Nach Bergamo ist vor Berlin und Bundesliga-frei: Vincent Kompany über die anstehende Pause und die Hoffnung beim FC Bayern.
Die Bayern vor der entscheidenden Saisonphase
Auf Vincent Kompany und Kollegen warten nun, also ab Montag circa, die schlimmsten anderthalb Wochen des Jahres. Voller Ungewissheit und Bangen und nervösem Hin- und Herschalten zwischen den Länderspielen der eigenen Schützlinge, die sich um Gottes Willen bloß nicht verletzen dürfen vor der wichtigsten Phase der Saison.
Vor ziemlich genau einem Jahr waren Kompany die Spieler links und rechts weggebrochen, und im Viertelfinale gegen Inter Mailand spielte plötzlich kein Alphonso Davies mehr, kein Dayot Upamecano. Und Raphael Guerreiro auf der Zehn. Was natürlich überhaupt nicht gegen Raphael Guerreiro zu verstehen ist, aber Guerreiro ist eben kein Jamal Musiala oder Serge Gnabry. Oder Lennart Karl, aber der kickte da noch U 17.
So gut, wie die Bayern sich gegen den Dortmund-Schreck Atalanta gerade zweimal verkauft haben (im Rückspiel übrigens ohne Musiala und mit Guerreiro auf der Zehn!), wird Kompany nun hoffen, dass ja nichts mehr schiefgeht bis zum Hinspiel in Madrid in rund drei Wochen.
Zweimal wird davor auch noch Bundesliga gespielt, aber selbst der von Spiel zu Spiel denkende Trainer des FC Bayern dürfte das Bernabeu – ohne es jemals zuzugeben – dabei jederzeit im Hinterkopf haben. Weil es nach der Pflicht (Meisterschaft) jetzt allmählich an die Kür (Pokal, Champions League) geht. Und all die guten Leistungen und bevorstehenden Torrekorde sollen selbstverständlich auch vergoldet werden.
Spielmacher Musiala zum Beispiel will dabei nach Möglichkeit helfen, noch ist der Dribbelkünstler nach einer Schmerzreaktion im Sprunggelenk aber auf Individualtraining angewiesen. „Er soll jetzt, wenn er wieder einsteigt, bis zur WM weitermachen können“, sagt Kompany über seine Nummer 10 und will keinerlei Druck aufbauen. „Sorgen mache ich mir überhaupt nicht, aber das ist ein Prozess, der ein bisschen Zeit braucht.“
„Christoph und ich haben letztes Jahr High-Five gemacht.“ (Kompany über die Länderspielpause)
Sorgen macht sich der Trainer womöglich nur ein bisschen mit Blick auf die kommende Woche, Sportvorstand Max Eberl und CEO Jan-Christian Dreesen hatten am Mittwoch bereits ihr Unbehagen mit Blick auf die Länderspielpause kundgetan. „Ich verstehe das Gefühl von Max und Jan“, meint Kompany und grinst. „Christoph (Freund) und ich haben letztes Jahr High-Five gemacht: ‚Top, alle sind fit, jetzt dürfen wir eine Woche ein bisschen Pause machen, und dann geht’s richtig los!'“
Und dann fehlten plötzlich allerlei Stammspieler, was sogar zu einer angedrohten Klage führte. „Das haben wir natürlich nicht selbst unter Kontrolle“, weiß Kompany, er kann schließlich nur zusehen und hoffen, aber: „Es gibt einen großen Unterschied zu letztem Jahr.“ Ein gar nicht unerheblicher: „Letztes Jahr waren es alles Pflichtspiele.“ Die Nations League stand auf dem Programm, sowohl in Europa als auch in Kanada. „Jetzt sind das fast nur Freundschaftsspiele. Viele Trainer haben schon entschieden, dass die Jungs wahrscheinlich keine zwei Spiele machen, das ändert viel… Deswegen hoffe ich, dass jetzt für uns alles gut läuft.“
