Der 1. FC Köln hat den Befreiungsschlag im Aufsteiger-Duell beim Hamburger SV verpasst. Die Wahrscheinlichkeit auf diesen hätte sicherlich ein Platzverweis für William Mikelbrencis erhöht, den Lukas Kwasniok in seinem Interview selbst zum Thema machte.
Rot für Mikelbrencis?
Der Zähler fühlte sich für Lukas Kwasniok zwar „irgendwie komisch an“, etwas Positives konnte Kölns Trainer dem 1:1 gegen den Hamburger SV nach zuvor sieben Niederlagen in Samstagabendspielen trotzdem abgewinnen. „Du kannst dir nichts davon kaufen, das ist mir schon auch klar. Der Groschen wird dann auch irgendwann komplett fallen“, erklärte der FC-Trainer bei Sky.
Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser schon in der Hansestadt gefallen wäre, hätte eine Rote Karte für William Mikelbrencis nach rund einer halben Stunde sicherlich erhöht: In der 27. Minute verfolgte der Außenverteidiger Kristoffer Lund und stieg ihm kurz vor der Außenlinie mit offener Sohle auf die Achillesferse. Schiedsrichter Tobias Welz ahndete die Aktion gar nicht erst als Foul, sondern gab „nur“ Ecke für die Rheinländer.
Die Diskussionen über diese Szene eröffnete der Kölner Coach in seinem Interview dann selbst. „Ich will das Fass gar nicht zu sehr aufmachen, aber es ist mir wichtig, das trotzdem kurz noch einmal zu thematisieren, weil ich einfach finde, es gibt unterschiedliche Bewertungen, einfach auch mit VAR“, begann der 44-Jährige.
Dass sein Schützling Jahmai Simpson-Pusey in der Vorwoche gegen Dortmund nach VAR-Eingriff für eine ähnliche Aktion des Feldes verwiesen worden war und Mikelbrencis weiterspielen durfte, empfand er „echt mehr als grenzwertig. Mir ist klar, dass er das nicht will, aber das will Jahmai letzte Woche auch nicht. Und dann erzählt man diese Woche aber von Schrittfolge und das ist einfach so ein bisschen ärgerlich, weil sie erzählen was vom Trefferbild“, so Kwasniok.
„Man konnte da in der vergangenen Woche reingehen und dann verstehe ich nicht, warum man dann heute nicht reingeht.“ (Lukas Kwasniok)
Da Welz die Aktion offensichtlich nicht richtig sah – er pfiff eben auch keinen Freistoß – verstand der Coach nicht, wieso der VAR nicht intervenierte. „Man konnte da in der vergangenen Woche reingehen und dann verstehe ich nicht, warum man dann heute nicht reingeht“, haderte er. Dabei richtete sich seine Kritik nur auf die unterschiedliche Handhabung der Szenen und nicht auf das Foul selbst. Denn „grundsätzlich“ fordere er für diese Aktionen keine Roten Karten.
Diese hatte Simpson-Pusey aber eben bekommen und fehlt seinem Team somit auch in der nächsten Woche im Rheinderby gegen Gladbach. In dem „emotionalen“ Spiel benötigt Kwasniok dann nach sechs sieglosen Partien den ersehnten Befreiungsschlag, um nicht noch weiter unter Druck zu geraten.
