Vor dem Duell mit dem HSV am Samstag hat Freiburgs Trainer Julian Schuster fast den kompletten Kader zur Verfügung und einige harte Entscheidungen zu treffen. Der einzige Afrika-Cup-Teilnehmer will im Konkurrenzkampf auch keine Zeit verlieren.
Viele umkämpfte Positionen
Beim furiosen 4:3 im Jahresfinale in Wolfsburg waren noch einige Freiburger Profis ausgefallen, U-23-Abwehrspieler Karl Steinmann durfte den 20er-Spieltagskader komplettieren. Neben dem Langzeitverletzten Daniel-Kofi Kyereh (Reha nach Kreuzbandriss im Februar 2023), dem kaum noch berücksichtigten Maximilian Philipp und dem dritten Torwart Jannik Huth fehlten aus dem 27er-Profi-Aufgebot auch die Innenverteidiger Philipp Lienhart und Max Rosenfelder, die Offensivkräfte Niklas Beste und Eren Dinkci sowie Afrika-Cup-Teilnehmer Cyriaque Irié.
Irié hat sich gestern Abend mit Burkina Faso durch die 0:3-Niederlage im Achtelfinale gegen die Elfenbeinküste aus dem kontinentalen Titel-Wettstreit verabschiedet. Bei der finalen Niederlage stand der wuchtige Offensivspieler links außen in der Startelf und wurde in der 71. Minute ausgewechselt. Zuvor wirkte er beim 2:0-Sieg in der Gruppe gegen den Sudan 59 Minuten lang als Rechtsaußen mit, nachdem der Freiburger in den ersten beiden Spielen gegen Äquatorialguinea (2:1) und Algerien (0:1) als Joker eingesetzt worden war.
Auf einen kurzen Sonderurlaub verzichtet Irié nun laut SC-Sportdirektor Klemens Hartenbach. Der Linksfüßer möchte offenbar keine Zeit verlieren, sondern so schnell wie möglich in den harten Konkurrenzkampf im Team von Julian Schuster einsteigen, nachdem er in seinem ersten halben Jahr in Freiburg fast gänzlich von einer Malaria-Infektion ausgebremst worden war.
Durch die vier Einsätze für Burkina Faso hat der für 8,5 Millionen Euro aus Troyes gekommene Sommerzugang, der bisher nur am 1. Bundesliga-Spieltag Pflichtspielminuten für den SC gesammelt hat, zumindest ein bisschen Rhythmus aufgenommen. Das Spiel am Samstag gegen den HSV dürfte für Irié, der mit Blick auf seine jüngsten Belastungen wieder beim SC integriert wird, aber wohl eher noch zu früh kommen.
Rosenfelder trainiert wieder voll mit
Ähnlich sieht es bei Rosenfelder aus. Der Shootingstar der vergangenen Saison trainiert zwar seit dem Jahresauftakt am Freitag wieder voll mit der Mannschaft, dürfte aber noch etwas Zeit benötigen. Das Eigengewächs hatte sich am 6. Dezember, beim 1:2 in Heidenheim, einen Muskelfaserriss im rechten hinteren Oberschenkel zugezogen.
Lienhart dürfte hingegen gute Chancen haben, seinen Stammplatz in der Innenverteidigung gegen den HSV wieder einzunehmen. Der österreichische Nationalspieler wurde wegen Leistenproblemen auch in Heidenheim und im folgenden Europa-League-Spiel gegen Salzburg (1:0) vorzeitig ausgewechselt und fehlte dann gegen Dortmund (1:1) und in Wolfsburg. „Er hat eine Entzündung im Körper, die sich auf die Muskulatur auswirkt“, hatte Trainer Schuster damals zum Ausfall Lienharts erklärt. Die Entzündung ist über den Jahreswechsel nun aber vollständig auskuriert worden.
Beste im Aufwind
Auch Beste (nach fiebrigem Infekt zum Jahresende) und sein Kumpel Dinkci, der allerdings wegen Hüftproblemen und später wegen einer Muskelblessur zwölf der letzten 13 Spiele verpasste, befinden sich wieder im Rennen um die Startelf- und Kaderplätze. Insgesamt hat Schuster vor dem Spiel gegen den berühmten Aufsteiger aus Hamburg personell wieder die Qual der Wahl.
Rund um Abwehrchef Matthias Ginter und Sechser Maximilian Eggestein, die bisher als einzige SC-Akteure in allen 24 Pflichtspielen in der Startelf standen, gibt es einige sehr umkämpfte Positionen, die Schuster und seinem Trainerstab mal wieder harte Entscheidungen abfordern werden.
