Ende März 2025 musste Marco Rose in Leipzig seinen Hut nehmen, seit dem vergangenen Sommer ist der Ex-RB-Coach für den AFC Bournemouth zuständig. Nun wirft er einen Blick zurück auf seine Zeit in Leipzig und auf die aktuelle Situation von Martin Demichelis.
Ex-RB-Coach fordert mehr Verantwortungsgefühl
„Das Jahr Pause hat mir gutgetan, ein paar Dinge auch zu rekapitulieren“, erklärte Marco Rose bei RTL/Sky Sport. Schließlich hatten „die letzten Monate in Leipzig mit mir schon auch was gemacht“, so der 50-Jährige, der von September 2022 bis März 2025 in 125 Partien für die Sachsen an der Seitenlinie verantwortlich zeichnete und sich mit dem Gewinn des DFB-Pokals 2023 und des deutschen Supercups 2024 in die Geschichtsbücher des Vereins eingetragen hatte.
In den letzten Monaten seiner Amtszeit, die Rose anspricht, verspürte er nicht mehr die Rückendeckung, die er sich gewünscht hätte, als es nicht so lief bei RB. Das Verhältnis zu Aufsichtsratschef Oliver Mintzlaff galt als belastet, der in einem Interview bemängelt hatte, Leipzig habe in der Vergangenheit die Schwächen von Rekordmeister Bayern München nicht ausgenutzt.
„Ich habe gekämpft. Ich habe wahrscheinlich auch ein Stück weit meine Leichtigkeit verloren“, blickt der erfahrene Coach zurück. Und wirft auch einen Blick auf die aktuelle Situation in Leipzig, wo Trainer Martin Demichelis in der Kritik steht. „Es ist ein privilegierter Job, aber es ist auch ein Job mit großem Druck“, meinte Rose, der sich insgesamt mehr Verantwortungsgefühl und Nachsicht im Umgang wünscht. Rose fordert deshalb einen respektvolleren Umgang mit seinen Kollegen.
„Und natürlich brauchst du dann auch die volle Rückendeckung und Unterstützung in deiner Rolle des Vereins.“ (Marco Rose)
In Bezug auf Demichelis habe er das Gefühl, „dass der Daumen gesenkt ist. Und das ist natürlich kein angenehmes Gefühl, und wenn sich das dann auch bestätigt, dann ist das nicht schön für die handelnden Personen“, erklärte Rose. „Und natürlich brauchst du dann die volle Rückendeckung und Unterstützung in deiner Rolle des Vereins. Auch dort werden heutzutage viel zu früh Dinge infrage gestellt, obwohl man oft in einem Prozess ist, obwohl man hier und da verletzte Spieler hat, vielleicht auch hier und da mal das Quäntchen fehlt.“
Er wisse aber auch, dass man als Trainer einen privilegierten Job habe und Druck aushalten müsse, so Rose. In Leipzig war Roses beliebter und erfolgreicher Nachfolger Ole Werner im Sommer überraschend freigestellt worden. Bei vielen Fans hatte Demichelis dadurch nicht den Kredit, den ein neuer Trainer normalerweise hat. Dazu kommen vor allem auswärts schwache Leistungen und Ergebnisse. In der Bundesliga und in der Champions League gelang auswärts noch kein Punktgewinn, nur im Pokal siegte RB bei Viertligist Trier und am Mittwochabend trotz Unterzahl bei Drittligist Essen (2:1).
Rose kritisiert auch Umgang mit Wagner
Auch den Umgang mit René Wagner beim 1. FC Köln, der allerdings im Pokal am Mittwoch mit dem 5:0 im Duell zweier Bundesligisten mit Union Berlin einen Befreiungsschlag landete, kritisierte Rose. „Wenn ich jetzt mal den 1. FC Köln nehme, kann man fast schon sagen, der Trainer ist schon Geschichte. Ohne dass er es eigentlich verdient hat.“
Mit Bournemouth in der Spur
Rose selbst hat zuletzt mit Bournemouth mit vier Siegen in Folge – darunter 3:0-Siege gegen die AC Mailand und Manchester United – die Kurve gekriegt und rangiert mit den Cherries in der Premier League nach acht Spielen auf Tabellenplatz 13.
