Prass erklärt Formanstieg – und irritierenden Jubel

In Österreich hielt er Graz im Titelrennen, nun schießt Alexander Prass die TSG Hoffenheim wieder zurück in die Erfolgsspur Richtung Champions League. In Heidenheim sorgt er aber auch mit seinem Torjubel für Wirbel.

Hoffenheimer gelingt zweiter Doppelpack seiner Karriere

Wenn der eine Österreicher fehlt, springt eben ein anderer ein. Der erkrankte Cheftrainer Christian Ilzer konnte den Auswärtssieg in Heidenheim nur aus der Distanz begleiten. Doch zu seiner Entstehung hatte der 48-Jährige dennoch einen wesentlichen Beitrag geleistet, indem er Landsmann Alexander Prass in die Startelf beförderte und mit der eher unüblichen Rolle als Rechtsaußen beauftragte. Diese Rechnung ging vollends auf.

Ilzers gutes Bauchgefühl

„Da hatte der Cheftrainer ein gutes Bauchgefühl, eine goldrichtige Entscheidung“, befand hinterher auch Sportgeschäftsführer Andreas Schicker, der im Gegensatz zu Ilzer den zweiten Doppelpack in Prass‘ Karriere vor Ort erleben konnte. Das war dem Linksfüßer nämlich schon einmal in der Heimat in einem enorm wichtigen Spiel gelungen. Damals hatte Prass auf dem Weg zur Meisterschaft mit zwei Treffern entscheidend mitgeholfen, dass Sturm Graz im Spiel bei Titelverteidiger und Verfolger RB Salzburg (2:2) den Drei-Punktevorsprung hielt, am Ende hatte Graz den Serienmeister entthront.

„Wir müssen schauen, dass wir auch am Ende da oben stehen“

Womöglich leistete der 24-Jährige nun einen wesentlichen Beitrag, um am Ende tatsächlich unter den ersten Vier einzulaufen und damit Hoffenheims zweite Champions-League-Teilnahme zu sichern. „Wir müssen schauen, dass wir da oben bleiben und auch am Ende der Saison da oben stehen“, hofft Prass. „Wir sind in einer Phase, in der jeder Punkt sehr wichtig sein kann, speziell Siege natürlich, man sieht es, die direkten Konkurrenten Stuttgart und Leverkusen haben nur unentschieden gespielt, jetzt haben wir wenigstens wieder ein bisschen Vorsprung, es sind nicht mehr so viele Spiele. Aber wir dürfen nicht zu sehr auf die Tabelle schauen.“

Prass erklärt die Bebou-Aktion

Wie neulich schon in Bremen (2:0) war Prass auch in Heidenheim mit seinem starken linken Fuß der Türöffner und zirkelte den Ball mit Wucht und Präzision zur Führung ins Netz (26.) und legte unmittelbar vor der Pause mit einem überlegten Beinschuss das wichtige 2:0 nach. Der ursprünglich mal als eher Defensivkraft für die linke Seite eingeplante Prass griff diesmal als Rechtsaußen enorm wirkungsvoll an und hätte bei weiteren Gelegenheiten (64., 90.) sogar noch mehr Tore schießen können.

„Aber das wäre schon ungewöhnlich gewesen, es ist ein schönes Gefühl und nicht so üblich für mich zu treffen in der Bundesliga. Umso besser, dass es gleich doppelt geklappt hat“, freute sich Prass, der nach einer eher schwierigen Hinrunde im neuen Jahr immer besser in Form und zur Geltung kommt. „Ich fühle mich gut, ich glaube, man merkt es mir an, dass ich wieder befreiter bin, viel Selbstvertrauen habe und wieder eine gewisse Lockerheit habe auf dem Platz. Das war zuvor ein bisschen abhandengekommen, auch der Rhythmus. Jetzt freue ich mich, wenn ich der Mannschaft helfen kann.“

Die zunächst im Stadion irritierende Jubel- und Trikotaktion nach dem 1:0 erklärte Prass so: „Ich juble Richtung der Heidenheimer Fans, was aber keine Provokation war. Das hat ihnen nicht gefallen, was ich verstehe, das war aber nicht böse gemeint“, versicherte der österreichische Nationalspieler. „Dann hat Albian das Trikot von Ihlas (Bebou, Anm. d. Red.) geholt und wir haben nach einer Fotografin unseres Medienteams gesucht, die war in diesem Fall dort vor der Kurve. Deswegen das Trikot in die Richtung gehalten, damit ein ordentliches Bild entsteht.“

Sonderlob von und für Ilzer-Vertreter Volz

Den bitteren Hintergrund erfuhren viele erst später: Bebous Frau hatte eine Fehlgeburt, die Hoffenheimer wollten so nur ihr Mitgefühl und ihre Verbundenheit ausdrücken. „Die Message war eine schöne. Es ging nur darum, Ihlas und seiner Family den Rücken zu stärken und zu zeigen, dass wir an ihn denken und es wichtigere Dinge gibt, als das Spiel“, erläuterte Prass. Der Schauplatz vor den gegnerischen Fans war „tollpatschig gewählt“, fand Moritz Volz, der diesmal seinen Chef Ilzer vertrat. „Die Jungs wollten sich solidarisch mit einem sehr geschätzten Kameraden und seiner Familie zeigen, deshalb finde ich es toll.“

Und für Prass hatte Volz auch noch ein Sonderlob parat: „Er hat immer gut trainiert und seine Einsatzzeiten gut genutzt, ich freue mich extrem für ihn, dass er sich mit zwei Toren belohnt hat“, erklärte Hoffenheims Interims-Chef. „Wir wissen immer, was wir an ihm haben, was er an Energie bringt, an Laufbereitschaft, im Defensivanschluss ist er super verlässlich, und heute hat er auch gezeigt, welche fußballerische Qualität er hat mit seinem linken Fuß.“ Der gab das Lob sogleich zurück. „Die Jungs, die Christian Ilzers Fußstapfen haben treten müssen, haben das sehr gut gemacht.“

 

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