Zweiter Einspruch erfolgreich: DFB hebt Sperre gegen Elversberg-Trainer Wagner auf

Die SV Elversberg hat alles versucht – und Erfolg gehabt: Aufstiegstrainer Vincent Wagner wird nun doch im ersten Aufeinandertreffen der Elversberger Bundesliga-Geschichte mit dem FC Bayern auf der Bank sitzen.

Nach Gelb-Roter Karte

Am Montag hatte der DFB einen ersten Einspruch der SV Elversberg gegen die Ein-Spiel-Sperre für Trainer Vincent Wagner abgelehnt. Begründung: Es handele sich bei dem Feldverweis um eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters, „an die auch die Sportgerichte grundsätzlich gebunden“ seien. Die Elversberger hatten trotzdem ein weiteres Mal Einspruch gegen die Sperre des Trainers eingelegt.

Dieser wurde am Freitag am DFB-Campus in Frankfurt mündlich verhandelt – mit dem entgegengesetzten Ergebnis. Das Sportgericht unter dem Vorsitz von Stephan Oberholz hob in einer mündlichen Verhandlung das vorangegangene Urteil auf. Damit entfällt auch die Sperre für das Spiel am Sonntag um 17.30 Uhr (LIVE! bei kicker) gegen den FC Bayern.

Dieses Urteil sei „die absolute Ausnahme“, sagte Oberholz, und nur deshalb möglich, weil der Schiedsrichter einen Irrtum eingeräumt habe. Wagner dankte dem Referee für dessen Ehrlichkeit. „Ich bin froh, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wurde“, sagte er.

„Ich war vielleicht zu sensibel und habe die Situation falsch interpretiert.“ (Schiedsrichter Martin Petersen)

„Warum auch nicht? Die Bilder sprechen doch eine schöne Sprache. Die Leute mögen sich anschauen, was vor dem Platzverweis war, und das mit der Urteilsbegründung übereinanderlegen und dann ist doch alles entspannt“, hatte Wagner vorab gesagt, nachdem er beim 4:3 in Gladbach mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war. Er war nach einer Fehlentscheidung von Schiedsrichter Martin Petersen zunächst aufs Feld gelaufen (Gelb) und dann in der Pause erneut auf den Schiedsrichter zugelaufen: Gelb-Rot.

In der mündlichen Verhandlung am Freitag bezeichnete der per Video zugeschaltete Petersen den Platzverweis nun als Fehler. „Im Nachgang empfand ich meine Reaktion als unangemessen. Ich würde die Entscheidung nicht noch einmal so treffen. Ich war vielleicht zu sensibel und habe die Situation falsch interpretiert“, sagte der Unparteiische.

Auch der ehemalige Referee Marco Fritz, der in der DFB-Schiri GmbH für Regelfragen zuständig ist, sprach von einer Fehlentscheidung. „Ich kann nichts feststellen, was eine Gelb-Rote Karte rechtfertigt. Es ist offensichtlich, dass das Betreten des Feldes nicht respektlos erfolgte. Es ist nicht erkennbar, dass er die Stimmung aufheizen wollte. Mehr als eine Ermahnung sehe ich da nicht“, sagte Fritz.

 

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