Gerade einmal 28 Bundesligaspiele hat Noahkai Banks bislang bestritten. Sein Talent ist unbestritten, es wird den 19-Jährigen ziemlich sicher in eine Nationalmannschaft führen. Nur welche?
FCA-Verteidiger begehrt
Noahkai Banks stand auch am vergangenen Freitag beim 2:0-Sieg des FC Augsburg gegen den 1. FC Köln im Fokus. Hinten erledigte der Innenverteidiger seinen Job zuverlässig-souverän. Zudem schaltete er sich gemäß Matchplan immer wieder mit nach vorne ein und bereitete mit einem beherzten Lauf über die rechte Seite sowie anschließender Flanke das 1:0 durch Rodrigo Ribeiro vor.
„Ich hab erzählt, Du hast Scheiße gespielt“, gönnte sich Alexis Claude-Maurice einen Spaß, als er seine Fragen in der Mixed-Zone beantwortet hatte und an den wartenden Banks übergab. Stimmte natürlich nicht, der Franzose war voll des Lobes gewesen: „Ich bin nicht überrascht, habe schon letzte Saison gesehen, dass er ein richtig gutes Potenzial hat. Er ist ein Verteidiger, der es mag zu dribbeln, nicht nur zu verteidigen. Er kommt aufs nächste Level und hat eine große Zukunft vor sich.“
Darin sind sich beim FC Augsburg alle einig. Als Achtjähriger kam Banks, der in Honululu auf Hawaii geboren wurde, zum FCA. Vom TSV Dietmannsried im Allgäu, wohin es die Familie gezogen hatte. Die Mutter Deutsche, der Vater US-Amerikaner. Ein Musterbeispiel für gelungene Talentförderung, über die Fußballschule war Banks entdeckt worden.
Die WM in den USA lockt, die Karriere ist lang
Mittlerweile gehört Banks zu den Leistungsträgern beim FCA und dürfte selbst nach der Rückkehr der verletzten Chrislain Matsima und Jeff Gouweleeuw seinen Platz sicher haben. „Noki kann teilweise Finten, die ein Innenverteidiger in der Regel nicht drauf hat, er hat super Tempowechsel in seinem Spiel, spielt immer abgeklärter“, lobt auch Trainer Manuel Baum.
Das ist natürlich auch den USA aufgefallen, die den 1,93 Meter großen und 92 Kilogramm schweren Modellathleten Banks für ihr Nationalteam gewinnen wollen. Und damit auch schon für die Weltmeisterschaft im eigenen Land in knapp drei Monaten. Ein Traum, der zum Beschleuniger für die erhoffte große Karriere werden könnte, zumal mit der Aussicht zu spielen und nicht „bloß“ Kadermitglied zu sein.
Doch so leicht macht es sich Banks nicht. Schließlich könnte er auch für Deutschland spielen, auch wenn es zu Bundestrainer Julian Nagelsmann noch keinen Kontakt gegeben haben soll, er bislang nur bei der U 21 von Antonio Di Salvo auf dem Radar steht. „Ich bin noch am Entscheiden, weiß, dass eine WM ansteht. Aber ich habe eine lange Karriere vor mir, deshalb will ich es nicht von einem Turnier abhängig machen“, erklärt der Spieler.
Diese „wichtige Entscheidung“ wolle er nicht alleine treffen, sondern „mit meiner Family und paar Leuten, die mir wichtig sind. Eine Deadline will ich mir nicht setzen, ich lasse mir Zeit, entscheide in aller Ruhe.“ Das Thema könnte nach kicker-Informationen vor der kommenden Länderspielphase richtig heiß werden.
Beim FCA gibt es Personen, die ihm zur Weltmeisterschaft mit den USA raten. Vermutlich nicht ganz uneigennützig, denn Banks könnte schon im Sommer bei einem entsprechenden Angebot eine hohe Ablöse einbringen. „Wir haben die Hand drauf, es besteht keine Gefahr“, sagt Sportdirektor Benni Weber mit Blick auf den bis 2029 laufenden Vertrag von Banks. „Es ist eine große Freude zu sehen, wie er sich entwickelt, wie viele entscheidende Momente er hat. Er wird wahrscheinlich mal in einem sehr großen Verein spielen.“ Und bald in einer Nationalmannschaft. Nur welcher?
