Nach dem bitteren 0:2 gegen Borussia Dortmund steht für den VfB Stuttgart gegen den Hamburger SV direkt das nächste Heimspiel an. Auch das letzte Duell mit dem HSV weckt schmerzhafte Erinnerungen.
HSV-Rückkehr für Demirovic
Zwei Tage vor dem Heimspiel gegen den HSV musste Sebastian Hoeneß „nicht so viele Namen“ vorlesen, „die nicht zur Verfügung stehen“. Mit Ausnahme von Lazar Jovanovic, der „auf dem Sprung ins komplette Mannschaftstraining“ steht, fehlt am Sonntag einzig Atakan Karazor.
Der Ersatz des gelbgesperrten Kapitäns ist bereits gefunden: „Chema ist derjenige, der jetzt reinrutscht. Das ist die absolut logische Entscheidung“, so Hoeneß. Der 20-Jährige wird damit aller Voraussicht nach an der Seite von Angelo Stiller beginnen, der unter der Woche indes mit leichten Schulterproblemen zu tun hatte. Da er am Freitag jedoch „ohne Probleme“ trainieren konnte, geht Hoeneß „nicht davon aus, dass das für Sonntag irgendwelche Auswirkungen hat.“
Die Stuttgarter Personalsituation gestaltet sich also erfreulich, bedeutet zugleich aber auch, dass es erneut zu Härtefällen kommen wird – ähnlich wie beim jüngsten 0:2 gegen Dortmund, als Badredine Bouanani und Jeremy Arevalo etwa gar nicht erst dem Spieltagskader angehörten. Solch „harte Entscheidungen“ bedürfen einer guten und nachvollziehbaren Kommunikation, stellte der VfB-Coach klar.
Demirovic war „einfach ein bisschen platt“
Im Vergleich zur Niederlage gegen den BVB, der beide Treffer erst in der Nachspielzeit erzielte, wollen Hoeneß und sein Team nun „gerade nach vorne wieder mehr investieren, um auch wieder mehr Chancen zu kreieren“. Trotz einer insgesamt „guten“ Leistung haben in der Offensive „vielleicht dann diese zwei, drei Prozent gefehlt“, um die entscheidende Möglichkeit auf die verdiente Führung zu erzwingen.
Einer, der diese fehlenden Prozente auf den Platz bringen könnte, ist Ermedin Demirovic. Der Stürmer wurde gegen die Borussen erst kurz vor Schluss eingewechselt, nachdem er Tage zuvor die WM-Teilnahme mit der bosnischen Nationalmannschaft klargemacht hatte: „Er hat auch bestätigt, dass er nach diesem emotionalen Erlebnis, dem Erreichen der Weltmeisterschaft, und mit der Nacht, die dann in Bosnien durchgefeiert wurde, einfach ein bisschen platt war“, erklärte Hoeneß.
In der langen Trainingswoche sei Demirovic „jetzt wieder energetisch aufgetreten, so wie ich ihn kenne“. Der 28-Jährige strahle stets „eine gute Trainingseinstellung, einen guten Fokus und eine gute Körpersprache“ aus – und dürfte angesichts des kommenden Gegners zusätzlich motiviert sein: „Es ist das erste Mal, dass ich in der Bundesliga gegen den HSV spielen kann“, blickte der gebürtige Hamburger voraus, der sämtliche Juniorenmannschaften des HSV durchlaufen hatte.
Später Nackenschlag im Hinspiel
Im Hinspiel war Demirovic dem VfB verletzungsbedingt nicht zur Verfügung gestanden, sodass er das dramatische 1:2 nur aus der Zuschauerrolle verfolgt hatte. Nach 0:1-Rückstand hatte Deniz Undav für Stuttgart ausgeglichen, das in der Schlussphase in Überzahl agiert und auf den Auswärtssieg gedrängt hatte. Um einen Punktgewinn hatten sich die Gäste letztlich allerdings selbst gebracht, indem ein misslungener Freistoß von Stiller im Konter zum entscheidenden Gegentor geführt hatte.
„Natürlich haben wir es nicht vergessen“, blickte Hoeneß auf die Niederlage im Volkspark zurück. Von „brachialen Rachegelüsten“ zu sprechen, wäre aus seiner Sicht zwar „auch ein bisschen übertrieben, aber es war schon ein harter Moment“, eine Partie zu verlieren, bei der man „eher davon ausgegangen ist, dass man sie selber gewinnt oder unentschieden spielt“.
Im Rückspiel gegen den Aufsteiger, der „noch nicht raus aus dem Gröbsten“ ist, den Klassenerhalt laut Hoeneß aber dennoch „frühzeitig“ erreichen wird, erhofft sich der 43-Jährige „eine sehr klare Spielweise und eine sehr überzeugte Idee.“ Welche Konsequenzen unnötige Ballverluste gegen den HSV haben können, wurde dem VfB bekanntlich bereits im Hinspiel schmerzhaft vor Augen geführt.
