Dieser Neuzugang hat nach außen wie nach innen alle überrascht. Im kicker spricht Hoffenheims Tscheche Vladimir Coufal über seinen Transfer, seine Form, die Premier League, West Ham, seine Landsleute und Kollegen Hranac und Hlozek sowie über die WM.
Hoffenheims Überraschung exklusiv
Aus Hoffenheims Trainingslager im spanischen Girona berichtet Michael Pfeifer
Vladimir Coufal, im Sommer vertragslos, war nach dem Knöchelbruch von Valentin Gendrey geholt worden – und schlug bei der TSG Hoffenheim voll ein. In der neuen kicker-Rangliste des deutschen Fußballs hat es der 33-Jährige unter den Außenverteidigern auf Platz drei in der Internationalen Klasse geschafft. Hier spricht er über …
… das Aus bei West Ham: „Sie fragen den Falschen, das müssen Sie West Ham fragen. Das war sehr traurig für mich und meine Familie und sehr hart, das zu akzeptieren, weil ich immer noch das Gefühl hatte, dem Klub und der Liga etwas geben zu können. Sie haben so entschieden.“
… seine Optionen: „Es war nicht so einfach, in die Bundesliga zu kommen. Mein Berater hatte Kontakt zu einigen Klubs, aber den meisten war ich zu alt.“
„Ich bin in der besten Verfassung, in der ich je war, und so fit wie noch nie.“ (Vladimir Coufal)
… seinen Start: „Ich war schnell überzeugt von dem Schritt zur TSG und von dem Projekt mit vielen jungen Spielern. Ich mag das, deshalb bin ich hier. Wir bauen etwas Gutes auf, wir spielen guten Fußball, und in einem erfolgreichen Team werden sich auch die einzelnen Spieler steigern. Ich bin sehr froh über die Entwicklung und dass die Leute meine Art zu spielen mögen.“
… seine Form: „Ich bin in der besten Verfassung, in der ich je war, und so fit wie noch nie. Unser Trainer ist sehr anspruchsvoll und fordernd. Er legt sehr viel Wert auf die konditionellen Basics. Es ist definitiv anstrengender als in England. Ich habe noch nie so intensiv trainiert – vielleicht in meinem ersten Jahr bei Slavia Prag, das war ähnlich. Wenn ich hoffentlich gesund bleibe, kann ich sicher noch zwei, drei Jahre auf diesem Niveau spielen.“
… seine Vertragsverlängerung: „Wir sind in Gesprächen. Aus fußballerischer Sicht würde ich gerne bleiben, aber da gibt es noch einige andere Aspekte, etwa meine Familie, die zurück in Prag ist, das war die beste Option für meine Kinder wegen der Schule und auch für meinen Sohn, der in der Nachwuchsakademie von Slavia Prag spielt. Ich pendele, so oft es geht, oder sie kommen mich besuchen. Aber es war für ein Jahr ausgelegt. Ich wusste auch nicht, wie es in Hoffenheim laufen würde. Ich hätte auch scheitern können, jetzt ist es eine andere Situation.“
… sein Saisonziel: „Mein Ziel ist, die Champions League zu erreichen. Das wäre eine Sensation für den Verein nach der vergangenen Saison.“
„Kaderabek? Mit Adam Hlozek und Robin Hranac bin ich enger.“ (Vladimir Coufal)
… seine Landsleute Hranac und Hlozek: „Es macht es einfacher, in einer neuen Umgebung, wenn du schon jemanden kennst. Ich kenne Adam Hlozek schon, seit er 16 ist und bei Sparta Prag begann. Wir spielten direkt gegeneinander, er Linksaußen, ich rechter Verteidiger. Slavia war das bessere Team damals, wir haben sie immer geschlagen. Adam ist ein sehr talentierter Junge, sehr stark, er kann Dinge initiieren, Tore schießen, vorbereiten, er muss sein Limit erst noch herausfinden, er spielt auf sehr hohem Niveau. Aber er muss gesund bleiben.“
… seinen Vorgänger Pavel Kaderabek: „Unser Verhältnis ist okay, wir respektieren uns. Wir waren die größten Konkurrenten, weil wir um eine Position in der Nationalelf konkurriert haben. Aber wir schreiben uns nicht jede Woche. Ich bin enger mit Adam und Robin Hranac.“
… die WM-Chancen: „Die Play-offs werden wohl schwieriger als die Gruppenphase, sollten wir es schaffen. Wir haben Irland und Dänemark, beides Heimspiele, ein Vorteil, aber das wird enorm schwer. Aber das muss unser oberstes Ziel sein. Für mich und einige andere Spieler wird es die letzte Chance sein, eine WM zu spielen. Unser Land war seit 20 Jahren nicht mehr bei einer WM, dafür werden wir alles geben.“
… seine Vorbilder: „Ich hoffe, dass ich ein Vorbild bin. Meine waren zuerst Paolo Maldini, später Sergio Ramos, auch Philipp Lahm, als er auf meiner Position spielte, da war er wirklich stark. In der Premier League Alexander-Arnold. Er ist viel jünger als ich, aber sein Pass- und Offensivspiel sind unglaublich. Ganz früher auch Cafu und Roberto Carlos.“
