Paderborns Neuzugang Rayan Philippe fehlt nicht viel zum großen Glück – findet er es ausgerechnet am Samstag gegen seinen Ex-Klub?
Warme Worte von Polzin für den Neu-Paderborner
Es fehlten nur Zentimeter zum Glück. In der Nachspielzeit beim 2:2 in Bremen nahm Rayan Philippe den Ball direkt, die Kugel aber ging an den Innenpfosten. Es wäre der „Lucky Punch“ gewesen, wie es Trainer Ralf Kettemann bezeichnete, und das erste richtige Lebenszeichen von seinem Stürmer, der im Sommer auf den letzten Drücker vom Hamburger SV zum SC Paderborn gewechselt war. Der Wunsch nach mehr Einsatzzeit hat sich noch nicht erfüllt, dabei stimmen die Ansätze bei dem Franzosen – für den es am Samstag zum schnellen und besonderen Wiedersehen mit dem HSV kommt.
HSV-Trainer Polzin schwärmt von Philippe
Merlin Polzin freut sich darauf. Als der Hamburger Trainer am Dienstag über Philippe sprach, kam er kaum aus dem Loben heraus. Der Angreifer war schließlich zunächst einer der Gewinner der HSV-Vorbereitung. „Rayan ist ein unglaublicher Spieler und sehr professionell in allem, was er macht“, schwärmt Polzin, „er kann unterschiedliche Gruppen verknüpfen. Auf dem Feld ist er mit seinen Waffen ein toller Spieler.“
Jedoch: Der späte Transfer von Fabio Vieira veränderte die Aussicht auf Einsatzzeit, am letzten Tag der Transferperiode folgte der Wechsel Philippes vom Vorjahresaufsteiger zum frischen Neuling. Der Haken bislang: Auch beim SCP muss sich der 25-Jährige, der am Freitag seinen Geburtstag feiert, erst einmal mit der ungeliebten Reservistenrolle begnügen. Nur ein Mal stand Philippe in der Startelf, viermal wurde er eingewechselt. Am 1. Spieltag war er noch als Joker für den HSV in Dortmund (0:2) eingesetzt worden.
„Natürlich möchte ich mehr spielen. Aber für mich ist alles neu: neuer Verein, neue Mitspieler, neuer Staff, neue Taktik.“ (Rayan Philippe über seine Anfangs- und Einsatzzeit beim SC Paderborn)
„Natürlich möchte ich mehr spielen“, sagt der Offensivmann, weiß aber auch: „Für mich ist alles neu: neuer Verein, neue Mitspieler, neuer Staff, neue Taktik.“ Ex-Coach Polzin ist dennoch überzeugt, dass der SCP mit Philippe einen guten Griff gemacht hat. Mehr noch: „Ich wünsche ihm nur das Allerbeste“, betont der Hamburger Trainer. „Er hat in Paderborn schon gezeigt, warum sie sich für ihn entschieden haben. Ich mag ihn als Typen einfach sehr, sehr gerne.“ Daran wird auch das Spiel am Samstag nichts verändern.
Torjubel gegen den HSV? Philippe würde sich zurückhalten
Und doch geht Philippe nun für den Gegner auf Torejagd. Wie jubelt er, sollte er am Samstag ausgerechnet gegen jenen Klub sein Tordebüt im Paderborner Trikot feiern, von dem er gekommen ist? „Ich würde mich zurückhalten“, erklärt der Angreifer, „weil Hamburg für mich immer noch auch mein Klub ist.“
Zu dem er nach der Saison womöglich zurückkehrt, schließlich ist er nur ausgeliehen, Paderborn besitzt eine Kaufoption in Höhe von rund fünf Millionen Euro. Die Vorbereitung hat er bei den Hanseaten absolviert, zunehmend verinnerlicht er nun die Spielidee der Ostwestfalen. „Es ist eine andere Art von Fußball, ein anderer Spielstil als in Hamburg“, analysiert Philippe, der Stürmer ist überzeugt: „Ich würde sagen, dass wir die gleiche Qualität haben.“
