Der einstige Überraschungsaufsteiger 1. FC Köln steht nun punktgleich mit dem Relegationsplatz da. Das steigert den Druck auf Trainer Lukas Kwasniok, bei dem die Sportliche Leitung nun ganz genau hinschauen wird.
Köln rutscht immer weiter ab
Am Donnerstag gab sich Lukas Kwasniok kämpferisch. „Der Wind wird sich drehen, die Frage ist nur wann. Er wird sich dann nicht drehen, wenn du nachlässt“, sagte der Trainer des 1. FC Köln und versprach: „Das tun die Jungs nicht. Deswegen bleibt dieser Glaube bei mir unerschütterlich vorhanden.“ Der Glaube daran, dass es endlich mal wieder klappt mit einem Sieg.
Nur zweimal in den vergangenen 16 Spielen fuhr der Aufsteiger drei Punkte ein, von der Euphorie des Spätsommers ist nichts mehr übrig. Das Team, das noch nach dem Hinrundenspiel gegen den Hamburger SV Kontakt zu den internationalen Rängen hielt, steht jetzt punktgleich mit Mainz und St. Pauli da. Nur die Tordifferenz verhindert, dass die Geißböcke erstmals in dieser Spielzeit auf den Relegationsrang 16 rutschen.
Die Konstanz der Flaute kann kein Zufall sein
Ein erschütternder Absturz, der die Nervosität in Köln bis an die Grenze des Ertragbaren steigert – schließlich hatten sich viele im Rheinland nach dem guten Saisonstart bereits auf eine mehr oder weniger sorgenfreie Saison eingestellt. Kein Wunder ist es da angesichts der Situation, dass auch der Druck auf Kwasniok massiv gestiegen ist.
Der 44-Jährige trägt als Chefcoach die Hauptverantwortung für die sportliche Misere, wenn man das so nennen darf. Denn an den Leistungen seines Teams gibt es eigentlich wenige Zweifel, allein die Ergebnisse bleiben kontinuierlich aus. Aber: Dass sein Team immer wieder auf die eine oder andere Art Wege findet, Punkte zu verspielen, kann angesichts der Konstanz der Siegflaute kein Zufall mehr sein.
Nur Leistung nährt die Hoffnung
Eine schwierige Situation, die auch Kwasniok längst erkannt hat. Trotz der misslichen Lage wirkt er nicht angeschlagen, sondern kämpferisch. Er stellt sich schützend vor seine Mannschaft und fordert Geduld. „Zu 100 Prozent habe ich das Gefühl, dass wir bereit sind, hier einen Weg zu gehen“, formulierte er und betonte: „Den haben wir zu Beginn meiner Zeit eingeschlagen und es ist klar, dass Wellenbewegungen vorhanden sind.“ Das hatte Kwasniok tatsächlich auch schon angekündigt, als noch alles wunderbar lief – und Recht behalten.
Klar ist aber auch, dass sich der Aufsteiger nicht vom Ergebnisdruck und den Blicken auf die Tabelle freimachen kann. Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler kann und will es sich nicht leisten, wie einst 2024 sehenden Auges in die 2. Liga zu schlittern. Der Ex-Profi schaut derzeit ganz genau hin, wie sich Kwasnioks Team auf dem Platz präsentiert. Denn klar ist: Nur richtig gute Leistungen nähren die Hoffnung darauf, dass es mit dem Klassenverbleib etwas wird.
Die simple Logik: Spielt der FC gut, steigt die Wahrscheinlichkeit zu siegen. Einen Trainerwechsel vorzunehmen, obwohl die Mannschaft nahe an ihrem Limit agiert, wäre ein unkalkulierbares Risiko. Denn inhaltlich schätzt Kessler die Arbeit von Kwasniok durchaus, der Geschäftsführer würde dann rein auf den schwer erklärbaren Trainerwechseleffekt pokern. Umgekehrt würde Kwasniok nach schlechten Auftritten die Argumente wegbrechen. Dann könnten ihn nur noch Punkte vor dem Rausschmiss bewahren.
Kwasniok wirbt um Geduld
Unüberlegt wird Kessler nicht handeln, das glaubt auch Kwasniok. „Was ich an der Chef-Etage und insbesondere an Kess schätze, ist einfach die Tatsache, dass wir Dinge sachlich und ruhig einordnen“, schilderte der Coach, dessen Chef es sich eigentlich auf die Fahne geschrieben hatte, Kontinuität beim Traditionsklub einkehren zu lassen.
Eine Strategie, die Kwasniok genug Zeit verschaffen könnte, gegen den HSV oder spätestens im Derby gegen Borussia Mönchengladbach für die erlösenden Siege zu sorgen. „Ich glaube, für den Verein, für den Standort Köln, ist nachhaltige Arbeit – wenn du von etwas überzeugt bist – der richtige Weg“, bekräftigte Kwasniok. Er wird ganz genau wissen, dass zu jedem nachhaltigen Weg immer aber auch Siege gehören.
