Balljunge im Fokus: Warum Leverkusens 1:0 regulär war

Das Vorgehen eines Balljungen beim Spiel zwischen Bayer 04 Leverkusen und RB Leipzig sorgte für Ärger bei den Sachsen. Warum die Szene im Vorfeld des 1:0 zwar nicht von der DFL erwünscht, das Tor aber regeltechnisch korrekt war.

Baumgartner verweist auf Neuer

Eigentlich war es nur ein kleines Detail, aber möglicherweise ein entscheidendes: Im Samstagabendspiel zwischen Bayer 04 Leverkusen und RB Leipzig stand es Mitte der ersten Hälfte noch 0:0, als Leipzigs Nicolas Seiwald eine Freistoßflanke am Tor vorbeiköpfte. Ein Balljunge hinter dem Leverkusener Tor reagierte schnell, warf Torhüter Mark Flekken fix den Ball zu – und der Niederländer schlug diesen daraufhin weit über einen Teil der noch aufgerückten Leipziger Mannschaft hinweg in die zweite Hälfte zu Nathan Tella. Der Leverkusener Konter rollte – und wenige Sekunden später traf Patrik Schick zum 1:0 für Bayer 04.

So weit, so normal – und bis zur letzten Saison hätte es über ein solches Tor auch keinerlei Diskussionen gegeben. Anders an diesem Abend in Leverkusen, an dem sich die Leipziger Führungsriege um Marcel Schäfer und Ole Werner über das Zustandekommen des Treffers ärgerte.

Denn: Vor der Saison hatte die DFL den 36 deutschen Profiklubs der Bundesliga und der 2. Liga neue Regeln für Ballkinder empfohlen. Diese sollen den Ball den Spielern nicht mehr zuwerfen, sondern ihn auf einem Markierungsplättchen ablegen. Ziel sei es, „die Fairness in der Bundesliga und 2. Bundesliga durch die schnellere Wiederaufnahme des Spiels und die Reduzierung des Zeitspiels zu fördern“, teilte die DFL kurz vor Saisonstart Mitte August mit.

„Es gibt da mittlerweile eine klare Regel, um das in den Stadien nicht unterschiedlich zu machen“, erklärte etwa RB-Coach Werner nach Abpfiff bei Sky. So solle vermieden werden, „dass die Ballholer die Bälle reinwerfen, um das Spiel schnell zu machen und in anderen Stadien holst du dir den Ball, weil er da hinter dem Tor liegt“. Ersteres war nun aber passiert – mit weitreichender Folge. „Es ist erstmal positiv, dass es eine einheitliche Regel gibt, weil das bis vor Kurzem noch nicht so war. Es sollte aber auch so sein, dass es einheitlich gehandhabt wird.“

„Manuel Neuer hat die Bälle oft schon in der Hand, bevor der Ball über die Linie ist.“ (Christoph Baumgartner)

Mit seiner Einschätzung hat Werner aber nur teilweise Recht. Denn faktisch gibt es keine klare Regel, die für die Vereine verpflichtend wäre. Die DFL hatte im vergangenen August betont, dass man den Vereinen das Konzept zwar empfehle, seine Umsetzung aber nicht verpflichtend sei.

So erklärte auch Leipzigs einziger Torschütze Christoph Baumgartner nach Abpfiff, dass das schnelle Handeln des Leverkusener Balljungen keineswegs ein Einzelfall in der Bundesliga war. „Das wird in vielen Stadien so gemacht“, gab Baumgartner zu und nannte ein prominentes Beispiel: „Manuel Neuer hat die neuen Bälle oft schon in der Hand, bevor der Ball über der Linie ist.“

Da es sich um keine offizielle FIFA-Regel des IFAB handelt, an die sich die Schiedsrichter halten, sondern nur um eine DFL-Empfehlung, war Schicks Tor regeltechnisch also völlig korrekt, auch ein VAR-Eingriff nicht möglich. Deswegen wollte auch Werner „keinen Vorwurf an irgendjemanden“ loswerden, schränkte aber ein: „Wenn wir die Regel haben, brauchen wir auch eine klare Regelumsetzung. Das war nicht so, wie es gedacht ist.“

Allerdings wollte der RB-Coach die Szene und ihren Einfluss aufs Spiel auch nicht zu hoch hängen. „Ich tue mich schwer, über diese eine Szene zu reden“, sagte Werner. Zu deutlich war sein Team zuvor von Bayer 04 in die Schranken verwiesen worden. Auch Baumgartner stellte klar: „Das ist heute nicht das entscheidende Thema. Über diese Kleinigkeit möchte ich mich nicht aufregen, sonst wären wir schlechte Verlierer.“

Maza findet’s „super“

Beim Gewinner hingegen sorgte die Aktion eher für Schmunzeln. Leverkusens Ibrahim Maza, der nach Flekkens weitem Schlag ebenfalls an der Entstehung von Schicks Treffer beteiligt war, gab zu, die Regelempfehlung der DFL gar nicht zu kennen. „Ich wusste es nicht, aber ist doch super“, fand der algerische Nationalspieler. Die schnelle Spieleröffnung, die Flekken in der Szene praktiziert hatte, sei aber geplant gewesen. „Wir haben das in anderen Ligen gesehen und wollten auch dazugehören“, erklärte Maza.

Coach Kasper Hjulmand wusste von keinerlei Vorgaben, die den Balljungen erteilt worden waren, lobte lieber Flekken: „Wir brauchen einen Torwart, der viele lange Pässe spielt. Deswegen ist Mark ein herausragender Torwart.“

 

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