Einerseits Platz 15 und Abstiegsgefahr, andererseits feierliche Stimmung mit rund 170 Gästen: Die Verantwortlichen des FC Augsburg predigten bei ihrem Neujahrsempfang Optimismus und verwiesen auf Mainz und Xabi Alonso.
Neujahrsempfang des FCA
Während die Gäste am Dienstagabend geschmorten Ochsenbraten verspeisten, bat Moderator Michael Leopold Geschäftsführer Michael Ströll, Präsident Markus Krapf und Sportdirektor Benni Weber zum Talk auf die Bühne. Teils launig, aber auch mit einem ernsten Rück- und Ausblick. „Wir wollen als Klub ambitioniert sein und Dinge entwickeln, das hat in der ersten Saisonhälfte nur bedingt funktioniert“, gab Ströll zu, der natürlich zur Verpflichtung und Entlassung Sandro Wagners befragt wurde.
„Wir haben uns das anders vorgestellt und gewünscht. Aber wir sind nicht naiv, setzen uns mit der Realität auseinander und sind ein Klub, der immer mal wieder gegen den Abstieg spielen kann. Das Wichtigste sind innere Geschlossenheit, Ruhe und das Wissen um die Erfahrung, es schon öfter geschafft zu haben“, sagte Ströll, eher er noch einmal konkret auf Wagners Aus einging.
„Sandro hat sicher nicht alles richtig gemacht, aber er hat viele Dinge angeschoben, die positiv sind.“ Konkrete Beispiele nannte Ströll nicht, verwies stattdessen auf Real Madrid bei seiner Argumentation, dass Trainerwechsel vorkommen. „Sie haben mit Xabi Alonso den Übertrainer, den alle wollten, nach nur einem halben Jahr entlassen. Auch wir hätten es uns anders gewünscht.“ Warum der Klassenerhalt auch dieses Mal gelingen soll? „Weil wir die Mentalität dafür mitbringen und eine richtig gute Mannschaft haben, die in den nächsten Wochen zeigen wird, was in ihr steckt.“
Weber: Zugänge in allen Mannschaftsteilen möglich
Während Präsident Krapf vom Weg überzeugt ist – „wir werden im long run erfolgreich sein“ – stellte sich Sportdirektor Weber der Tagesrealität: „Es ist uns total bewusst, in welcher Situation wird sind. Ziel muss immer der Klassenerhalt so früh wie möglich sein, um eine neue Saison rechtzeitig planen zu können.“ Der Geist in der Truppe, von der Finn Dahmen, Michael Gregoritsch und Jeff Gouweleeuw anwesend waren, sei gut.
Mit den drei Winterneuzugängen Yannik Keitel, Gregoritsch und Rodrigo Ribeiro haben er und die sportliche Führung bereits versucht, das Team zu verstärken, weitere Transfers sind bis 2. Februar möglich. In allen Mannschaftsteilen, wie Weber betonte. Aber: „Wir schauen uns um, werden uns verstärken, wenn wir das tun können. Aber ohne Aktivismus und verrückte Dinge.“
Verrückt wäre in der aktuellen Lage schon ein Punktgewinn am Samstag beim FC Bayern. Doch auch hier suchten die Verantwortlichen einen Vergleich und fanden ihn beim 2:2 der Mainzer vor Weihnachten in München. Der FSV ist eines der drei Teams, die noch hinter Augsburg stehen. Zweckoptimismus? Sicherlich. Andererseits: Sollen sie sagen, wir holen dort eh nichts? „Wir wollen natürlich gewinnen und haben den Glauben daran“, verkündete Trainer Manuel Baum.
Seit fünf Partien ohne Sieg
Zur Wahrheit gehört allerdings, dass Baums Bilanz nur unwesentlich besser ist als die seines Vorgängers. Wagner holte aus zwölf Partien zehn Punkte, Baum sechs aus sechs. Allerdings: Seit dem Auftaktsieg gegen Leverkusen (2:0) ist der FCA seit fünf Partien ohne Sieg, verspielte er zuletzt zweimal daheim einen Vorsprung und spielte nur Remis, schaffte auch gegen harmlose Bremer keinen Sieg und ließ sich in Mönchengladbach abschießen. Die sportliche Lage ist ernst, unlösbar ist sie nicht.
