Treffen sich die beiden besten Zweikämpfer der Bundesliga

Bei der Partie Stuttgart gegen den HSV am Sonntag prallen nicht nur Traditionsvereine aufeinander, sondern wahrscheinlich auch die besten Zweikämpfer der Bundesliga. Die Kombination war vor der Saison schwer zu tippen.

Irdisches Juwel Vuskovic gegen „RaMonster“ Hendriks

In dieser Woche musste Merlin Polzin zweimal ohne Luka Vuskovic auskommen, am Mittwoch und am Donnerstag. Das ist ein Szenario, an das sich in Hamburg Trainer und Teamkollegen mittelfristig gewöhnen müssen, idealerweise soll der Abwehr-Chef aber kurzfristig wieder zur Verfügung stehen.

Am Donnerstag wurde er im Inneren der Arena behandelt, während die Kollegen übten. Zwei Tage zuvor hatte der 19-Jährige einen Schlag abbekommen, wurde deshalb geschont. Ein Vorgang, der in jeglicher Hinsicht Sinn ergibt. Zur Erinnerung: Am Ostersamstag gegen Augsburg hatte Vuskovic gespielt, obwohl er erst in der Nacht zum Donnerstag aus den USA zurückgekehrt war. Für Kroatiens A-Nationalmannschaft hatte die Tottenham-Leihgabe gegen Kolumbien (2:1) und Brasilien (1:3) nahezu zwei komplette Spiele bestritten, war mit Jetlag in der Hansestadt eingetroffen.

Gegen den FCA wurde dann zweierlei deutlich: Das Abwehr-Juwel ist tatsächlich irdisch, kam nach den Strapazen und Belastungen der vorangegangenen Tage nicht an die eigene Leistungsgrenze. Aber: Auch ein müder Vuskovic hilft dem HSV, mit einer beherzten Balleroberung im Mittelfeld leitete er den Ausgleichstreffer von Ransford-Yeboah Königsdörffer ein.

Hendriks nutzte seine Maske nur für zehn Tage

Am Sonntag (17.30 Uhr, LIVE! bei kicker) steht für Vuskovic, wenn er fit wird, das Gipfeltreffen an. Klingt etwas merkwürdig, wenn der Tabellenvierte gegen den Zwölften spielt, ist aber so: Die besten Zweikämpfer der Bundesliga spielen nämlich nicht in München oder in Dortmund, sondern in Stuttgart und Hamburg. Diese Kombination war vor der Saison schwer zu tippen.

Vor Vuskovic (68,7 Prozent) liegt in dieser Statistik nur einer – und begegnen wird er ihm auf dem Platz wohl nur bei Standardsituationen. Diesem einen, dem schon sein Vater einst den Spitznamen RaMonster gab. Ramon Hendriks geht in der VfB-Defensive keinem Duell aus dem Weg. Anfang Januar brach er sich in Mönchengladbach die Nase, schon Tage später war er beim nächsten Spiel wieder dabei, mit Maske.

Die wiederum legte er nach zehn Tagen wieder ab, weil sie ihn störte. Hendriks‘ größten Stärken sind sein Tempo, seine Unerschrockenheit – und eben seine Zweikampfstärke. 88 seiner 127 Duelle in dieser Saison gewann er, 69,3 Prozent macht das: Nummer 1 der Liga.

Die erste Saison des Niederländers war noch ein Lehrjahr, er hatte vor allem technisch und taktisch Nachholbedarf und ergänzte vorrangig die defensive linke Bahn, wo Maximilian Mittelstädt gesetzt war. Dabei ist er eigentlich gelernter Innenverteidiger. Die gute Zweikampfquote von 61,8 Prozent fiel damals schon auf, hatte aber noch Luft nach oben.

Mittlerweile ist Hendriks sowohl in der Zentrale als auch links in der Abwehr im Einsatz. Längst zählt er zu den ersten zwölf, 13 Spielern im Kader, ist immer ein Kandidat für die Startelf. Zudem kann er auch in einem 3-4-3-System auf einer Halbposition in der Dreierkette oder davor auf der linken Außenbahn im Vierermittelfeld spielen.

Nicht nur Trainer Sebastian Hoeneß schätzt ihn. „Wir haben noch große Pläne mit Ramon“, sagte er Anfang Februar. Hendriks sei jetzt auf dem Level, auf dem der VfB ihn anderthalb Jahre zuvor bei der Verpflichtung perspektivisch gesehen habe. „Aber er kann auch das nächste und übernächste erreichen.“

Vuskovics Weg weg aus Hamburg ist vorgezeichnet

Ob er das beim VfB tut? Auch der BVB hat ein Auge auf den einstigen U-19-Nationalspieler geworfen, der noch bis 2028 gebunden ist. Auch internationale Klubs wie etwa Nottingham Forest scheinen interessiert.

In England könnte Hendriks in diesem Szenario abermals Vuskovic begegnen. Dass dessen Weg im Sommer, gewissermaßen im Eiltempo, weg aus Hamburg führen wird, ist nämlich vorgezeichnet. Noch bis 2030 ist er vertraglich an Premier-League-Klub Tottenham Hotspur gebunden. Dass er nach dreimaliger Leihe (vor Hamburg spielte er für Radomiak Radom in Polen und bei KVC Westerlo in Belgien) auch tatsächlich in der kommenden Spielzeit für die abstiegsbedrohten Engländer auflaufen wird, erscheint indes unwahrscheinlich angesichts der Interessensbekundungen diverser europäischer Top-Klubs.

Jüngst erhielt Vuskovic zum vierten Mal in dieser Saison die Trophäe für den „Rookie of the Month“ von der DFL. Damit stellte er den Allzeit-Rekord von Victor Boniface aus der Saison 2023/24 ein. „Luka“, sagt Mitspieler Nicolai Remberg voller Anerkennung, „ist ein Phänomen. Ich möchte immer sagen, er ist ein Weltstar, dabei ist er ja noch so jung.“ Zumindest scheint in Hamburg ein angehender Weltstar heranzureifen.

Das bewies Vuskovic auch im Hinspiel gegen Stuttgart (2:1), gewissermaßen im ersten direkten Vergleich der Zweikampfmonster. Die kicker-Note 2 erhielt er für seinen Auftritt, kein Spieler wurde besser bewertet. Dabei hatte er ausnahmsweise nur 43 Prozent seiner Duelle gewonnen – Hendriks (kicker-Note 3) dagegen imposante 89 Prozent. Was auch zeigt: Die Zweikampfquote allein ist eben nicht alles.

 

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