Der späte Sieg in Freiburg sorgt beim FC Bayern für eine breite Brust vor dem Champions-League-Duell mit Real Madrid. Siegtorschütze Lennart Karl verriet zudem, dass sein oberkörperfreier Jubel gewissermaßen geplant war.
18-Jähriger erzielt 100. Saison-Tor der Bayern
Es lief die neunte Minute der Nachspielzeit. Lennart Karl nahm am Strafraumkreis Anlauf, sprintete bis in den Fünfer und drückte dort die flache Hereingabe von Alphonso Davies zum 3:2 über die Linie. Der 18-Jährige blieb aber beinahe im Vollsprint und drehte in Richtung der mitgereisten Bayern-Fans ab. Als er dort angekommen war, hatte er sich noch seines Trikots entledigt und jubelte oberkörperfrei über sein fünftes Saisontor.
„Es ist schon ein sehr, sehr krasses Gefühl für mich, in der letzten Minute zu treffen“, beschrieb Karl nach der Partie am Sky-Mikrofon seine Emotionen. „Ich hatte schon die ganze Zeit im Kopf, mein Trikot auszuziehen und dann ist es irgendwie passiert.“ Denn: „Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ich heute ein Tor mache.“
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Nummer 100 in dieser Saison – Eberls Hoffnung bei Kane
Der Treffer war nicht nur die Krönung der von Tom Bischof in der 81. Minute gestarteten Aufholjagd, sondern auch der 100. der Münchner in der laufenden Saison. Damit fehlt ihnen nur noch ein Tor, um den Rekord aus der Saison 1971/72 einzustellen. Der nächste Anlauf erfolgt dann am kommenden Samstag beim Auswärtsspiel beim FC St. Pauli. Dort könnte womöglich auch ein Wunsch von Uli Hoeneß in Erfüllung gehen, der sich im kicker-Interview Harry Kane als Schützen des 102. Treffers gewünscht hatte.
Der Engländer fehlte nach seiner Abreise von der englischen Nationalmannschaft mit Sprunggelenkproblemen im Kader. „Es ist nichts Dramatisches. Wir glauben daran, dass es funktioniert“, nährte Sportvorstand Max Eberl die Hoffnung vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Real Madrid am Dienstag.
Karls Ansage vor Real
Dorthin reisen die Münchner nun mit breiter Brust. Der späte Sieg habe für „sehr, sehr großes Vertrauen“ gesorgt, „haben wir auch gerade in der Kabine gesagt“, verriet Karl. „Wir können einfach jeden jetzt schlagen.“
Für Karl war es zudem der perfekte Abschluss einer besonderen Woche. „Bei der Nationalmannschaft mein Debüt und mein zweites Spiel gemacht. Dann hier noch mal getroffen und eine Vorlage, ist schon sehr, sehr besonders“, blickte der Offensivwirbler, der diesmal wieder auf der rechten Seite spielte, zurück.
Besonders wird es für Karl auch weitergehen, wenn er am Dienstag den Rasen des Bernabeu betritt. Dem Verein, bei dem er einst als Zehnjähriger ein Probetraining absolviert hatte.
