Die Eisernen sind in die Vorbereitung gestartet und haben am Wochenende gleich zwei Testspielsiege eingeheimst. Erste Ansätze von Lustrinellis Spielidee wurden schon ersichtlich.
28 Tore in zwei Testspielen
Dass Union Berlin nach der verkorksten abgelaufenen Saison die Reset-Taste gedrückt hat und sich zukünftig auf und neben dem Platz einiges verändern wird, wurde bei der Vorstellung von Mauro Lustrinelli bereits deutlich. Der neue Trainer verfolgt eine andere, mutigere sowie offensivere Spielidee als seine Vorgänger. Das war nun ebenso am Wochenende bei den beiden Testspielen gegen den Oberligisten Rathenow (12:2) und den Landesklassen-Ligisten Lübben (16:0) erkennbar geworden.
Es ist verständlich, dass zu Beginn längst noch nicht alle Abläufe sitzen können und es einige Unstimmigkeiten bei der Kommunikation und den Laufwegen unter den Spielern gibt. Schließlich hat Lustrinelli erst vor wenigen Tagen damit angefangen, bei den Köpenickern vieles auf links zu drehen. Der Schweizer steht vor der Herausforderung, den Spielstil zu revolutionieren und so dem Verein gewissermaßen ein kleines Facelift zu verpassen – ohne dabei die eisernen Grundtugenden wie Kampfgeist, Leidenschaft und Zusammenhalt zu vernachlässigen.
Schnelle Abschlüsse anstatt viele Kombinationen
Dennoch: Union soll wieder attraktiver werden und sich in der Tabelle Schritt für Schritt nach oben arbeiten. Dazu soll der 50-Jährige vermehrt die eigenen Talente im Aufgebot fördern. Denn das wurde in den zurückliegenden Jahren bei den Berlinern weitestgehend außer Acht gelassen. Bei den Testspielen in Rathenow und Lübben wurden einige Youngsters gleich eingesetzt, so machte unter anderem der 16-jährige Linus Güther mit einigen gelungenen Aktionen auf sich aufmerksam.
Dabei mussten sich die Akteure gleich auf eine neue Formation einstellen, was keine große Überraschung darstellte. Wie bereits beim Schweizer Überraschungsmeister FC Thun ließ Lustrinelli seine Schützlinge in einem 4-4-2 und einem 4-2-3-1 auflaufen. Und auch aus taktischer Sicht waren gleich mehrere Veränderungen zu sehen. Die Hauptstädter attackierten früh, setzten auf schnelle Balleroberungen und ein aggressives Gegenpressing. Auf der anderen Seite sollte es im Vorwärtsgang zügig nach vorne gehen, anstatt den Ball ewig lange in den eigenen Reihen zu halten. Ein weiteres Stillmittel stellten die vielen Distanzschüsse dar, die beispielsweise unter Ex-Trainer Steffen Baumgart eher Mangelware waren.
Kommende Tests in Chemnitz und Jena
Natürlich sind die Testspiele in erster Linie dafür da, um taktische Dinge einzustudieren sowie die richtigen personellen Puzzle-Teile zu finden und zusammenzusetzen. Dafür waren die beiden unterklassigen Klubs noch kein Gradmesser. Die Qualität der Kontrahenten wird sich aber im Laufe der Vorbereitung sukzessive steigern. So stehen alsbald die Duelle mit den Regionalligisten Chemnitz und Jena auf dem Programm. Dann dürfte Union Berlin mehr gefordert werden …
