Nach vier Abgängen von Stürmern hat der Hamburger SV den ersten neuen Angreifer dieses Transfersommers verpflichtet: Patson Daka unterschrieb in Österreich einen Einjahresvertrag mit Option auf eine weitere Spielzeit.
Am Dienstag in Österreich angekommen
Aus Hamburgs Trainingslager in Längenfeld berichtet Sebastian Wolff
Am Dienstag hatte Patson Daka seinen Medizincheck im Athleticum am Volkspark absolviert und war danach in den Flieger gestiegen. Am späten Abend erreichte er das Trainingslager-Domizil der Hanseaten, den Aqua Dome in Längenfeld, um dort seinen neuen Vertrag zu unterschreiben. Der Hintergrund: Beide Vorstände, Eric Huwer und Kathleen Krüger sowie Sportdirektor Claus Costa, weilen seit dem Wochenende mit dem HSV-Tross in Österreich.
Die große Karriere ist ins Stocken geraten
Seit Dienstagabend also ist auch der sambische Nationalstürmer Teil der HSV-Delegation, dürfte am Mittwochmorgen ab 11 Uhr seine ersten Schritte auf der Anlage von Raika Längenfeld machen. Schritte zu machen, ist auch gleichzeitig das große Ziel eines Profis, der vor fünf Jahren noch 30 Millionen gekostet hat und nun mit 27 Jahren ablösefrei und aus der Vertragslosigkeit kommt.
Dakas so spektakulär gestartete Karriere hat nach dem Millionentransfer von Red Bull Salzburg zu Leicester City vor allem in der zurückliegenden Spielzeit einen empfindlichen Knick erhalten: Ihm gelangen nur fünf Treffer, am Ende ging es für ihn und den Ex-Meister in die Drittklassigkeit. Auch aufgrund der jüngsten Entwicklung ließ er sich auf einen Einjahresvertrag ein, will in Hamburg die Karriere wieder ankurbeln. „Das Gesamtpaket hat für mich sofort Sinn ergeben. Die vielen positiven Gespräche haben mir die Entscheidung leicht gemacht.“
Für Sambia hat Daka in 47 Länderspielen 21 Treffer erzielt, in Hamburg soll er vor allem mit seiner Intensität wertvoll werden. „Mit ihm“, sagt Sportvorständin Krüger, „gewinnen wir einen Mittelstürmer, der das von uns definierte Anforderungsprofil sehr gut erfüllt. Er bringt sowohl mit als auch gegen den Ball eine hohe Leistungsbereitschaft mit.“ Sportdirektor Costa lobt: „Er verbindet Energie, Geschwindigkeit und Tiefgang mit einer hohen Intensität im Anlaufverhalten. Dadurch eröffnet er uns sowohl im Pressing als auch im Umschaltspiel zusätzliche Möglichkeiten.“
Torschützenkönig in Österreich
Die zunächst nur knappe Vertragslaufzeit belegt: Daka ist in erster Linie ein Versuch des HSV, von ihm erwarten sich die Verantwortlichen keine Garantie. Er wird nicht der letzte neue Stürmer bleiben, gleichzeitig haben Costa, Krüger und auch Trainer Merlin Polzin nach den Beobachtungen und den vorangegangenen Gesprächen die Fantasie, dass er an seine furiose Zeit in Salzburg anknüpfen kann: Für Red Bull hatte Daka in 125 Pflichtspielen 68 Tore erzielt, wurde viermal in Folge österreichischer Meister, dreimal Pokalsieger und einmal, 2020/21, sogar Torschützenkönig.
Ab diesem Mittwoch geht es für Daka vorerst allein darum, kleine Schritte zurück auf den richtigen Weg zu machen. Dass er die ersten in der Alpenrepublik machen darf, könnte mit Blick auf seine Erfolge in Salzburg ein gutes Omen sein.
