Wie lange ist Frank Schmidt noch Trainer des 1. FC Heidenheim? Klubboss Holger Sanwald erklärt, was ihm sein Gefühl sagt – und welches Wort ihn noch vorsichtig auf eine Verlängerung hoffen lässt.
„Wir werden nicht aufgeben“
Das turbulente 3:3 beim FC Bayern am Samstag demonstrierte einmal mehr, wie hartnäckig sich der 1. FC Heidenheim im Saisonfinale gegen den Abstieg aus der Bundesliga wehrt – der dennoch immer näher rückt. Gilt das auch für einen Abschied von Erfolgstrainer Frank Schmidt?
Der 52-Jährige hatte in der vergangenen Woche in einem Interview davon gesprochen, dass er 2026/27 sein „mutmaßlich letztes Jahr als Trainer in Heidenheim“ erleben werde. Danach läuft sein aktueller Vertrag aus, dessen frühzeitige Verlängerung er diesmal ausgeschlagen hatte.
Endet Schmidts Ära also im Sommer 2027 nach dann unfassbaren 20 Spielzeiten im Amt? Oder sogar schon früher? „Auf den Frank kann man sich verlassen, er erfüllt seinen Vertrag“, schloss Klubboss Holger Sanwald am Sonntag im Sport1-Doppelpass einen Abschied des Trainers schon nach der aktuellen Saison aus. Hinsichtlich einer Vertragsverlängerung ist aber auch er zunehmend pessimistisch.
Sanwald: „Mein Gefühl sagt mir, dass es eher schwierig wird“
„Ich habe Frank damals in der Verbandsliga verpflichtet und wir sind nach mehreren vergeblichen Anläufen zusammen in die Oberliga aufgestiegen. Dort wurde er dann unser Trainer. Wir haben schon ein ganz besonderes Verhältnis“, holte Sanwald aus. „Selbstverständlich habe ich ihn schon vor der Saison gefragt, ob er den Vertrag verlängern möchte. Wir haben immer zwei Jahre vor Vertragsende die Gespräche geführt. Da hat er gesagt: ‚Du, dieses Jahr weiß ich es nicht. Jetzt haben wir gerade die Relegation überstanden. Lass uns mal schauen, wie es weitergeht. Vielleicht wird es wieder ein schweres Jahr.‘ Und dann wurde es das wieder, und das kostet alles unglaublich viel Kraft.“
Insofern könne er nachvollziehen, dass er „anfängt zu grübeln: Habe ich die Kraft noch? Kann ich das leisten?“ Die Antwort steht weiter aus, aber unabhängig davon, ob der Klassenerhalt doch noch irgendwie gelingt, meint Sanwald: „Mein Gefühl sagt mir, dass es eher schwierig wird, ihn von einer Vertragsverlängerung zu überzeugen. Aber das Wort ‚mutmaßlich‘ hat er gesagt. Und solange er das sagt, werde ich alles dafür tun. Wir werden nicht aufgeben, ihn zu überreden.“ Die Entscheidung treffe am Ende aber Schmidt allein.
