenen Opa und ich hoffe, er freut sich.“ (Max Finkgräfe)
Die Tür zu diesem Sieg überhaupt erst geöffnet hatte Linksverteidiger Finkgräfe mit einer tollen Direktabnahme in der neunten Minute. Für den 22-Jährigen, der aufgrund der Verletzung von Kapitän David Raum bereits das zweite Spiel in Folge von Beginn an bestreiten konnte, ein emotionales Tor – und das nicht nur, weil es sein Debüttreffer für RB war: „Ich habe ehrlich gesagt davon geträumt“, so Finkgräfe. „Das Tor geht an meinen verstorbenen Opa und ich hoffe, er freut sich.“ Dieser habe ihn nicht nur zum Fußball gebracht, sondern ihm auch mit auf den Weg gegeben, dass er „einfach mal draufschießen soll, nur dann können Tore fallen“. Genau das hat Finkgräfe dann auch getan.
Grundsätzlich sieht Finkgräfe, der zu Beginn der Saison nach seinem Wechsel von Köln nach Leipzig aufgrund einer Knieverletzung erstmal passen musste und danach zunächst nur sporadisch zu Einsätzen gekommen war, bei sich selbst eine „extreme Entwicklung. Das war genau mein Ziel.“
Dass sich die jungen Spieler immer weiterentwickeln, bewertet auch sein Trainer positiv. „Du wirst nicht die Saison mit elf oder 14 Spielern durchspielen, sondern du brauchst in einer Saison mit den Zielen, die wir haben, wirklich jeden Einzelnen“, sagte Werner.
Doch nicht alle im Verein scheinen genau zu wissen, was Finkgräfe so alles kann. „Ich wusste gar nicht, dass er so einen Abschluss hat“, zeige sich zum Beispiel Willi Orban mit einem Augenzwinkern überrascht. „Das habe ich ihm gar nicht zugetraut.“ Dennoch bescheinigte er ihm, ein „unheimlich wichtiges Tor“ gemacht zu haben.
Direkten Konkurrenten vor der Brust
Um die Königsklasse nach einer Saison ohne internationale Teilnahme nun auch wirklich dingfest zu machen, fehlt vermutlich noch mindestens ein weiterer Sieg. Als Nächstes steht mit dem Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen am kommenden Samstag (15.30 Uhr) ein direkter Konkurrent auf dem Programm – es folgen St. Pauli (H) und zum Abschluss der SC Freiburg (A). Zuvor können die Sachsen laut Finkgräfe aber erstmal die Beine hochlegen: „Zwei freie Tage musste keiner fordern, der Trainer wollte selbst frei.“
