Auf dem Transfermarkt wird beim FC Augsburg womöglich nicht mehr viel passieren – passiv aber sehr wohl.
Spielmacher Claude-Maurice liebäugelt immer noch mit Abschied
Die Generalprobe ging krachend schief, deutlich verlor der FC Augsburg am Samstag bei Premier-League-Klub Leeds United mit 0:4 und bekam zeitweise die Grenzen aufgezeigt. Das Gefühl könnte eine Woche vor der ersten Pokalrunde bei Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus deutlich besser sein, doch die grundsätzliche Zuversicht herrscht beim Team von Trainer Manuel Baum weiterhin.
In England verbrachten die Augsburger noch einen gemeinsamen Abend, ab Montag gilt der volle Fokus dem Pflichtspielstart. Als Tabellenneunter geht der FCA mit Rückenwind in die Saison, vor allem weil der Kader ausnahmsweise eher noch besser als schwächer geworden ist. Bislang wurde noch kein Leistungsträger wie Alexis Claude-Maurice oder Chrislain Matsima abgegeben – und womöglich bleibt das auch so.
Claude-Maurice würde Augsburg verlassen – Konkret wurde noch niemand
Matsima wäre zwar grundsätzlich gerne zu Conference-League-Sieger Crystal Palace nach Südlondon gewechselt, die Klubs konnten sich jedoch nicht auf eine Ablöse einigen. Bei Spielmacher Claude-Maurice, der in Leeds ebenso wie Anton Kade und Han-Noah Massengo fehlte, bestünde immer noch der Wunsch auf eine neue Herausforderung, konkrete Interessenten sind in Augsburg aber noch nicht vorstellig geworden.
Verkaufsdruck herrscht bei Geschäftsführer Michael Ströll und Sportdirektor Benni Weber nicht. Einerseits brachten Cedric Zesiger (Young Boys) und Dimitrios Giannoulis (PAOK) rund acht Millionen Euro ein, andererseits generiert der FCA in diesem Sommer vor allem die stillen Millionen durch Weiterverkaufsbeteiligungen.
Bald winkt dem FCA auch bei Pepi ein Geldregen
Etwa 2,5 Millionen Euro verdienten Ströll und Co. an Dzenan Pejcinovics Wechsel von Wolfsburg nach Stuttgart mit, sogar um die vier Millionen werden es am Ende bei Arne Engels sein, der von Celtic zu West Ham weiterzog. Und weiteres Geld bahnt sich an: Ricardo Pepi soll dieses Jahr noch bei der PSV in Eindhoven bleiben, dürfte im kommenden Sommer jedoch eine hohe Ablöse einspielen, aktuell wird der Marktwert des US-amerikanischen Stürmers auf 30 Millionen Euro geschätzt. Der FCA besitzt eine 20-prozentige Weiterverkaufsbeteiligung. Zehn bis 15 Prozent sind es beim Kroaten Dion Beljo, der vergangene Saison 38-mal für Dinamo Zagreb traf.
Heißt unterm Strich: Solange weder für Claude-Maurice oder Mert Kömür (Hull City bot zehn Millionen Euro) ein adäquates Angebot eingeht, bleibt der FCA-Kader so, wie er ist. Entsprechend zufrieden darf Trainer Baum also trotz des Leeds-Debakels sein, auch wenn er ob des derben Ergebnisses „schon verärgert“ war. „Wir schauen, dass wir daraus die richtigen Lehren ziehen.“
