Nach der Gala: Warum bei Bayer gesunde Skepsis regiert

Gegen Leipzig zeigt Bayer neben Spielkunst auch Leidenschaft und springt auf Platz 4. Dennoch treten die Protagonisten auf die Euphoriebremse. Weil Skepsis angebracht ist, ob das essenziell wichtige Feuer bis zum Saisonende brennt.

Rolfes tritt die Euphoriebremse

Es war eine Partie, in der Bayer 04 alles das zeigte, was man von einer Top-Mannschaft sehen möchte: filigrane Spielkunst, aber auch kämpferische Leidenschaft. Gerade Letztere war der Elf von Kasper Hjulmand in den vergangenen Wochen abgesprochen worden. Da war dann vom fehlenden Feuer die Rede. Wovon Hjulmand erst nichts wissen wollte, dieses dann aber selbst bei der Pressekonferenz am Donnerstag in den Fokus rückte – und das seine Mannschaft beim 4:1 gegen Leipzig in bester Form zeigte.

Dabei profitierte die Werkself auch von dem späten 3:3-Ausgleich, den zuvor der VfB Stuttgart am Nachmittag bei 1899 Hoffenheim erzielt hatte, wodurch Bayer die Chance geboten bekam, am Samstagabend beide direkte Konkurrenten mit einem Sieg zu überholen und auf Rang 4 zu springen. Ein zusätzlicher Push, wie alle Beteiligten nachher einräumten.

Stuttgarts Ausgleich bei Hoffenheim gab Bayer einen Push

„Es war super für uns“, sagte Zehner Ibrahim Maza, der als Einfädler und Triebfeder überzeugt hatte, „dann hat der Trainer uns nochmal gut angeheizt und gesagt: Jetzt liegt es an uns. Und heute haben wir auch gut gesehen, wie jeder das wollte, wie sehr wir es wollen, uns für die Champions League zu qualifizieren.“

Auch Hjulmand selbst wollte diesen Effekt nicht in Abrede stellen: Man habe sehr, sehr scharf und mit sehr viel Feuer in dieser Woche gearbeitet, erzählte der Trainer und gab dann zu: „Und natürlich gibt es auch einen Push, wenn ich eine Stunde vor dem Spiel in die Kabine gehe und sage: 3:3 in Hoffenheim, mit einem Sieg sind wir da!“

Die Gala gegen Leipzig – Initialzündung oder Strohfeuer?

Nun stellt sich zum einen die Frage, warum Bayer zuletzt nicht einmal beim glücklichen 2:1-Sieg im Derby beim 1. FC Köln auch nur annähernd diese Leidenschaft auf den Platz bringen konnte. Und zum anderen, ob es sich bei der Gala gegen Leipzig um eine Initialzündung oder ein Strohfeuer handelt. Sind doch in dieser Saison mit hoher Verlässlichkeit auf starke Leistungen enttäuschende Auftritte gefolgt.

Dementsprechend schwingt selbst bei Torjäger und Dreifach-Torschütze Patrik Schick ein gesundes Maß an Skepsis beim Blick auf die beiden finalen Spieltage mit. „Heute haben wir eine wirklich gute Leistung gezeigt. Und wenn wir so auch nächste Woche in Stuttgart und danach gegen Hamburg spielen, dann bin ich sicher, dass wir die Champions League schaffen“, sagte der Mittelstürmer, um dann allerdings kritisch anzumerken: „Aber wir müssen das wiederholen. Und ich hoffe, wir schaffen das.“

Schick erklärt seine Skepsis: „Nach einer guten Leistung machen wir kein gutes Spiel“

Der 30-Jährige formuliert nur die Hoffnung, spricht aber nicht von absoluter Überzeugung. Wofür es auch gute Gründe gibt, die vor allem in Bayers Unbeständigkeit liegen. Sodass sich niemand in Leverkusen sicher sein kann, dass Körpersprache und Wille auch am nächsten Samstag in Stuttgart wieder so zu sehen sein werden. „Leider gibt es bei uns in dieser Saison viele Ups und Downs“, räumt Schick ein, „nach einer super Leistung machen wir kein gutes Spiel.“ Und fügt an: „Ich glaube, dass jetzt alles offen ist.“

Alles offen. Kein Wort, das Überschwang oder Euphorie nach dem Sprung von Rang 6 auf Platz 4 dokumentieren würde. Das erreichte Etappenziel soll und darf jetzt nicht zu einem erneuten Runterschalten führen, mit dem Bayer in dieser Saison so oft zu kämpfen hatte. Vielmehr fordert Maza eine noch schärfere Herangehensweise. „Jetzt müssen wir sogar noch heißer rangehen an die nächsten Spiele, weil jetzt wird es sogar noch mal, ich will nicht sagen schwieriger, aber jetzt liegt es wirklich an uns. Wenn wir es wirklich wollen, dann schaffen wir es auch, hoffe ich.“

Rolfes möchte von einer veränderten Ausgangslage nichts wissen

Und so meiden sie in Leverkusen jegliche Parolen sowie Kampfansagen und möchten auch nichts von der rechnerisch deutlich verbesserten Ausgangslage und dem Rollenwechsel vom Jäger zum Gejagten wissen. Weil man sonst offensichtlich einen erneut einziehenden Müßiggang befürchtet.

„Nein, nein, nein, wir haben ja nichts erreicht.“ (Simon Rolfes)

Folglich betont Simon Rolfes: „Nein, wir sind weiter der Jäger. Wir jagen weiter die Qualifikation zur Champions League. Da hat sich nichts geändert heute.“ Und selbst auf den Hinweis, dass sich die tabellarische Ausgangslage allerdings geändert habe, erwiderte der Geschäftsführer: „Nein, wir haben einen Sieg, aber wir brauchen zwei weitere.“

Und so stemmt sich Rolfes gegen jeden Anflug, dass in der Kabine die Stimmung entstehen könnte, Bayer habe den entscheidenden Schritt in die Champions League bereits gemacht. „Nein, nein, nein, wir haben ja nichts erreicht“, sagt der Manager und betont, dass die Champions-League-Plätze „am letzten Spieltag vergeben“ werden. Weil auch Rolfes weiß, wie wankelmütig Bayer 04 in dieser Saison bislang aufgetreten ist.

 

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