Der HSV hat mehr Platzverweise als Siege

Der freie Fall des Hamburger SV setzt sich auch nach dem Nord-Derby fort, am Ende einer 1:3-Niederlage stehen nun mehr Rote Karten, nämlich acht, als Siege. Davon hat der Aufsteiger sieben, und angesichts der aktuellen Verfassung braucht es viel Fantasie für die Vorstellung, wie weitere dazukommen sollen.

Verdiente Derby-Pleite, verschärfte Lage

Fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf den Relegationsrang seit diesem Wochenende noch. Mehr als das anspruchsvolle Restprogramm mit Aufgaben gegen Hoffenheim, Frankfurt, Freiburg und Leverkusen muss das Auftreten Sorge bereiten. Nur ein Sieg aus neun Spielen zeugen von einem Abwärtstrend, den Nicolai Remberg auch nicht schön redet. „Wir sind abgekommen von dem, wie wir spielen wollen.“ Insgesamt, aber insbesondere auch in der zweiten Hälfte an der Weser, nachdem die erste Hälfte noch ausgeglichen war.

Rot für Favé – auch das Trainerteam bekommt zu viele Karten

Auch am Samstagnachmittag in Bremen hat sich die Mannschaft einmal mehr selbst vom Weg abgebracht. Der Platzverweis von Joker Philip Otele nur 13 Minuten nach seiner Einwechslung war eine harte Entscheidung, passte aber zur Mischung aus Unbeholfenheit und Wildheit. „Acht Platzverweise“, sagt Remberg, „das geht nicht, das ist fehlende Cleverness, das ist doof. Immer in Unterzahl hinterherzulaufen, kostet Energie, das ist einfach scheiße.“ Im Übrigen empfindet der Ex-Kieler den Platzverweis auch als gerechtfertigt: „Die Szene ist schon fies. Und generell verstehe ich einfach nicht, dass uns das so häufig passiert.“

  • Die Bundesliga-Tabelle

Merlin Polzin bewertet die Otele-Szene zwar anders, die Basel-Leihgabe war im Lauf mit offener Sohle auf den grätschenden Cameron Puertas getreten, pflichtet seinem Führungsspieler aber grundsätzlich bei. „Wir sind keine unfaire Mannschaft, aber es hilft uns als Aufsteiger nicht, wenn wir regelmäßig in Unterzahl sind.“

Unstrittig ist: Auch das Trainerteam muss sich in dieser Hinsicht hinterfragen, denn: Nicht nur die Mannschaft ist Rekordhalter mit acht Platzverweisen, auch die Hamburger Bank sammelt Karten wie keine andere. In Bremen sah nach einer Rudelbildung im Anschluss an das 3:1 sowohl Physiotherapeut Tim Roussis, als auch Loic Favé glatt Rot – der Co-Trainer hatte in dieser Spielzeit bereits eine Partie wegen einer Gelbsperre verpasst.

Situation spitzt sich zu – Rembergs treffende Analyse

Bis ins Frühjahr hinein hatte sich der Aufsteiger als Bereicherung für die Liga präsentiert, Rembergs Analyse, der HSV sei vom Weg abgekommen, ist die wohl treffendste eines Samstagnachmittages, der den handelnden Personen etliche Aufgaben aufgibt. Die größte ist diese: Wie bekommt das Trainerteam wieder jene Energie in eine Gruppe, die schon seit Wochen nur noch situativ mit den Gegnern auf Augenhöhe ist, in zu langen Phasen aber immer wieder sich selbst und am Ende auch die Spiele verliert.

Trotz fünf Zähler Vorsprung erscheint die Situation angesichts der sich zuspitzenden Krise bedrohlich. Remberg, im Vorjahr mit Holstein Kiel als Aufsteiger abgestiegen, ordnet die Gemengelage treffend ein. „Das ist jetzt eine Challenge. Jetzt zusammenhalten, ist die große Kunst.“ In Bremen hat der HSV diese Kunst nicht ansatzweise beherrscht.

 

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