Mit lauter jungen Talenten hat Borussia Dortmund das Auftakttraining zur neuen Saison absolviert. Ein Routinier sorgte für eine Schrecksekunde. Hinter den Kulissen läuft weiter die Suche nach Neuzugängen.
Kovac sprengt TV-Live-Schalte
Der Trainingsstart zur neuen Saison fand bei Borussia Dortmund wie bereits in den Vorjahren hinter verschlossenen Türen statt. Nach der zweitätigen Leistungsdiagnostik ging’s am Dienstag dann bei bestem Sommerwetter endlich auf den Trainingsplatz in Brackel. Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac allerdings war kaum als solche zu erkennen: Da die WM-Teilnehmer noch im Sommerurlaub weilen, tummeln sich aktuell noch zahlreiche U19- und U23-Spieler im Trainingskader um die Profis Serhou Guirassy, Jobe Bellingham und Fabio Silva.
Guirassy sorgt für Schrecksekunde
So freundlich Kovac die Medienvertreter vor der Einheit begrüßte – und dabei unfreiwillig mitten in eine Live-Schalte des TV-Senders Sky lief -, so wenig Erbarmen kannte der 54-Jährigen mit seinen 22 Feldspielern: Fast zwei Stunden lang dauerte die erste Einheit, in der vor den Augen der Führungsriege um die Geschäftsführer Carsten Cramer und Lars Ricken sowie Sportdirektor Ole Book viel gelaufen wurde, aber auch Passübungen und diverse Spielformen auf dem Programm standen. Die Torhüter – darunter auch Leihrückkehrer und Abgangskandidat Diant Ramaj – trainierten derweil abseits der Gruppe.
Für eine Schrecksekunde sorgte nach einer guten Stunde Guirassy, der die Einheit aufgrund von Oberschenkelbeschwerden vorzeitig beendete – eine Vorsichtsmaßnahme, teilte der Klub später mit, und gab zugleich auch Entwarnung in Bezug auf den norwegischen WM-Fahrer Julian Ryerson, der im Viertelfinale gegen England vorzeitig ausgewechselt werden musste. Der Rechtsverteidiger sei nicht verletzt, es habe sich um einen Krampf gehandelt. Nach dem dreiwöchigen Urlaub wird er fit zurück in Dortmund erwartet. Dies wiederum dürfte bedeuten, dass ein Abgang von Yan Couto wieder verstärkt ein Thema werden könnte. Am Dienstag aber trainierte der Brasilianer normal mit.
Ricken kündigt „zwei bis drei wirklich gute Transfers“ an
Karim Adeyemi dagegen fehlte erwartungsgemäß. Der Flügelstürmer steht vor einem Wechsel zum FC Barcelona. Sobald der Wechsel über die Bühne gegangen ist, dürfte weitere Bewegung auf der Zugangsseite entstehen. Bei der ersten Einheit wirkten die Neuen Joane Gadou (Innenverteidiger, 19 Jahre alt) und Justin Lerma (Mittelfeldspieler, 18) mit, der dritte neue Youngster – Kaua Prates (Linksverteidiger, 17) – fehlte aufgrund einer zurückliegenden Muskelverletzung.
„Zwei bis drei wirklich gute Transfers“ sollen in den nächsten Wochen noch folgen, kündigte BVB-Sport-Geschäftsführer Lars Ricken am Rande der Einheit an. „Wir wollen die richtigen Transfers machen, nicht irgendwelche.“
Im Visier sind vor allem solche Spieler, die den Kader sofort besser machen. Schließlich muss unter anderem der Abgang von Julian Brandt aufgefangen werden, der in den vergangenen Jahren verlässlich 15 bis 20 Scorerpunkte pro Saison lieferte. Ein heißer Kandidat hierfür ist weiterhin der Grieche Konstantinos Karetsas von KRC Genk, dessen angestrebter Transfer nach Abschluss des Adeyemi-Deals entscheidend an Fahrt aufnehmen könnte.
Kader-Mix bis zur Japan-Reise
Konkret äußern wollte sich Ricken zur Karetsas-Personalie nicht, zeigte sich aber insgesamt zuversichtlich mit Blick auf die weiteren Planungen: „Wir wollen Spieler verpflichten, die uns besser machen. Ich bin optimistisch, dass wir bis zum Ende des Transferfensters ein Team haben, das besser ist als im Vorjahr.“ Noch aber sei Geduld gefragt. Das gilt sowohl für die Fans als auch für Kovac, der zumindest noch bis zur Japan-Reise des Klubs (26. Juli bis 2. August), wenn unter anderem die deutschen Nationalspieler wieder einsteigen sollen, mit einer Kader-Mischung aus Profis, U23 und U19 wird leben müssen.
