Joker-Rekord, Taktik-Kniffe und ein entflammtes Stadion

Eintracht Frankfurt feiert gegen den SC Freiburg einen äußerst wichtigen Sieg. Nach komplizierten Monaten gibt es viele Gründe, dem Saisonendspurt optimistisch entgegenzublicken.

Die neue Zuversicht in Frankfurt

Ist das schon die Trendwende? Gar ein Frühlingserwachen? Mit sieben Punkten aus den ersten vier Partien ist der neue Eintracht-Trainer Albert Riera überzeugend gestartet. Durch den verdienten 2:0-Erfolg gegen Freiburg eroberte Frankfurt Platz 7 zurück. Sollte Leverkusen weiter schwächeln, könnte in den kommenden Wochen sogar der 6. Tabellenrang wieder in Schlagdistanz geraten.

Die „vogelwilden Zeiten“ sind vorbei

„Wir kommen aus vogelwilden Zeiten, in denen wir wenig Kontrolle hatten. Entscheidend ist im Fußball, dass du die Balance zwischen offensiven Aktionen und defensiver Kontrolle findest. Das war wieder ein Schritt in die richtige Richtung“, resümiert Sportvorstand Markus Krösche. Nach dem 3:0 gegen Gladbach war es der zweite Heimsieg in Folge ohne Gegentor. Bis auf wenige Schreckmomente wie bei Igor Matanovics Kopfball an den Pfosten hatte Frankfurt das Spiel im Griff.

Kapitän Robin Koch konstatiert: „Die Abläufe sind klar. Wir fühlen uns wohl. Wir wissen, wie wir verteidigen und in welcher Struktur wir sind. Wir haben einen klaren Plan an der Hand. Die Intensität und die Mentalität sind nicht zu verhandeln.“ Die langfristigen Ausfälle der Abwehr-Kanten Rasmus Kristensen und Arthur Theate fielen kaum ins Gewicht.

Collins und Brown tauschten überraschend die Seiten

Nnamdi Collins, der mit Nathaniel Brown überraschend die Seiten getauscht hatte, sorgte in der ersten Hälfte zwar noch für ein paar Wackler, bereitete später aber das Führungstor vor. Hintergrund der Maßnahme mit den inversen Außenverteidigern war, dass Collins und Brown im Mittelfeld leichter den freien Mann finden sollten, indem sie mit ihrem starken Fuß nach innen ziehen. Brown agierte in Ballbesitz wie bereits zuletzt unter Riera als zusätzlicher Mittelfeldspieler.

Innenverteidiger Aurele Amenda überzeugte nach seinem Patzer in München (2:3) mit einer abgeklärten, reifen Leistung und auch einigen guten Pässen im Aufbau. Der Schweizer Nationalspieler zeigte in den vergangenen Wochen insgesamt eine positive Entwicklung. Gegen den Sport-Club gewann er 71 Prozent seiner Zweikämpfe.

Spielerisch gibt es noch Luft nach oben, das wurde vor allem in der ersten Halbzeit deutlich. In manchen Situationen passte die Abstimmung noch nicht, es entwickelte sich eine zähe Partie. „Ich bin mit dem Spiel nicht komplett zufrieden und will, dass wir es noch besser machen. Manche Dinge werde ich euch (den Journalisten, Anm. d. Red.) aber nicht konkret erklären, weil ich es bevorzuge, den Spielern zu sagen, womit ich nicht zufrieden bin“, sagt Coach Riera. Nach wenigen Wochen können noch nicht alle Rädchen ineinandergreifen, der Spanier ist schließlich kein Zauberer. Wichtig ist, dass kontinuierlich Fortschritte zu sehen sind.

Bonbon für Joker Chaibi

Die Erlösung kam in der zweiten Hälfte in Person von Fares Chaibi, der nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung zum 1:0 traf. Das war kein Zufall. Riera setzte darauf, dass Oscar Höjlund und Mario Götze die Freiburger Sechser so viel beschäftigen, dass sie in der zweiten Hälfte müde werden und sich dadurch größere Räume ergeben, die dann von den frischen Frankfurter Jokern genutzt werden können. Dieser Plan ging auf.

„Oscar und Mario haben einen fantastischen Job gemacht“, lobt Riera. Die eingewechselten Spieler hätten dann „den Preis, das Karamell, das Bonbon“ abgesahnt. Der Coach sieht darin das Ergebnis von Teamarbeit. Nationalspieler Brown betont: „Wir haben einen breiten, sehr guten Kader. Es tut uns gut, dass wir immer nachlegen können und wissen, dass auf der Bank Spieler mit extremer Qualität sind.“

Chaibi stellte mit seinem Treffer sogar einen neuen Vereinsrekord auf: Es war bereits das zehnte Joker-Tor in dieser Saison. Zuletzt hatten die Hessen bereits in München zwei Joker-Treffer erzielt, gegen Gladbach war es einer. Mit einem feinen Lupfer bereitete Chaibi zudem das 2:0 vor. Damit war die Partie gegen über weite Strecken harmlose Freiburger entschieden. Am Ende hätte der Sieg sogar noch höher ausfallen können.

„Es ist nicht so schwer, dieses Stadion zu entflammen“

Am DAZN-Mirko zog Vorstandssprecher Axel Hellmann ein positives Resümee: „Wir haben einen anderen Zug auf dem Platz, eine andere Fokussierung. Wir sind kompakter, aggressiver. Es ist nicht so schwer, dieses Stadion zu entflammen. Auch die Mannschaft kann mal ein Zeichen setzen, nicht immer nur die Ränge. Das haben wir geschafft, wie schon gegen Gladbach. Hier sind alle im Stadion zufrieden, wenn du Zweikämpfe führst und gewinnst, schnellen Fußball spielst. Da muss nicht immer alles gelingen.“

Hellmann traut der Eintracht zu, auf der Zielgeraden der Saison noch „große Dinge“ zu erreichen. Die kommenden Partien gegen St. Pauli (A), Heidenheim (H), Mainz (A), Köln (H) und Wolfsburg (A) bieten die Chance, eine Serie zu starten. Mit jeder Trainingswoche werden mehr Automatismen greifen. Zudem kehren nach und nach zumindest einige verletzte Spieler zurück, allen voran bei Can Uzun und Younes Ebnoutalib dürfte es nicht mehr lange dauern. Entsprechend groß ist die Zuversicht, das letzte Drittel der Saison erfolgreich zu gestalten. Kapitän Koch betont: „Wir haben jetzt wieder ein anderes Selbstverständnis und das Gefühl, dass wir den Gegner dominieren und ihm wehtun können.“

 

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