Ein paar Jahre ist es erst her, da ärgerte Borussia Mönchengladbach den FC Bayern regelmäßig und erarbeitete sich den Ruf als Angstgegner. Jetzt taugt dieser Bundesliga-Klassiker nur noch als Generalprobe für den FCB.
Rotiert Kompany gegen Gladbach?
Es gibt noch immer Zahlen und Daten, die darauf hindeuten, dass der FC Bayern oft genug Probleme mit Borussia Mönchengladbach gehabt hat. Zum Beispiel 143 Gegentore in der Bundesliga-Geschichte, gegen niemanden sonst hat der deutsche Rekordmeister so viele kassiert. Und die jüngste Siegesserie gegen die Borussia von fünf Dreiern am Stück gab es sonst nur nach dem gemeinsamen Bundesliga-Aufstieg 1965. Nummer sechs am Freitagabend wäre also eine Bestmarke für die Münchner in diesem Duell.
Auch 28 Niederlagen gegen die Borussia sind für die Bayern Negativrekord. In nicht allzu ferner Erinnerung ist zudem das 0:5-Pokaldebakel in der Saison 2021/22, die höchste Niederlage in diesem Wettbewerb für den Rekord-Pokalsieger. Doch die Vorzeichen haben sich längst gedreht, die Borussia rutschte tabellarisch in den vergangenen Jahren mehr und mehr ab, die Münchner manifestierten ihre Position als Deutschlands Nummer 1.
Die jüngsten fünf Partien gewannen die Münchner, die letzten drei davon ohne Gegentor. Wobei: Das 3:0 im Hinspiel im Borussen-Park liest sich deutlicher, als es war. Davor gab es ein 2:0 am 33. Spieltag der vergangenen Saison in der Allianz-Arena, das zum Thomas-Müller-Abschiedsspiel vor seinen Fans wurde. Richtig vernichtet haben die Bayern die Gladbacher also auch nicht. Ob wenigstens dieser Fakt Spannung für Freitag verspricht?
Lässt Kompany einspielen oder rotieren?
Bei den Münchnern stellt sich die Frage, wie Trainer Vincent Kompany zwischen Dortmund und Bergamo aufstellt. Sechs Tage nach dem 3:2-Sieg beim Tabellenzweiten und vier Tage vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League in der Lombardei besteht kein Grund zur Belastungssteuerung. Gibt er dennoch einigen Spielern aus der zweiten Reihe Einsatzminuten oder lässt er die Top-Elf sich weiter einspielen?
Für die erste Variante spricht, dass die Mannschaft noch immer nicht die Top-Form aus dem Herbst hat, sich zu leicht zu viele Gegentore einfängt und dies ab jetzt richtig kostspielig werden kann. Variante zwei wäre gegen aufkommende Unzufriedenheit bei einzelnen Spielern, etwa Lennart Karl, der zuletzt zweimal über die volle Spielzeit von der Ersatzbank aus zuschauen musste.
Karl ist neben Serge Gnabry und Jamal Musiala einer von drei Kandidaten für die Zehnerposition. Die meisten anderen Stammplätze sind vergeben. Auch an Manuel Neuer, wenn er fit ist. Der Kapitän könnte das Spiel gegen Mönchengladbach gut als Testlauf vor der Reise nach Bergamo gebrauchen, fehlte er zuletzt doch zweimal wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade.
