Stuttgarts Kapitän Atakan Karazor fehlt gegen den Hamburger SV gelbgesperrt. Für ihn wird sehr wahrscheinlich Chema auflaufen. Eine neue Bewährungschance für den 20-jährigen Spanier.
Stuttgart muss auf der Doppelsechs umbauen
Intensität ist eines der Schlüsselwörter im Zusammenhang mit dem Stuttgarter Spiel. Opfer inklusive in Form von Spielsperren. Mit vier Gelben Karten sind Ermedin Demirovic, Deniz Undav und Jamie Leweling nur einen Tritt von dieser Form der unliebsamen Auszeit entfernt. Atakan Karazor hat es aktuell erwischt. Der Kapitän muss am Sonntag (17.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen den Hamburger SV pausieren. Das bietet Jungstar Chema eine neue Chance, sich zu bewähren.
Seit Januar läuft es nicht mehr richtig rund
Der Spanier war 2025 für rund drei Millionen Euro von Real Madrid gekommen und hatte sich unerschrocken ins Getümmel des sich neu ausrichtenden Umfelds gestürzt. Doch irgendwann auf dem Weg, auf dem er Karazor den Startplatz streitig gemacht hatte, ging dem U-21-Nationalspieler die Puste aus. Seit Januar kam er nur noch dreimal bei Anpfiff zum Einsatz, nur einmal spielte er durch. Der Rest: Kurzeinsätze in Minutenform und drei Kaderplätze.
Zu wenig für den ehrgeizigen Techniker, der Spielsituationen gut erkennen kann, über Technik, Robustheit, Zweikampfstärke und Zug zum Tor verfügt. Aber auch noch zu Fehlern neigt. Wie beim jüngsten 0:2 in den Schlussminuten gegen Dortmund, als die Restverteidigung inklusive seiner Person unaufmerksam agierte.
„Chema gehört die Zukunft.“ (VfB-Cheftrainer Sebastian Hoeneß)
Trotz Leistungsdelle hat Sebastian Hoeneß viel Lob übrig. „Die Art, wie er auftritt, ist überragend. Chema gehört die Zukunft“, so der Cheftrainer zuletzt. „Er ist lernwillig, geht immer positiv an die Sachen ran. Daraus folgt Entwicklung.“ Der Stagnation zum Trotz, die für einen Jungprofi nicht ungewöhnlich ist.
Stuttgart glaubt nicht an Rückholaktion von Real
Die dem VfB auch zugutekommen kann, will er den 20-Jährigen halten. Im Vertrag (bis 2030) mit Madrid ist eine Rückkaufoption verarbeitet. Womit man bei den Stuttgartern allerdings nicht rechnet. Für angeblich rund 13,5 Millionen Euro darf Real das Talent zurückholen.
Was der VfB kontern könnte, sollte man Chema nur zurückholen, um ihn weiterzuverkaufen. Dann bekämen die Schwaben bei identischem Gebot den Zuschlag. Oder sie verzichten und kassieren dank vereinbarter Weiterverkaufsbeteiligung mit, die im unteren bis mittleren zweistelligen Prozentbereich liegen soll.
