Die Innenminister Herbert Reul und Armin Schuster hatten im kicker-Interview beim Thema Stadionsicherheit klare Worte gefunden. Dagegen wehrt sich nun der Dachverband der Fanhilfen.
Nach kicker-Interview
Der Dachverband der Fanhilfen e. V. wirft den Innenministern Herbert Reul (CDU) und Armin Schuster (CDU) vor, beim Thema Stadionsicherheit „weiter“ auf einem „populistischen Irrweg unterwegs“ zu sein. In einer Stellungnahme kritisiert der deutschlandweite Zusammenschluss von Fußball-Fanhilfen die Aussagen der beiden Politiker, die diese am Sonntag in einem kicker-Interview getroffen hatten. Darin hatten sie unter anderem den Druck auf DFB und DFL erhöht, mehr gegen Ausschreitungen zu unternehmen.
„Reul und Schuster präsentieren sich in der Öffentlichkeit weiterhin als unnachgiebige Hardliner“, kontern die Fanhilfen und sprechen von „gefühlten Wahrheiten, haltlosen Behauptungen und Drohungen“. Denn: „Behauptungen, dass jedes Wochenende Spiele wegen Pyro unterbrochen würden oder Menschen dadurch verletzt werden, entbehren jeglicher Grundlage. Auch die Aussage, jeden Samstag und Sonntag würde seitens der Fans in die ausgestreckte Hand geschlagen werden, irritiert in diesem Zusammenhang massiv. Gleichzeitig nehmen Repressionen gegen Fans immer weiter zu, ohne jede Selbstkritik der Polizei.“
Die Fanhilfen vermissen eine „wirkliche Teilhabe“ von Fanvertretungen in der Debatte. Zu einem Dialog, der nach der Innenministerkonferenz im Dezember – auch von Schuster – angekündigt worden sei, sei es nicht gekommen.
„Dieses Vorgehen ist schlicht beschämend!“
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„Anstatt sich an eigene Zusagen zu halten und den Worten auch Taten folgen zu lassen, stellen die Innenminister lieber Fans öffentlich an den Pranger. Sie verweigern sich dem Dialog und der versprochenen Transparenz“, ärgert sich Danny Graupner vom Dachverband der Fanhilfen e. V.. „Erneut verspielt hier die Politik das Vertrauen von Fußballfans und damit von zahlreichen wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern. Dieses Vorgehen ist schlicht beschämend! Die weiterhin auf dem Tisch liegenden realitätsfernen Vorschläge zu Verschärfungen, beispielsweise personalisierte Eintrittskarten und Gesichtsscanner an den Eingängen, müssen endlich zurückgenommen werden. Nur eine konstruktive und entlang der Fakten gemeinsam mit Fans geführte Debatte kann zu tragfähigen Lösungen führen.“
