Im Sommer 2025 legte Thomas Kessler als Sportdirektor den Grundstein für die aktuelle Saison des 1. FC Köln. Nun steigt der 40-Jährige beim Aufsteiger in die Geschäftsführung auf. Sein Vertrag wird ebenso verlängert wie der von Finanz-Chef Philipp Türoff.
Auch Türoff verlängert
Es war ein ordentliches Tauziehen – aber eines, an dessen Ende beide Seiten gewonnen haben. Der 1. FC Köln befördert Thomas Kessler vom Sportdirektor zum Geschäftsführer Sport. Damit finden die Vertrags-Verhandlungen zwischen dem 40 Jahre alten Ex-Profi und dem im September neu gewählten Vorstand um Präsident Jörn Stobbe ein versöhnliches Ende. Kessler erhält einen Vertrag bis 2028, im gleichen Atemzug wird der Kontrakt mit Finanz-Geschäftsführer Philipp Türoff bis 2029 ausgedehnt.
- Der FC hat sich gegen Chaos entschieden – und Kessler das Vertrauen verdient (k+)
„Den Weg vom Jugendspieler bis in die Verantwortung als Geschäftsführer Sport dieses besonderen Vereins gehen zu dürfen, ist für mich ein großes Privileg und zugleich eine enorme Verpflichtung“, wird Kessler in einer Klub-Mitteilung zitiert. In den vergangenen Monaten habe er gemeinsam mit seinem Stab und dem Vorstand „eine klare sportliche Ausrichtung und Struktur erarbeitet. Jetzt geht es darum, diese Inhalte konsequent mit Leben zu füllen und nachhaltig weiterzuentwickeln.“
Ulf Sobek, im Vorstand zuständig für den Sport, sagt: „Thomas Kessler lebt den Anspruch des 1. FC Köln jeden Tag – mit hoher Identifikation, klaren Zielen und dem festen Willen, sportliche Leistung und Vereinswerte miteinander zu verbinden. Darüber hinaus befähigen ihn neben seiner großen fachlichen Kompetenz seine herausragenden kommunikativen Fähigkeiten für die Rolle des Geschäftsführers. Ich freue mich sehr auf die weitere, vertrauensvolle Zusammenarbeit.“
Ein „kölscher Jung“ wird FC-Chef
Mit Kessler steigt ein echter „kölsche Jung“ in das oberste operative Gremium der Geißböcke auf. Der gebürtige Kölner wurde in der Jugend des FC ausgebildet und stand mehr als ein Jahrzehnt am Geißbockheim unter Vertrag – lediglich unterbrochen von kurzen Leih-Stationen zum FC St. Pauli und Eintracht Frankfurt. Nach seinem Karriereende 2020 stieg er als Trainee ein und wurde 2021 Leiter der Lizenzspielerabteilung. Im Sommer vergangenen Jahres übernahm er nach der Trennung von Sport-Geschäftsführer Christian Keller die Verantwortung im fußballerischen Bereich auf der neu geschaffenen Stelle des Sportdirektors, stieg aber zunächst nicht in die Geschäftsführung auf – bis jetzt.
Bereits im Präsidentschafts-Wahlkampf hatten alle angetretenen Parteien eine Beförderung Kesslers versprochen. Nach seiner Wahl hatte Präsident Stobbe erneut betont: „Es ist klar, dass auch der Sport in der Geschäftsführung vertreten sein sollte.“ Bei den Gesprächen ließen sich die Beteiligten allerdings Zeit – und nährten immer wieder aufkommende Zweifel, der Schritt in die Geschäftsführung könne noch scheitern.
Türoff wird Sprecher der Geschäftsführung
Anders gelagert ist die Situation bei Türoff. Der 49-Jährige arbeitete unter anderem schon für SAP, Red Bull und Birkenstock, seit Januar 2022 verantwortet er die Bereiche Finanzen und Administration beim FC. Türoff gilt als einer der Architekten der finanziellen Gesundung des noch vor wenigen Jahren stark angeschlagenen Traditionsklubs. Nun wird Türoff zum Sprecher der dreiköpfigen Geschäftsführung.
FC-Präsident Jörn Stobbe betont die „große Umsicht und Fachkompetenz“, mit der Türoff die Geißböcke in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stabilisiert habe. „Seine Arbeit ist das Fundament, auf dem wir uns sportlich wieder entwickeln können.“
Türoff bekräftigt: „Ich bin sehr gerne beim FC und vollkommen überzeugt, dass wir mit Mut, Fleiß und guten Ideen in Zukunft noch viel mehr erreichen können. Mit der Planungssicherheit werden wir die nächsten Schritte und vor allem auch langfristigen Projekte gemeinsam konsequent vorantreiben.“
Personelle Kontinuität soll stabilisieren
Damit sind alle drei Geschäftsführer des 1. FC Köln bis 2028 an den Klub gebunden. Erst im Mai 2025 war Philipp Liesenfeld als Nachfolger des zuvor ausgeschiedenen Markus Rejek in dieses Gremium aufgestiegen – und besetzt seitdem den Bereich Marketing und Vertrieb.
„Der 1. FC Köln braucht auf den entscheidenden Positionen Ruhe, Verlässlichkeit und eine klare gemeinsame Vision“, unterstreicht Stobbe und erklärt: „Wir haben in den vergangenen Monaten intensiv daran gearbeitet, unsere Ideen mit denen der Geschäftsführung abzugleichen und ziehen jetzt bei allen Themen an einem Strang. Dass Vorstand und Geschäftsführung geschlossen bis mindestens 2028 an der Zukunft des FC arbeiten, ist ein starkes Signal der Stabilität nach innen und außen. Wir sind davon überzeugt, dass personelle Kontinuität ein wichtiger Schlüssel sein wird, um unsere ambitionierten Ziele nachhaltig zu erreichen.“
