Warum Hoeneß noch keine Königsklassen-Ansage macht

Nach dem ungefährdeten 4:0 gegen Wolfsburg spricht immer mehr dafür, dass der VfB Stuttgart nächste Saison ein drittes Mal in Serie international spielt. Doch auch aufgrund der Vorsaison ist bei Trainer Hoeneß Zurückhaltung die Devise.

Nach Stuttgarter „Millionen-Wochenende“

Sebastian Hoeneß ist kein Freund markiger Ansagen. Der Trainer des VfB Stuttgart ordnet die Dinge gerne analytisch ein und das war nach dem 4:0 gegen den VfL Wolfsburg am Sonntagnachmittag auch so. „Viel Spielfreude, viel Zug zum Tor“, hatte Hoeneß gesehen. Und eine Partie, die durch die Treffer von Deniz Undav und Doppelpacker Jamie Leweling spätestens zur Pause entschieden war.

Die Chancen auf Europa sind weiter gestiegen

Ganz nebenbei verliefen die Partien der direkten Konkurrenz (mit Ausnahme RB Leipzigs) ganz im Sinne der Schwaben. Bayer Leverkusen kam gegen Mainz 05 nicht über ein 1:1 hinaus, die TSG Hoffenheim unterlag überraschend dem FC St. Pauli mit 0:1. Heißt: Der VfB zog punktetechnisch mit den drittplatzierten Kraichgauern gleich und setzte sich mit nun sechs Zählern Vorsprung ein ganzes Stück weit von Bayer auf Rang sechs ab, auch wenn Leverkusen noch ein Nachholspiel als Trumpf hat.

Die Chancen wachsen, dass der VfB nächste Saison ein drittes Mal in Serie international spielt – zumal er ja sowohl über die Europa League als auch den DFB-Pokal weitere Eisen für die Qualifikation im Feuer hat. Doch speziell mit Blick auf das UEFA-Koeffizientenranking kann die Distanzierung von Bayer noch dazu führen, dass der 24. Spieltag im Nachgang zu einem „Stuttgarter Millionen-Wochenende“ wird. Denn nach wie vor ist ein fünfter Champions-League-Startplatz für Deutschland 2026/27 denkbar, wenngleich die Spanier den europäisch agierenden Bundesliga-Vertretern ziemlich auf die Pelle gerückt sind.

„Ihr kennt mich: Das ist für mich noch zu früh“

Und die Unterschiede zwischen Königsklasse und Europa League sind in Sachen Prämien nun einmal gigantisch, wenngleich auch der „kleine“ Schwesterwettbewerb zweifelsohne einen enormen Reiz für den VfB hat. Zeit für eine Ansage also? Mitnichten, findet Hoeneß und erklärte nach dem sonntäglichen Triumph mit einem Lächeln auf die Frage, ob es einer öffentlich formulierten Zielsetzung bedarf: „Ihr kennt mich schon 100 Bundesligaspiele hier in Stuttgart, das ist für mich noch zu früh. Ich glaube nicht, dass es uns helfen würde, irgendwas herauszuposaunen. Wir sind bis hierhin gut gefahren, auch in der Vergangenheit, den Fokus nicht zu verlieren. Dabei bleibe ich.“

Womöglich steckt dahinter auch die Erfahrung aus der Vorsaison. Da nämlich sprang der VfB dank eines 4:0 gegen den SC Freiburg auf (Königsklassen-)Rang 4, brach aber dann ein und verspielte seine glänzende Ausgangsposition noch. Hoeneß hielt sich auch damals mit Ansagen zurück, doch natürlich war im Januar eine gewisse Euphorie ausgebrochen. Die dann im Nachgang des ernüchternden Champions-League-Ausscheidens gegen Paris Saint-Germain irgendwo ins Gegenteil umgeschlagen sein muss. Zumindest war das Team über Monate nicht mehr in der Lage, konstant über 90 Minuten Leistung zu zeigen, immer wieder streute es schwache Halbzeiten ein, für die es keine so rechte Erklärung gab.

Gerade die Innenverteidigung wirkt stabiler

Wobei aktuell zur Wahrheit auch gehört: Im Moment spricht nichts für einen Einbruch. Der Kader wirkt in der Breite deutlich stärker besetzt und gerade die Innenverteidigung wirkt mit dem nun an die Mehrfachbelastung gewöhnten Jeff Chabot, der gegen Wolfsburg passen musste, und Ramon Hendriks, der sich zu einem Abwehrmann von gehobener Klasse entwickelt hat, wesentlich stabiler. Vergangenes Jahr stellte diese Position nach den Verkäufen von Waldemar Anton und Hiroki Ito nach der sensationellen Vize-Meisterschaft noch die Achillesferse dar.

Hoeneß tut dennoch gut daran, den Ball flachzuhalten. Mit dem Ringen um die WM-Plätze und den drei Hochzeiten, auf denen seine Mannschaft noch tanzt, sind schon genügend Ablenkungsfaktoren da. Und an dem grundsätzlichen Prinzip des Leistungssports, immer nach dem Maximum streben zu wollen, verändern markige Worte ohnehin nichts. Das stellt auch der 43-Jährige klar: „Dass wir mit dieser Marschroute dennoch höchst ambitioniert unterwegs sind, ist sichtbar. Deswegen gibt es daran aus meiner Sicht nichts zu verändern.“

 

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