Rosige Aussichten: Wird Kleindienst wieder zur großen Nummer?

Monatelang war er ausgefallen, ehe er behutsam erste Schritte zum Comeback gehen konnte. Die Hoffnung ist, dass Tim Kleindienst für Borussia Mönchengladbach in der neuen Saison wieder zur großen Nummer avanciert. Die Aussichten sind rosig.

Borussias Mittelstürmer kämpft sich zurück

Mit seinem ersten Testspiel-Auftritt für Borussia Mönchengladbach gegen Rot-Weiss Essen ist Tim Kleindienst nun endgültig in der Sommervorbereitung angekommen. Gegen den Wuppertaler SV eine Woche zuvor hatte der Mittelstürmer auf eigenen Wunsch noch eine individuelle Trainingseinheit vorgezogen, beim 2:1 gegen den Fast-Aufsteiger in die 2. Liga (Tore: Hugo Bolin und Wael Mohya) wirkte Kleindienst aber mit. 33 Minuten stand er auf dem Feld, ehe Trainer Eugen Polanski ihn in der Pause planmäßig auswechselte.

Wie wichtig Kleindienst für Gladbach ist, beweisen die von höchster Anerkennung geprägten Sätze seines Trainers. „Tim ist ein absoluter Fixpunkt im Team“, sagt Polanski. „Jedes seiner Worte hat großes Gewicht. Seine Präsenz auf dem Feld ist enorm wichtig für uns.“ Dazu sei der 30-Jährige stets „ein wertvoller Ansprechpartner für mich“.

Kleindiensts Testspiel-Auftritt gegen Essen ist ein weiterer Schritt zurück zu jenen Zeiten, als der Angreifer noch Borussias Bester in der Offensive war. Nach seinem Wechsel 2024 vom 1. FC Heidenheim an den Niederrhein erzielte er 2024/25 in 31 Ligaspielen 16 Tore für Gladbach, neun Vorlagen inklusive. Sechs Einsätze in der Nationalmannschaft kamen hinzu, in denen er mit vier Treffern glänzte. Er klammerte sich bis zuletzt an seine WM-Hoffnung, doch nach monatelangem Ausfall reichte allein schon der Fitnesszustand letztlich nicht aus für eine Nominierung des damaligen Bundestrainers Julian Nagelsmann.

Kleindienst hatte in erster Linie aufgrund gravierender Knieprobleme nahezu die komplette Spielzeit 2025/26 verpasst (drei Liga-Einsätze, null Tore). Die Leidenszeit – abgehakt. Kleindienst will in Gladbachs Angriff wieder zur großen Nummer werden.

Der einst von der TSG Hoffenheim ausgeliehene Haris Tabakovic (jetzt bei Salzburg) ist weg. Sein ärgster Konkurrent in der Spitze dürfte Sommerzugang Isac Lidberg heißen, der in der 2. Liga für Darmstadt 98 ein Tor nach dem anderen schoss (32 Treffer in 64 Spielen innerhalb von zwei Jahren), es bei der Borussia nun aber mit dem Mann zu tun bekommt, der die Mannschaft gegen Essen als Kapitän aufs Feld führte. Ab dem 1. Spieltag soll das auch im Alltagsgeschäft Bundesliga wieder dauerhaft der Fall sein.

Anspruch an Führungsspieler

Wobei es sich die Kader-Verantwortlichen um Sportchef Rouven Schröder zum Ziel gesetzt haben, das Ensemble bewusst um Spieler mit Führungsqualitäten zu ergänzen (aus Hannover kam der bisherige 96-Kapitän Enzo Leopold) respektive von bereits vorhandenem Personal erwarten, sich dahingehend zu entwickeln. „Andere Spieler müssen nach und nach wachsen“, betont Schröder.

Das ist allein schon deshalb zwingend notwendig, da sich mit Rocco Reitz (Leipzig) und Yannik Engelhardt (Freiburg) zwei Anführer verabschiedet haben. Mit beiden wird es ein frühes Wiedersehen geben: Im ersten Auswärtsspiel gastiert Gladbach in Leipzig, im zweiten in Freiburg.

 

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