Der gebürtige Frankfurter Tim Lemperle präsentiert sich erstmalig im Stadion der Eintracht und seiner Kindheit. Der Stürmer hat sich bei der TSG Hoffenheim durchgesetzt und unverzichtbar gemacht.
Hoffenheims Stürmer erstmals in der Heimat
Als Kind nahm ihn sein Vater hin und wieder mit ins damalige Waldstadion. „Die Besuche dort sind auch meine ersten Erinnerungen an die Bundesliga“, erzählt Tim Lemperle, der am 5. Februar 2002 in Frankfurt am Main geboren wurde und unweit der Eintracht-Heimstatt aufwuchs. Auf den Bolzplätzen im Stadtteil Nordend, beim dort ansässigen Klub Makkabi Frankfurt, später in Mainz und beim FSV Frankfurt wurde der Fußballer sozialisiert, zur Eintracht führte ihn sein Weg nie.
Am Samstag nun spielt Lemperle erstmalig selbst in der Bundesliga an jenem Ort, der seine ersten Erinnerungen prägte. Über die Um- und Ausbildungsweg beim 1. FC Köln, schloss sich der 23-Jährige im Sommer ablösefrei der TSG Hoffenheim an. Auf Anhieb setzte sich der Stürmer dort durch und machte sich im laufintensiven und aggressiven Spielstil unter Trainer Christian Ilzer schnell unverzichtbar,
„Er ist für unser Spiel von fundamentaler Wichtigkeit“, betont der 48-Jährige, „ob das seine Intensität im Spiel gegen den Ball betrifft oder seinen Tiefgang im Spiel mit dem Ball. Wie er anderen Spielern die nötigen Räume verschafft und die letzte Linie des Gegners ständig in Bewegung und auf Spannung hält. In der Gesamtheit ist sein Profil sehr essentiell für unser Spiel.“
Als Torjäger gleichauf mit Kramaric und Asllani
Lemperle sprintet unermüdlich die Gegner im Spielaufbau an und lenkt sie in die Hoffenheimer Pressingfalle, schafft mit seinen Tiefenläufen sofort wieder Raum und Unruhe. Zudem hat sich der einstige Flügelstürmer, der nun vorne eher zentral überall auftaucht, auch zu einem der besten Torschützen der Kraichgauer gemausert. Gemeinsam mit Fisnik Asllani und Andrej Kramaric führt Lemperle das interne Ranking mit sechs Treffern an, drei weitere hat er zudem aufgelegt. „Über die Jahre bin ich mehr zum Arbeiter geworden“, erklärt Lemperle, „früher als Flügelstürmer konnte ich die Spielfreude noch etwas mehr ausleben, jetzt definiere ich mich mehr über Laufarbeit und Zweikämpfe.“
Hoffenheim will den dritten Sieg nacheinander
Auch die Eintracht werden Lemperle und seine bereits sechs Punkte besser platzierten Kollegen in Frankfurt zu stressen versuchen, um sich für die 1:3-Heimniederlage in der Hinrunde zu revanchieren. Die derzeit knifflige Lage der Gastgeber, die noch ohne neuen Cheftrainer, aber mit Reisestrapazen in den Beinen antreten, wollen die ambitionierten Gäste ausnutzen und den dritten Sieg in 2026 nacheinander einfahren.
„Hoffenheim hat schon lange nicht mehr dort gewonnen, das ist eine zusätzliche Inspiration“, versichert Ilzer, „wir stellen uns auf einen sehr energievollen Gegner ein. Nach wie vor eine sehr starke Mannschaft, auch wenn sie aktuell einige Probleme hat. Ihre Qualitäten haben wir im Sommer zu spüren bekommen, weil wir noch nicht die gute Balance gehabt haben zwischen Angriff- und Abwehrspiel. Dahingehend haben wir uns verbessert, und das wird auch nötig sein morgen, weil das Stadion ein richtiger Energiekessel ist. Wir haben schon noch mal auf das Spiel geschaut, ähnliche Dinge werden uns wieder erwarten.“
TSG könnte die Eintracht distanzieren
Die Hoffenheimer, die bereits mit sechs Punkten mehr auf dem Konto anreisen, wollen sich mit Macht an der Tabellenspitze festsetzen und im Idealfall die Eintracht als direkten Konkurrenten weiter distanzieren und nach den Siegen gegen Gladbach (5:1) und gegen Leverkusen (1:0) die Spannung hochhalten. „Wir wollen die Euphorie mitnehmen, müssen aber auch wieder bereit sein fürs Limit“, erklärt Ilzer, „das zu moderieren, das ist meine Motivation in dieser Woche gewesen.“ Und vor der nächsten Englischen Woche für die Hoffenheimer, die bereits am Dienstag wieder zum Nachholspiel bei Werder Bremen antreten und danach Union Berlin erwarten.
