Mehr Fragezeichen als Antworten ergab das interne Trainingsspiel im Trainingslager von RB Leipzig. Einigen Rekonvaleszenten scheint mit Blick auf die Partie am Samstag beim FC St. Pauli die Zeit davonzulaufen.
Bakayoko verpasst St.-Pauli-Spiel
Aus Leipzigs Trainingslager in Almancil berichtet Oliver Hartmann
Am Montagmorgen traf die geballte Fußball-Kompetenz des Mutterkonzerns in der Herberge von RB Leipzig während des Trainingslagers an der Algarve ein. Jürgen Klopp, seit einem Jahr „Head of Global Soccer“ bei Red Bull, führte die Abordnung an, im Schlepptau seine engen Mitarbeiter Peter Krawietz und Zsolt Löw sowie der als Technischer Direktor fungierende Mario Gomez. „Es ist jetzt nicht so, dass wir hier einen Workshop geplant haben“, ordnete Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer den zweitägigen Besuch des Quartetts ein und betonte vielmehr: „Der Teamgedanke steht hier im Trainingslager über allem, und dann ist es ein tolles Signal, wenn das globale Team hierher kommt und ein bisschen Zeit mit uns verbringt.“
Dazu zählte am Montag auch die Beobachtung eines Trainingsspiels auf der Anlage „The Campus“. Da bei RB die Suche nach einem externen Gegner erfolglos geblieben war, entschloss sich Trainer Ole Werner zu dieser Form der Standortbestimmung. Allerdings brachte das über 45 Minuten angesetzte Kräftemessen zweier gemischter Mannschaften, die mit Nachwuchsspielern aufgefüllt wurden, keine nennenswerten Erkenntnisse – weder mit Blick auf die Aufstellung am Samstag noch hinsichtlich des Leistungsstandes der Mannschaft. Allenfalls wurde deutlich, dass das Angriffsspiel im letzten Drittel, das größte Problemthema in den letzten Spielen des Vorjahres, noch immer sehr verbesserungsfähig ist.
Scheidet Diomande aus, ist er dabei
Dies lag freilich auch daran, dass wichtige Stützen gar nicht erst mitwirken konnten und auch am Samstag beim FC St. Pauli (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) wohl nicht dabei sein werden. Yan Diomande weilt beim Afrika-Cup und bestreitet am Dienstag mit der Elfenbeinküste das Achtelfinale gegen Burkina Faso. Bei RB hat man alle Vorbereitungen getroffen, um den Leistungsträger bei einem eventuellen Ausscheiden umgehend vom Turnier in Marokko nach Leipzig zu holen.
Der zweite Flügelflitzer Antonio Nusa ist nach seiner Syndesmose-Verletzung nach wie vor ausschließlich im Individual-Training, dem Norweger scheint allmählich bis zum St.-Pauli-Spiel die Zeit davonzulaufen. Noch weiter weg von einem Kaderplatz ist Johan Bakayoko, der wegen muskulärer Probleme weiterhin nur sehr eingeschränkt üben kann.
Romulo „auf einem guten Heilungsweg“
Zudem fehlte am Montag auch Mittelstürmer Romulo. Der Brasilianer hatte sich nach einer Grätsche von Kosta Nedeljkovic eine Blessur im Sprunggelenk zugezogen, tritt deshalb aktuell kürzer. Nach Angaben des Klubs liegt allerdings keine strukturelle Verletzung vor. Romulo befinde sich „auf einem guten Heilungsweg“, sein Einsatz am Samstag sei nicht gefährdet. Gleiches gelte für Torhüter Peter Gulacsi, der wegen Knieproblemen ebenfalls auf das Trainingsspiel verzichtete.
