Riera vor seinem Debüt in Berlin: „Ich spiele keine Lotterie, ich hasse das“

Am Freitagabend feiert Albert Riera an der Alten Försterei gegen Union Berlin seine Premiere als Eintracht-Coach – und trifft auf einen Gegner, der auf einen komplett anderen Fußball setzt. Spannung verspricht die Torwartfrage.

Was für Kaua Santos spricht

Die Partie bei Union Berlin wird für Albert Riera zur Feuertaufe im Hexenkessel. An der Alten Försterei verloren die Eisernen keines der jüngsten zehn Freitagsspiele. Allerdings: Für die letzte und einzige Heimniederlage an diesem Wochentag sorgte ausgerechnet Eintracht Frankfurt: Im September 2019 schossen Bas Dost und André Silva einen 2:1-Auswärtssieg heraus. Insgesamt ist die Frankfurter Bilanz in Berlin mit zwei Siegen, zwei Remis und zwei Unentschieden ausgeglichen.

Ganz anders sieht die persönliche Bilanz von Union-Coach Steffen Baumgart aus: In neun Duellen holte er gegen die SGE fünf Siege und drei Unentschieden, kassierte lediglich eine Niederlage. Nur gegen Frankfurt sammelte er in der Bundesliga bereits 18 Punkte. Beide Mannschaften stehen 2026 noch ohne Sieg da, es ist also reichlich Druck auf dem Kessel. Der sich auch an der Seitenlinie entladen könnte: Riera und Baumgart leben von ihrer Emotionalität.

Blühen Götze, Doan und Co. jetzt auf?

Seine Spielidee hat Riera bereits bei seiner Vorstellungspressekonferenz am Dienstag klar umrissen. Abzuwarten bleibt, wie viel die Mannschaft davon bereits nach wenigen Trainingseinheiten und langen Schulungen umsetzen kann. Der Spanier möchte, dass seine Spieler möglichst wenig zurück passen und sich permanent anbieten. Unter Dino Toppmöller hielt sich so mancher Profi vor allem im Mittelfeld gerne mal im Deckungsschatten auf, statt sich anzubieten. An schlechten Tagen entstand zuweilen der Eindruck, dass sich der eine oder andere wegduckt.

Im Angriffsdrittel gelang es wiederum zu selten, Überzahlsituationen in Ballnähe herzustellen. Mangels Tempo leben technisch versierte Spieler wie Mario Götze oder Ritsu Doan vom Kombinationsspiel. Insofern ist es nur allzu logisch, das zu forcieren. Götze und Doan steckten zuletzt im Formtief, ein hochveranlagter Youngster wie Jean-Matteo Bahoya ebenso. Auch Fares Chaibi ist im Grunde ein guter Kicker. Sie könnten von der spanischen Schule profitieren. Nach Pep Guardiola und Xabi Alonso ist Riera überhaupt erst der dritte spanische Trainer in der Bundesliga.

Hohe Bälle? Riera will keine „Lotterie“

Die Gefahr: Wenn die Abläufe noch nicht sitzen, drohen Ballverluste in gefährlichen Zonen. An der Alten Försterei erwartet die Eintracht ein Gegner, der bevorzugt mit hohen, langen Bällen agiert. Riera mag diesen Stil nicht. „Wenn der Ball in der Luft ist, ist das eine 50:50-Lotterie. Ich spiele aber keine Lotterie, ich hasse das. Wir haben einen komplett anderen Stil. Wenn wir den Ball haben, werden wir versuchen, sie laufen zu lassen.“

Er will die Spielweise der Unioner aber keineswegs herabwürdigen: „Im Fußball existiert nicht der beste Weg. Sie glauben daran und für sie funktioniert es.“ Wenn seine Spieler alle 1,90 Meter groß seien, würde er vielleicht genauso spielen lassen. Riera räumt ein, dass er sich für seine Premiere in der Bundesliga lieber einen anderen Kontrahenten gewünscht hätte: „Das ist wahrscheinlich nicht der beste Gegner fürs erste Spiel.“ Sein Team werde viel zurücklaufen müssen, um zweite Bälle zu gewinnen. „Aber wir haben sie analysiert und sind bereit für diese Aufgabe.“

Rieras erste Tage in Frankfurt sind pickepackevoll. Das bekommt auch die Mannschaft zu spüren. Die Besprechung vor dem Abschlusstraining dauerte eineinhalb Stunden. Die Meetings beendet er erst, wenn er auf den Gesichtern der Spieler ein „Strahlen“ sieht – als Zeichen, dass sie die Inhalte begriffen haben. „Wir haben nicht viel Zeit, ich gab ihnen viele Informationen und alle Tools, die sie auf dem Platz brauchen. Wir haben uns auf alle Situationen vorbereitet, die uns morgen erwarten.“ Die Pressekonferenz konnte deshalb erst mit 39-minütiger Verspätung beginnen.

Spannende Torwartfrage: Kaua Santos oder Zetterer?

Personell lässt er sich nicht in die Karten schauen und verrät auch nicht, wer am Freitagabend im Tor stehen wird. Kaua Santos agierte zuletzt völlig verunsichert und überfordert, ist aber vom Potenzial her der beste Frankfurter Torhüter. Die Alternative heißt Michael Zetterer, der vor Weihnachten aber ebenfalls schwächelte.

Riera wiederholte, was er schon bei seiner Vorstellung sagte: „Wir wollen wenig mit dem Torhüter spielen. Worin besteht die Hauptverantwortung eines Torhüters? Es geht nicht darum, dem Stürmer Tore aufzulegen oder den besten Pass zu spielen, sondern um Torverhinderung. Ich will dem Torhüter keine zusätzliche Verantwortung aufbürden.“

Diese Aussage spricht eher für Kaua Santos, der – Selbstvertrauen vorausgesetzt – auf der Linie und im Herauslaufen eindeutig besser ist als der mit dem Fuß stärkere Zetterer. Im Kern geht es um die Frage, ob der Brasilianer mental stark genug ist, die schwierigen letzten Wochen abzuschütteln und selbstbewusst aufzutreten. Oder ob Zetterer kurzfristig mehr Seriosität und Verlässlichkeit bietet.

 

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