Am 2. Spieltag der Bundesliga geht es für die Freiburger wieder zu einem Aufsteiger. Diesmal soll das aber erfolgreicher sein als in der Vorsaison.
SC surft bisher auf der Erfolgswelle
Den ersten Haken konnte Trainer Julian Schuster setzen: Das Bundesliga-Auftaktspiel gegen Bremen hat der SC Freiburg gewonnen (4:1), nachdem er vor einem Jahr mit einer unnötigen 1:3-Heimniederlage gegen Augsburg in die Liga gestartet war. Damals folgte ein Auswärtsspiel bei einem der Aufsteiger, dem 1. FC Köln, das der Sport-Club verdient mit 1:4 verlor. Jetzt geht es für die Freiburger am 2. Spieltag wieder zu einem Aufsteiger. Beim SC Paderborn (Samstag, 15.30 Uhr) wollen sie „von den Erfahrungen, die wir letztes Jahr machen mussten, profitieren“, erklärte Schuster. Sie würden helfen, „den Fokus auf das Wesentliche zu lenken“.
Schuster will sich nicht auf den Erfolgen ausruhen
Die ersten vier Pflichtspiele mit vier Siegen und 16:4 Toren würden zwar zu „einem guten Gefühl, guter Stimmung und einem guten Miteinander“ führen. Aber der SC-Coach sieht immer auch eine Gefahr in diesen Erfolgserlebnissen. „Die Schärfe und das Bewusstsein beizubehalten“, falle nach Niederlagen manchmal leichter als nach Siegen. „Die Spannung zu haben aus Momenten, in denen es nicht so läuft, und das Selbstvertrauen nach Siegen mitzunehmen – wenn man diese Mischung findet, ist man definitiv auf einem guten Weg.“
Das sei das Thema gewesen in dieser Woche und keinesfalls eine möglicherweise entstehende Euphorie angesichts des guten Starts, der bei manchem schon Träume vom zukünftig größeren internationalen Geschäft reifen lassen könnte. „Das Schöne am Fußball ist, dass geträumt und gesponnen werden darf. Das darf außerhalb passieren, und da amüsiere ich mich gerne drüber“, sagte Schuster, „aber in unserer täglichen Arbeit spüre und höre ich das hier nicht, nur wenn ich mit euch Journalisten rede oder in Pressekonferenzen.“
Er sei mit seinem Team beschäftigt gewesen, es „auf einen guten Aufsteiger vorzubereiten“. Denn für den SC-Coach ist Paderborn nicht Abstiegskandidat Nummer 1. Der Verein ist für ihn „verdient Teil der Bundesliga – es ist toll anzusehen, wie sie spielen“. Auch das 0:0 in Mainz am 1. Spieltag sei mehr als respektabel gewesen, „das ist dort nicht vielen gelungen“. Dazu komme im ersten Heimspiel der Paderborner auch noch „die Euphorie, die in der Mannschaft steckt, und mit großer Wahrscheinlichkeit auch im Klub und in der Stadt“.
Osterhage fehlt – Beste ist wieder fit
Aber die Freiburger reisen nicht nur selbstbewusst nach Ostwestfalen, sondern auch mit einer Personalsituation, in der laut Schuster „Details entscheiden, wer beginnen darf“. Nur Patrick Osterhage (muskuläre Probleme) fällt weiterhin aus. Niklas Beste hat sich wieder erholt, nachdem er beim Heimsieg gegen Bremen nach der ersten Hälfte ausgewechselt wurde, weil er sich nicht wohlgefühlt hat.
Angesichts der jüngsten Leistungen von Derry Scherhant und Jordy Makengo dürfte es für Vincenzo Grifo und Christian Günter auf der linken Seite schwierig werden, einen Startelfplatz zurückzuerobern. Die beiden 33-Jährigen sind die einzigen im aktuellen Kader, die beim letzten Bundesliga-Aufstieg der Freiburger in Paderborn vor zehn Jahren – durch einen 2:1-Sieg – dabei waren. Lukas Kübler und Schuster waren damals verletzt zu Hause. „Ich kann mich natürlich auch daran erinnern, auch wenn ich nicht vor Ort war“, sagte der jetzige SC-Coach, „das war ein wichtiger Meilenstein für uns, wenn man auf die letzten zehn Jahre zurückblickt.“ Denn die vielen Erfolge in den vergangenen Jahren wären sonst nicht möglich gewesen.
