Seit 1987 findet in Deutschland jährlich der Supercup beziehungsweise Ligapokal statt. Die Ausgabe 2026 bedeutet somit einen runden Geburtstag. Grund genug, die Historie in einem Daten-Überblick genauer zu betrachten.
Ein Daten-Überblick
In den 70er Jahren taucht in Deutschland ein Wettbewerb neben der Meisterschaft und dem DFB-Pokal auf. Der Ligapokal 1973 beginnt ein Jahr zuvor, denn zur Überbrückung der Olympischen Spiele in München wird 1972 bereits eine Vorrunde ausgespielt. Insgesamt 32 Teams, darunter Meister Bayern München und DFB-Pokalsieger Schalke 04, buhlen um die Trophäe. Während der Primus der Liga um Kapitän Franz Beckenbauer bereits in der Gruppe scheitert, kommen die Knappen zumindest bis ins Halbfinale.
1977 und 1983 folgen zwei weitere Versuche. Diesmal sind es gar private Absprachen zwischen Meister und Pokalsieger, die den Supercup unter sich ausmachen wollen. Allen drei Vorläufern gemein ist die missliche Terminierung. Keiner der drei Partien wird im Sommer ausgespielt, sondern jeweils mindestens ein halbes Jahr nach dem Saisonauftakt.
Vom Showact zum ersten Ausrufezeichen
1987 nimmt sich der DFB dem Supercup an. Verleiht dem Ganzen einen offiziellen Anstrich und platziert das Duell zwischen Meister und Pokalsieger am Anfang der Spielzeit. In den ersten zehn Jahren blieb es mit einer Ausnahme bei diesem einen Spiel (1991 gibt es aufgrund der Wiedervereinigung gleich zwei Meister und zwei Pokalsieger, die Halbfinals vor dem Endspiel erforderlich machen.).
Nach der ersten Dekade folgt ein Einschnitt im Modus und ein neuer alter Name. Der Supercup wird wieder zum Ligapokal. Das Format sieht vor, dass in einem Knock-out die besten Teams der Liga neben Meister und Pokalsieger sich für das Halbfinale qualifizieren und dort auf die Titelträger treffen. Im anschließenden Finale stehen somit nicht unbedingt die Gewinner der Vorsaison. In den elf Ausgaben bis 2007 verpasst der Meister sechsmal das Finale.
Doch wie die Geschichte lehrte, ist das Ende des Ligapokals der Anfang des Supercups. 2008 und 2009 wiederum nach privaten Absprachen der Teams und seit 2010 offiziell gemanagt kehrt das alleinige Endspiel zurück. Was das Publikum schon länger goutiert.
Zu Ehren des Kaisers
In über der Hälfte aller Fälle beherbergt das Finale bereits den kommenden Meister. In 14 Fällen ist es der Gewinner des Endspiels und in sieben der Unterlegene.
Bayern München dominiert den Wettbewerb vor Verfolger Borussia Dortmund. Beide duellieren sich auch in diesem Sommer, womit sich die Hitlisten kaum verändern werden.
Einer, der nie im Finale stand, ist der heutige Namensgeber Franz Beckenbauer, der neben den Vorrundenspielen beim Anlauf in den Siebzigern nie mehr in Erscheinung im Kontext des Sommerkicks tritt.
