Tabellenschlusslicht Heidenheim ist an diesem Wochenende zu Gast beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund. Die Trauben hängen unfassbar hoch für die Mannschaft von Frank Schmidt, doch hat man speziell in Dortmund bereits sensationell punkten können – das ist allerdings schon eine Weile her.
Schmidt mit flammendem Appell
Als Vorbild wird sich der FCH nicht Inter Mailand heraussuchen, wie Schmidt schmunzelnd auf die Frage eines Journalisten reagierte und sagte, dass es sicherlich Unterschiede geben werde in diesem Spiel am Sonntag: „Wir sind nicht Inter Mailand.“ Vielleicht orientiert man sich in Heidenheim doch eher an dem Spiel gegen den FC St. Pauli als potenzielle Blaupause, schließlich hat der FCH-Konkurrent im Keller äußerst unglücklich, erst durch einen Elfmeter in der fünften Minute der Nachspielzeit, mit 2:3 beim BVB verloren.
Die Voraussetzungen sind in dieser Saison gänzlich andere als noch in der Premierensaison. Damals schwang unter anderem die Aufstiegseuphorie der Heidenheimer mit, die letztlich ein 2:2 aus dem Ruhrgebiet mitgenommen haben. Das ist lang her, aktuell weiß Schmidt, wie schwierig die Dortmunder zu bezwingen sind. „Der BVB hat die zweitwenigsten Gegentore nach Bayern München, es ist extrem schwierig, ein Tor gegen sie zu erzielen“, so Schmidt.
Häufig sind die Chancen da, es nutzt sie nur niemand
„Wir brauchen nicht drumherumreden: Das wird eine sehr schwierige Aufgabe für uns“, weiß Schmidt. Er selbst denke gerne in Chancen, und in der Analyse sei man im Nachgang dann ehrlich zu sich selbst. „Da sieht man dann, dass wir Dinge nicht permanent gut machen, was der Gegner dann bestraft“, so Heidenheims Trainer. Bei allen Diskussionen aber solle man nicht die Qualität der Gegner vergessen, die in der Bundesliga immens sei. Und auch beim 0:3 gegen Leipzig hätte seine Mannschaft die Möglichkeit gehabt, einen Treffer zu erzielen. „Das heißt dann nicht, dass wir gewonnen hätten, aber es hätte die Chancen erhöht“, sagt der FCH-Trainer. Ein weiteres Beispiel holt er mit der Partie gegen den 1. FC Köln (2:2) hervor. Damals hätte man das 3:1 machen können, wenn nicht gar müssen. „Und das sind dann die Gründe, warum wir die Spiele nicht gewinnen und zu wenig Punkte haben“, so Schmidt.
In seinem Chancen-Denken ist er dann geblieben: „Ich bin schon früh so gepolt gewesen: Egal, wie schwierig die Aufgabe erscheint, es gibt eine Chance, etwas zu holen.“ So auch in Dortmund. Man könnte auch fragen, so Schmidt: „Warum fahren die da überhaupt hin? Aber das lasse ich nicht zu. Ich glaube immer an Dinge im Fußball, an die keiner glaubt“, so Schmidt.
Flammender Appell des Trainers
Wenn die Mannschaft so voller Ehrgeiz ist, wie Frank Schmidt selbst, dann müsste man den Heidenheimern eigentlich noch einiges zutrauen. Die Pressekonferenz nutzte er noch einmal für einen flammenden Appell: „Wir sind zwei Punkte vom Relegationsplatz entfernt und ich habe schon das Gefühl, dass da bereits aufgegeben wird. Wir dürfen uns nicht beeinflussen lassen. Wir müssen an uns glauben. Wir müssen uns steigern, müssen uns verbessern. Das will ich von meiner Mannschaft sehen“, so Schmidt. Da müsse jeder mitgehen.
Vielleicht bringt ja Eren Dinkci diese Power mit. Ihn hat man kurz vor Ende des Transferfensters vom SC Freiburg auf Leihbasis zurück an die Brenz geholt. In der erfolgreichen Bundesliga-Premierensaison war er maßgeblich daran beteiligt, dass der FCH den achten Platz und damit die Qualifikation für die Conference League erreicht hat (elf Tore und sechs Vorlagen). Und er weiß noch, wie sich ein 2:2 im Dortmunder Stadion anfühlt.
