Während sich Cenk Özkacar persönlich zuletzt über gestiegene Einsatzzeiten freuen durfte, schlitterte der 1. FC Köln in Richtung der Abstiegsränge. Die Leihgabe aus Valencia setzt in dieser Phase auf Positivität sowie harte Arbeit – und würde am liebsten über den Sommer hinaus in Köln bleiben.
Innenverteidiger über Negativität, Druck und Dortmund
Spät wurde es am Freitagabend in Augsburg noch einmal spannend. Doch den Kopfball zum möglichen 1:1 tief in der Nachspielzeit von Cenk Özkacar rettete Keven Schlotterbeck kurz vor der Linie. Im direkten Gegenzug rollte der Konter, Alexis Claude-Maurice traf in das verwaiste Tor des aufgerückten Marvin Schwäbe zum 0:2 aus Kölner Sicht und besiegelte die FC-Niederlage im so wichtigen Spiel im Abstiegskampf.
Denn durch die dritte Niederlage in den vergangenen vier Spielen rutschte Köln nicht nur auf Platz 13, es sind zudem nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den Relegations- und vier auf den ersten Abstiegsplatz. „Wir kennen die Situation“, betont jener Özkacar, der dem einen für den Kopf so wichtigen Zähler am Freitagabend am nächsten kam.
„Dürfen die Negativität nicht in den Klub bringen“
Es rumort im Kölner Umfeld und das drückt zurzeit rund um den FC mächtig auf die Stimmung. „Wir wissen auch, dass es von außen Negativität gibt. Das Wichtigste ist, dass wir diese Negativität nicht in den Klub bringen“, fordert der Innenverteidiger und fügt an: „Wenn wir zusammenbleiben und positiv sind, wird der Wind sich drehen. Die Ergebnisse werden kommen, wir werden Punkte sammeln und so schnell wie möglich aus dieser Situation rauskommen.“ Eine Überzeugung, die auch sein Trainer Lukas Kwasniok regelmäßig nach außen trägt.
Der Druck, das spürt auch Özkacar, wird dabei allerdings immer größer. Ein Problem dürfe das aber nicht darstellen. „Wir sind Profis und wissen, dass es nur einen Weg da raus gibt: Indem wir alles geben, hart arbeiten und zu 100 Prozent umsetzen, was der Trainer von uns verlangt.“ Eine Saison bestehe eben aus Höhen und Tiefen. „Aktuell sind wir in einer Phase, in der uns die Balance ein wenig fehlt. Aber wenn wir die wieder reinbringen, werden wir wieder scharf sein und zurückkommen.“
Özkacar steht vor dem „schwierigsten Teil“
Özkacar persönlich ist in dieser Saison bereits mehrfach zurückgekommen. Und zwar aus Phasen, in denen er nicht mehr zur ersten Elf von Kwasniok zählte. „Ich bin ein Typ, der immer 100 Prozent geben will, selbst wenn ich nur eine Minute im Spiel bekomme. Denn wenn man hart arbeitet, wird die Chance kommen.“ Die des neunmaligen türkischen Nationalspielers kam – auch begünstigt durch die vielen Ausfälle in der Defensive – immer wieder. Nachhaltig nutzen konnte er sie lange nicht, war zu inkonstant und fehleranfällig. Zuletzt aber stand er erstmals fünf Spiele in Folge in der Startelf.
„Ich glaube, ich mache es aktuell gut“, sagt Özkacar über seine eigenen Leistungen. Für den Türken gab es zuletzt zweimal die Note 4, zweimal die 3,5 und in Augsburg trotz der Niederlage eine glatte 3. „Aber das Wichtigste ist, dass ich das halten kann. Das ist der schwierigste Teil, der jetzt für mich ansteht. Ich werde versuchen, mein Level so hoch wie möglich zu halten und dem Team zu helfen.“
„Ich bin sehr glücklich in der Stadt und im Klub.“ (Cenk Özkacar)
Hilfe, die letztlich auch ihm wieder zugutekommt. Schließlich ist der 25-Jährige vom FC Valencia nur geliehen, die Kaufoption soll bei zwei Millionen Euro liegen. Der Klassenerhalt würde, neben einer eigenen Stabilisierung der Leistung, die Wahrscheinlichkeit auf eine feste Verpflichtung sicherlich erhöhen. Und Özkacars Wunsch ist klar: „Ich möchte wirklich gern hier bleiben. Ich bin mit meiner Frau sehr glücklich in der Stadt und im Klub.“ Der türkische Innenverteidiger freut sich vor allem darüber, Teil eines „gesunden Vereins“ zu sein.
- Geliehen – und gekauft? Wie geht es für die Leihprofis des 1. FC Köln weiter? (k+)
Doch auch das betont Özkacar: Sein Fokus liege noch nicht darauf, was im Sommer passiert. „Erstmal haben wir einen großen Job auf dem Platz zu erledigen“, verweist er auf das Ziel Klassenerhalt. „Dann sprechen wir darüber.“
Die nächste Aufgabe auf dem Weg zu diesem „großen Job“ steht am Samstagabend (18.30 Uhr) an. Dann ist Borussia Dortmund zu Gast. „Wir müssen uns auf uns selbst konzentrieren und unsere beste Leistung bringen“, blickt Özkacar auf das Duell gegen den Tabellenzweiten voraus. „Natürlich ist Dortmund ein gutes Team, aber wir werden zu 100 Prozent da sein und bis zum Ende dagegen ankämpfen.“ Ein Vorhaben, das nicht nur für Samstag, sondern auch für die gesamte Saison im Hinblick auf den Abstieg gelten sollte.
