Victor Boniface wird sich einer Knieoperation unterziehen, nicht mehr für den SV Werder Bremen auflaufen – und zum nächsten namhaften Flop nach Naby Keita.
Operation schon am Samstag
Alles andere als die vom SV Werder Bremen am Samstag kommunizierte Meldung wäre eine große Überraschung gewesen: „Victor Boniface wird Werder Bremen in den nächsten Monaten nicht zur Verfügung stehen“, teilte der Bundesligist mit.
Der nigerianische Angreifer hatte sich, wie angekündigt, in Innsbruck einer finalen Untersuchung beim Kniespezialisten Dr. Christian Fink unterzogen. Der kam nun zu keiner anderen Empfehlung, die schon durch die Ärzte von Werder und Bonifaces Stammklub Bayer Leverkusen ausgesprochen wurde: Eine Operation ist unausweichlich. Diese wird bereits am Samstag durchgeführt.
Fantasie trotz Knorpelschaden
Dass der 25-Jährige im vergangenen Sommer, am letzten Tag der Transferperiode, bereits mit einem Knorpelschaden im Knie leihweise bis Saisonende unter Vertrag genommen wurde, war den Bremern bei der Verpflichtung freilich bewusst gewesen. Dieser hatte sich nun jedoch signifikant verschlechtert, wie MRT-Aufnahmen zeigten, die nach einer Mitte Dezember im Training erlittenen Knieprellung erstellt wurden.
Formal wird die Leihe bis zum Saisonende aufrechterhalten, aber „aufgrund des Reha-Prozesses gehen wir nicht mehr davon aus, dass Victor in dieser Saison noch für Werder zum Einsatz kommt“, wird Peter Niemeyer, Leiter Profifußball bei Werder Bremen, in einer Mitteilung der Grün-Weißen zitiert.
Der operative Eingriff ist somit gleichbedeutend mit Bonifaces Aus in Bremen, wo er bis auf einen Assist in seinem ersten Joker-Einsatz in Mönchengladbach keinerlei positive Erinnerungen an sein Wirken hinterlässt. Seinerzeit bestand noch die Fantasie, dass der Leverkusener Meisterstürmer der Saison 2023/24 am Osterdeich wieder zurück zu alter Form finden würde. Doch daraus wurde überhaupt nichts.
Die Zweifel bewahrheiten sich
Nachdem die AC Mailand Wochen zuvor einen Transfer aufgrund der körperlichen Verfassung des 13-maligen Nationalspielers platzen ließ, bewahrheiteten sich diese Zweifel beim Bundesligisten rigoros. Boniface konnte sich nicht ansatzweise in einen für die Bundesliga notwendigen Fitnesszustand bringen, wirkte unaustrainiert, schwerfällig, bisweilen auch lustlos, kam nur zu elf Einsätzen (zweimal Startelf).
Niemeyer ließ bereits zum Trainingsauftakt vor rund einer Woche durchblicken, dass dieses Experiment krachend gescheitert ist: „Wir haben das als Chance gesehen, aber bei einer Chance ist natürlich auch ein gewisses Risiko dabei. Am Ende muss man natürlich sagen: Wir haben uns alle mehr erhofft von dieser Leihe, das ist leider nicht so aufgegangen, wie wir uns das vorgestellt haben.“
Der nächste namhafte Flop nach Keita
Einmal mehr übrigens nicht: Bei Naby Keita hatte Werder ebenfalls auf einen Coup mit einem namhaften Profi gehofft – doch der Ex-Liverpooler ging als einer der größten Flops in die Bremer Transfergeschichte ein.
Vor rund einem Jahr wurde er nach Ungarn zu Ferencvaros Budapest verliehen. Nach 28 Einsätzen endet die Leihe nun, der 30-Jährige steht noch bis Saisonende in Bremen unter Vertrag – hat jedoch keinerlei Perspektive. Werder sucht noch nach einer Lösung.
