Paderborns Interims-Kapitän Laurin Curda braucht bei seinem ersten Bundesligaspiel keinen Anlauf, sondern treibt seine Mannschaft über weite Strecken erfolgreich an. Ein Wechsel kurz vor Transferschluss rückt in den Hintergrund.
Paderborns Schienenspieler glänzt in Mainz
Kurzzeitig war der Einsatz Marvin Pieringers fraglich. Ein Zusammenprall im Donnerstagstraining hatte dem Rückkehrer aus Heidenheim eine dicke, glücklicherweise „nur“ angebrochene Nase beschert. Los ging es für Pieringer mit Maske – aber ohne jenen Startelfdebüt-Patch als neu eingeführtes Kennzeichen für erstmals beim Anpfiff in der Bundesliga auf dem Platz stehende Akteure, das in Mainz alle übrigen zehn Paderborner Kollegen zeigten.
Auch Laurin Curda, bei dem Unwissende allerdings kaum vermutet hätten, dass es auch für ihn das „erste Mal“ war. Ausgerechnet den Mainzern, die sich im Sommer für den 24-Jährigen interessiert hatten, zeigte der Rechtsfuß seine Klasse. Nervosität? „Wir hatten vor dem Spiel schon viel Anspannung“, räumte der Mann, durch dessen Treffer in der Relegation gegen Wolfsburg sich das Tor zur höchsten Spielklasse erst geöffnet hatte, ein. „Wir wussten nicht so recht, was auf uns zukommt.“
Zweikämpfe: 85 Prozent gewonnen – Pässe: 73 Prozent angekommen
Doch wie selbstverständlich und gar nicht wie ein Neuling spulte Curda auf der rechten Schiene sein Pensum ab. Aggressiv gegen den Ball mit am Ende 85 Prozent gewonnenen Zweikämpfe, konstruktiv im Spiel nach vorne mit 73 Prozent angekommenen Pässe, vier Flanken und drei Torschüssen – Top-Werte, ehe wie bei vielen nach der Pause auch beim Anführer die Kräfte etwas schwanden. Das eigene Fazit: „Die zweite Halbzeit haben wir ein bisschen hergegeben, haben aber gut verteidigt, was völlig okay ist.“ 0:0 blieb es am Ende – ein Anfang ist gemacht.
Von Trainer Ralf Kettemann als Kapitän im Amt bestätigt worden war unter der Woche Felix Götze. Weil dieser aber nach Achillessehnenproblemen zum Auftakt noch fehlte, trug in Mainz Stellvertreter Curda die Binde. Dies und die Tatsache, dass die wochenlange Ungewissheit über seinen Verbleib unter allen Beteiligten rund ums Spiel des Aufsteigers kein Thema war, mögen die Sorgen der Anhänger, eine Säule des wachsenden Teams könnte noch wegbrechen, verringern. „Wir sind uns sehr sicher, dass wir alle unsere Leistungsträger behalten“, hatte Sport-Geschäftsführer Sebastian Lange in der vergangenen Woche festgehalten. Endgültige Gewissheit freilich wird es auch beim SCP07 erst mit dem Schließen des Transferfensters geben.
Ausschließen wollte Lange, der zu Wochenbeginn noch Akteure aus dem zweiten Glied zwecks Spielpraxis anderswo „parken“ möchte, nicht, dass es weiteren Zuwachs geben wird, bevorzugt im Abwehrbereich. Dort allerdings hätten es Jano ter Horst, Tjark Scheller und Mattes Hansen in der neu formierten Dreierkette weitgehend ordentlich gemacht. „Die drei hinten waren sehr konzentriert“, lobte Lange, der nach weiteren Backups sucht, „sie haben klar und einfach gespielt. Ein guter Auftakt. Für uns ist es super, dass wir einen Punkt haben. Das macht uns Mut für das Heimspiel gegen den nächsten Top-Gegner.“ Nächsten Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen den SC Freiburg.
