Beim SV Werder Bremen will man nach einer schwachen Saison nichts schönreden: Amos Pieper geht dabei schon jetzt voran – und will das auch in der neuen Saison.
„Wieso war das so?“
Dass in dieser Bundesliga-Saison 32 Punkte zu Platz 15 und damit zum Klassenverbleib für den SV Werder Bremen reichten, hat nicht nur Amos Pieper mit großer Erleichterung vernommen: „Wir sind mit einem ganz, ganz dicken blauen Auge davongekommen.“
Der Verteidiger warnt, man müsse diese Spielzeit als „mahnendes Beispiel“ am Osterdeich betrachten: „Es muss, glaube ich, einiges passieren“, so der 28-Jährige weiter. In der Aufarbeitung, aber vor allem in der Neuausrichtung in diesem Sommer.
Pieper stellt in diesem Zusammenhang viele unbequeme Fragen – zunächst in Richtung Kabine: „Warum, wieso war das so? Warum sind wir vermeintlich so spät erst zusammengerückt, so spät erst eine Mannschaft geworden, so spät erst in den entscheidenden Spielen so aufgetreten?“
Pieper: „Eine richtige Identität hatten wir nicht“
Zudem geht sein Blick zur Trainerarbeit – angesichts der spielerischen Bremer Ausrichtung, die sich irgendwann dann auch der schlechten Tabellensituation angepasst habe: „Eine richtige Identität hatten wir die ganze Saison über nicht, weil wir es einfach zu lange nicht gut gemacht haben auf dem Platz.“
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Und dann ist da noch das Management, das nun gefordert sei, Antworten zu liefern, insbesondere bei Piepers Frage: „Wie sieht nächstes Jahr die Mannschaft aus? Das brennt allen, die es mit Werder halten, auf der Seele, dass wir das so früh wie möglich wissen.“
Je früher, desto besser. „Das würde uns dieses Jahr guttun, damit wir schneller zusammenwachsen können“, so Pieper weiter: „Ich weiß, dass die Verantwortlichen da auf Hochtouren arbeiten.“
Leopold zu Werder nicht heiß
Der Werder-Profi verweist dabei auch auf die zwei bereits vollzogenen Verpflichtungen von Kenny Quetant und Chuki. Die Spur zum gehandelten 96-Profi Enzo Leopold als weiterer Neuzugang gilt dabei indes nicht als heiß, andere Klubs haben da bessere Karten. Am Mittwoch steigt auch der neue Kaderplaner Markus Pilawa am Osterdeich ein, der bislang noch nicht ins Transfergeschehen eingebunden war.
Was Pieper „froh“ stimmt, ist wiederum, dass „wir im Sommer so viel Zeit haben, wo so viel passieren kann – nur das muss es dann auch“. Mit Spielern, „die sich hier auch auf längere Sicht sehen“, soll der Turnaround wieder gelingen, hofft der Verteidiger.
Er selbst wird sicher ein Teil dieses Ensembles sein, Pieper hat erst in der abgelaufenen Saison seinen Vertrag verlängert – und will dann auch in einer Führungsrolle wirken: „Das muss man schon mit Leistung festigen. Aber ich versuche, im Sommer topfit und mental frisch reinzukommen und vorzuleben, was wir die nächsten Jahre brauchen.“
