Hoffenheim wappnet sich für den Fall, dass sich der angedachte Transfer von Bremens Jens Stage zerschlägt und steigt in das Rennen um das belgische Edeltalent Nathan de Cat ein.
20 Millionen Euro für 17-Jährigen aufgerufen
Seit Wochen zieht sich der angedachte Kauf von Bremens Jens Stage hin. Hoffenheim hat den Dänen wegen seines ähnlichen Profils als Nachfolger des nach Stuttgart gewechselten Grischa Prömel auserkoren. Doch ein erstes Angebot wohl unter zehn Millionen Euro lehnte Werder kategorisch ab und verlangt demnach eine Ablöse in der Größenordnung von 15 Millionen Euro plus X für den 29-Jährigen, der noch zwei Jahre in Bremen unter Vertrag steht und der in den zurückliegenden beiden Spielzeiten dort der torgefährlichste Spieler war.
Hoffenheim wiederum ist sich längst mit Stage einig und hofft darauf, dass sich der Bundesliga-Konkurrent noch bewegt und sich beide Parteien aufeinanderzubewegen. Doch es herrscht Stillstand. Und da kommt Nathan de Cat ins Spiel. Zuerst hatte Bild über das Interesse aus Hoffenheim berichtet, das deckt sich mit kicker-Recherchen, wonach sich auch die TSG mit dem erst 17 Jahre alten Jungstar von RSC Anderlecht befasst und die Rahmenbedingungen abklopft, um den enorm umworbenen Mittelfeldspieler zu bekommen.
Der Hintergedanke ist dieser: Sollte Bremen auf seinen Forderungen bestehen, wäre ein stattlicher Millionenbetrag wegen Stages fortgeschrittenen Alters größtenteils eher nicht refinanzierbar. Sollte stattdessen die Möglichkeit bestehen, für ein wenig mehr Invest einen hochgehandelten Perspektivspieler zu bekommen, dessen Marktwert trotz des vergleichsweise hohen Preises noch deutliches Steigerungspotenzial bietet, wäre das Geld womöglich sinnvoller angelegt.
Tränen bereits nach Saisonende
Natürlich ist de Cat noch kein fertiger Profi und wird in Belgien bislang eher als Sechser eingeordnet. Doch da hat sich die TSG mit Platzhirsch Leon Avdullahu und den Talenten Luis Engelns und Cajetan Lenz bereits gut aufgestellt. Demnach wird de Cat auch eher als Achter gesehen, der entsprechend statt Stage die von Prömel hinterlassene Kaderlücke füllen könnte.
Trotz seines jungen Alters bringt der bereits 1,92 Meter große Athlet eine stattliche Körperlichkeit und auch einige Erfahrung mit. De Cat kam beim Tabellenvierten Belgiens immerhin zu 36 Liga- und fünf Europacup-Einsätzen. Nach der Saison hatte das in Vilvoorde geborene Eigengewächs bereits Abschiedstränen vergossen, weil klar ist, dass der Rohdiamant seinen Heimatklub nun ein Jahr vor Vertragsende verlassen und den nächsten Karriereschritt anstreben wird.
BVB-Spur verliert sich – Auch der VfB ist dran
Dem Vernehmen nach sind zahlreiche Klubs interessiert, darunter auch Schwergewichte wie etwa der FC Liverpool oder Borussia Dortmund. Auch der VfB Stuttgart wird genannt. Die Spur zum BVB aber verlor sich zuletzt, weil der BVB in Jobe Bellingham einen ebenfalls noch jungen Spieler ähnlichen Profils in seinen Reihen hat und diese Investition nicht zusätzlich tätigen will.
Zudem drang nun durch, dass sich de Cat und sein Management ohnehin eher einen „Sprungbrett-Klub“ kleinerer Kragenweite mit einem ruhigen Umfeld als nächsten Step umschauen. Deshalb könnte Hoffenheim als klassischer Aus- und Weiterbildungsverein durchaus Chancen haben.
Es stellt sich allerdings die Frage nach der Finanzierung, da Anderlecht wohl bereits 20 Millionen Euro aufruft für seinen Jungstar. Zu viel für die TSG. Sollte es aber gelingen, die Ablöse zu drücken und ein Konstrukt im Sinne des Spielers zu schaffen, wäre die Differenz zu der Stage-Investition womöglich gar nicht mehr so groß. Umso größer allerdings die potenzielle Wiederverkaufschance.
Man darf gespannt sein, wie sich der Poker an mehreren Fronten um die Besetzung der Hoffenheimer Achterposition noch entwickelt. Es darf davon ausgegangen werden, dass sich die TSG nicht nur mit diesen beiden Kandidaten befasst.
