Nachdem es in der Hinrunde kaum Ausfälle gab, müssen die Freiburger in der Rückrunde auf einige Stammspieler verzichten – auch am kommenden Sonntag in Frankfurt.
Sport-Club fehlen drei Verteidiger und zwei gesperrte Offensive
Am Donnerstagabend hat SC-Trainer Julian Schuster die Play-offs der Europa League angeschaut und dabei erstmals Szenen des am Freitagmittag fürs Achtelfinale zugelosten Gegners KRC Genk gesehen. „Da trifft man immer auf Qualität, egal gegen wen es geht. Aber wir haben sportlich die Qualität, uns das klare Ziel zu setzen, dass wir eine Runde weiterkommen möchten“, sagte der SC-Coach. Auch wenn der potenzielle andere Gegner weniger Arbeit in der Vorbereitung bedeutet hätte, weil die Freiburger in der Ligaphase schon in Bologna gespielt haben, freute sich Schuster über das Los: „Das Tolle ist doch international, neue Orte bereisen zu können.“
In Frankfurt hat der Sport-Club in der Bundesliga hingegen schon 21-mal gespielt (sechs Siege, drei Unentschieden, zwölf Niederlagen), kennt sich dort also aus. Und dennoch war auch die Spielvorbereitung auf das Auswärtsspiel bei der Eintracht (Sonntag, 17.30 Uhr, LIVE! bei kicker) mit Mehraufwand verbunden, da sie nicht mehr den gleichen Trainer hat wie im Hinrunden-Duell, das 2:2 endete.
Den neuen spanischen Kollegen Albert Riera kennt Schuster noch nicht persönlich. „Aber was ich gesehen habe, nehme ich ihm zu hundert Prozent ab, er wirkt maximal authentisch, und das überträgt sich auf eine Mannschaft“, meinte der SC-Trainer. „Man sieht, mit welchem Mut sie von hinten rausspielen, und auch in engen Situationen Lösungen finden. Dazu brauchst du die Unterstützung des Trainers.“ Der FC Bayern hatte beim 3:2-Sieg gegen die Eintracht vergangenes Wochenende „mit dem hohen Mann-gegen-Mann-Pressing teilweise Probleme, weil es die Frankfurter gut gelöst haben“, sagte Schuster.
Eine stabilisierte Defensive und „klare Prinzipien in der Offensive, die auf der einen Seite für Disziplin sorgen, auf der anderen Seite auch gewisse Freiräume schenken“, hat er bei den Frankfurtern beobachtet. „Es ist erkennbar, dass sie Qualität bei den Abschlüssen haben, und sie haben viele Positionswechsel im Zentrum.“ Deswegen fordert er von der eigenen Mannschaft „stabil und positiv zu bleiben, was die gemeinsame Herangehensweise angeht“, und einmal mehr „leidenschaftlich und gut zu verteidigen“.
Das defensive Personal ist allerdings weiterhin begrenzt. Philipp Lienhart trainiert nach seiner Bauchmuskelverletzung zwar immer mehr mit, „ist aber noch keine Option für Sonntag“. Lukas Kübler tastet sich nach einer Knieverletzung erst ran und Max Rosenfelder (Muskelverletzung im Oberschenkel) ist für mehrere Wochen draußen. Außerdem muss der Sport-Club am Sonntag auch noch auf den gelbgesperrten Rechtsaußen Niklas Beste und den offensiven Mittelfeldspieler Johan Manzambi verzichten, der noch ein Spiel seiner Rotsperre absitzen muss.
In der Tabelle liegt Freiburg als Siebter zwei Punkte vor dem Achten Frankfurt und kann sich weiter Hoffnungen machen, auch kommende Saison international auf Reisen zu gehen. „In dieser Phase der Saison wäre es sicherlich verkehrt, einen Tabellenplatz verteidigen zu wollen“, sagte Schuster dazu, dass ein Unentschieden reichen würde, um weiter vor der Eintracht zu bleiben. „Grundsätzlich ist es wichtig, die Spiele so zu planen, dass wir sie gewinnen können. Dann ist es eine logische Konsequenz, dass sie uns nicht überholen.“
