Deman: Über Umwege zur seltenen Werder-Positiverscheinung

Zunächst passte er nicht zum Bremer System, wurde verliehen – und verletzte sich schwer: Doch dann bekam Olivier Deman noch die Kurve.

Planstelle für den Fast-Transferflop

Letztlich hatte sich Olivier Deman sogar noch Hoffnungen gemacht, mit der belgischen A-Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft zu fahren. Doch mehr als zwei Jahre nach seinem dritten und vorläufig letztem Länderspiel reichte sein Comeback beim SV Werder Bremen offensichtlich erst einmal nicht für eine Rückkehr zu den „Roten Teufeln“.

Und doch stellte die Entwicklung des 26-Jährigen die wohl größte Überraschung in der abgelaufenen Bremer Bundesliga-Saison dar: als eine seltene Positiverscheinung – wovon es (abgesehen von den Talenten Mio Backhaus, Karim Coulibaly und Leader Jens Stage) ja nicht allzu viele an der Weser gab.

Nicht nur Klaus Filbry, Vorsitzender der Geschäftsführung, hob Deman zuletzt im kicker-Interview positiv hervor. „Einen Gewinner nach dieser Saison zu küren, finde ich schwierig“, sagt zudem auch Leiter Profifußball Peter Niemeyer: „Aber wenn man sieht, woher Olivier kommt, hat er sich natürlich in eine ganz andere Situation gebracht, das muss man ihm hoch anrechnen.“

Nicht viel deutete auf eine Verbesserung hin

Was der 42-Jährige damit meint, ist, dass bei Deman eigentlich schon vieles darauf hinausgelaufen war, ihn als Transferflop abzustempeln. Mit 4 Millionen Euro überwies Werder im Sommer 2023 eine durchaus stattliche Summe für den Linksverteidiger zu Cercle Brügge.

Ex-Coach Ole Werner benötigte für sein 3-5-2-System allerdings einen Spieler mit Tempo für die linke Schiene. Und dass Deman da die Erwartungen nicht erfüllen konnte, wurde spätestens eineinhalb Jahre nach seiner Verpflichtung durch eine halbjährige Leihe in seine belgische Heimat zu Royal Antwerpen deutlich.

Auch nach seiner Werder-Rückkehr im vergangenen Sommer deutete zunächst nicht viel auf eine Verbesserung seiner Situation hin – und dann brach sich Deman im August auch noch den Knöchel, fiel bis Dezember aus.

Deman: Gefragt in Thiounes Viererkette

Zu Jahresbeginn war es zunächst die Bremer Personalnot, die ihn bereits unter Ex-Trainer Horst Steffen zu ersten Einsätzen kommen ließ – doch wirklich gefragt war der Belgier nach all den Umwegen dann erst unter Daniel Thioune und dessen vorgenommener Umstellung auf Viererkette.

Auf der Position als reiner Linksverteidiger konnte Deman anschließend seine Qualitäten einbringen, erst über defensive Stabilität, dann über spielerische Akzente – und letztlich auch vermehrte Offensivimpulse: präzise Flanken (drei Assists) lieferte er, oder auch ein Traumtor beim wichtigen Sieg bei Union Berlin (4:1).

„Olivier hat hart an sich gearbeitet, und dann ist ihm die Formationsumstellung unter Daniel natürlich auch zugutegekommen“, lobt Niemeyer und deutet an, dass der Belgier auch weiterhin gute Chancen besitzt, jener Stammspieler zu bleiben, der er ab dem 24. Spieltag stets über die komplette Spielzeit war: „Für die neue Saison ist er fest eingeplant.“

 

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