Vor dem Spiel beim HSV kann Kasper Hjulmand mit keinem sicheren Rückkehrer rechnen. Der Trainer hofft auf den Einsatz von Torjäger Patrik Schick und bangt um den von Verteidiger Edmond Tapsoba. Bei beiden geben medizinische Untersuchungen den Ausschlag.
Ohne Maza, Kofane und Tape zum HSV
Die 1:4-Niederlage gegen den VfB Stuttgart am Samstag war zum einen vom Ergebnis her, zum anderen aber auch besonders von der Art und Weise, wie sich Bayer 04 präsentierte, ein Tiefschlag für den deutschen Vizemeister. Nach diesem stellt sich die Frage, welche Konsequenzen in personeller Natur Trainer Kasper Hjulmand für die Partie am Dienstag beim HSV ziehen wird.
Genügend Argumente, seine Startelf auf einigen Positionen neu zu besetzen, hat der Däne von nahezu all seinen Akteuren geliefert bekommen. Doch welche Optionen bieten sich dem 53-Jährigen, wenn er seine erste Elf für Hamburg formieren möchte? Denn die Personalsituation wird sich gegenüber dem Stuttgart-Spiel wohl nur bedingt verändern.
Schick und Tapsoba werden noch untersucht
Von den gegen den VfB angeschlagen fehlenden Axel Tape und Patrik Schick wird bestenfalls Letzterer eine Option sein. „Patrik hat trainiert. Er ist jetzt im Medical nach dem Training, und dann hoffen wir, dass es geht“, sagte Hjulmand am Montag. Ein Fragezeichen bleibt also noch.
Genauso wie bei Edmond Tapsoba, der nach dem Aus von Burkina Faso beim Afrika-Cup am Dienstag vergangener Woche am Montag nach Leverkusen zurückgekehrt ist, nachdem ihm ein paar Tage zur Regeneration gewährt wurden. Der Haken daran: Tapsoba brachte eine Blessur mit nach Leverkusen. „Edi ist den ersten Tag hier, er spürt ein bisschen was, und deswegen wird er jetzt auch untersucht. Vielleicht kommt das Spiel morgen für ihn zu früh“, sagte Hjulmand, „wir sehen in den nächsten Stunden, wie es aussieht.“
Zwei anstehende Schlüsselspiele sprechen gegen ein Risiko mit Tapsoba
Die Verantwortlichen werden abhängig vom Ergebnis der Untersuchung entscheiden, ob Tapsoba spielen oder zumindest im Aufgebot stehen kann. Die Frage ist, ob man bei Bayer das Risiko eingeht, einen Spieler nach sechs Tagen ohne Training und mit Beschwerden einzusetzen. Zumal am Samstag in der Liga beim direkten Konkurrenten TSG Hoffenheim und am Dienstag nächster Woche in der Champions League bei Olympiakos Piräus zwei Schlüsselspiele bevorstehen.
Nur im Idealfall stehen Hjulmand mit Schick und Tapsoba also zwei neue Kräfte in Hamburg zur Verfügung, um personelle Akzente zu setzen. Bei drei anderen Akteure ist dies hingegen nicht der Fall. So verzichtet der Klub darauf, die Freitag bzw. Samstag beim Afrika-Cup ausgeschiedenen Christian Kofane (Kamerun) und Ibrahim Maza (Algerien) kurzfristig in das Aufgebot zurückzuholen, auch wenn der Klub darüber nachdachte.
Pause statt Privatjet: Darum handelt Bayer anders als Leipzig
Während RB Leipzig den Ivorer Yan Diomande, der am Samstag mit der Elfenbeinküste gegen Ägypten ausschied, per Privatjet eingeflogen hat, damit dieser am Mittwoch gegen Freiburg spielen kann, verzichtet Bayer 04 auf eine solche Maßnahme, um seinen Afrikanern nach dem Turnier eine kurze Ruhephase zu geben. Eine ähnliche Vorgehensweise wie von RB Leipzig („Ja, wir haben über alles gesprochen“, so Hjulmand)oder vom BVB, bei dem der Algerier Ramy Bensebaini am Dienstag im Aufgebot für das Spiel gegen Bremen steht, wurde zwar erwägt, aber verworfen.
Bayer möchte seine Afrika-Cup-Teilnehmer nicht überlasten, mit der Hoffnung, dann ihre Qualitäten bis zum Saisonende ohne Verletzung oder physische oder mentale Schwächephase nutzen zu können. „Wir haben mit den Spielern gesprochen und wir haben mit unserer Performance-Abteilung gesprochen, und dann haben wir entschieden, dass sie ein paar Tage brauchen und dann kommen sie hierher“, erklärt Hjulmand.
„Bei Kofane und Maza hoffen wir, dass sie möglicherweise eine Möglichkeit gegen Hoffenheim sind.“ (Kasper Hjulmand)
Kofane und Maza sollen aus Leverkusener Sicht im Idealfall am Samstag wieder dabei sein. „Bei Kofi und Ibo hoffen wir, wenn alles gut ist, dass sie möglicherweise eine Möglichkeit gegen Hoffenheim sind“, sagt Hjulmand, ohne sich auf eine Rückkehr des Duos fürs Wochenende festzulegen, „aber sie kommen hierher und dann müssen wir sehen und spüren, wie es mit den Spielern aussieht.“ Auch hier bleiben Fragezeichen.
Für die Partie bei der TSG Hoffenheim soll dann Axel Tape wieder zur Verfügung stehen. „Axel braucht ein bisschen mehr Zeit“, erklärte Hjulmand mit Blick auf das HSV-Spiel, erwartet den Defensiv-Allrounder aber für die Partie am Samstag in Sinsheim zurück.
Hjulmand sieht Vazquez bereit für die Startelf – hat aber schnellere Optionen
Einem Profi, der gegen Stuttgart einen Kurzeinsatz bekam, stellt Hjulmand zumindest die Möglichkeit eines Starelfmandats in Aussicht. Lucas Vazquez, monatelang mit Rückenproblemen außer Gefecht, hat sich laut seines Trainers wieder als Kandidat für die Anfangsformation zurückgemeldet.
„Lukas arbeitet sehr gut, er hat die Möglichkeiten zu spielen“, sagte Hjulmand, der kein Hindernis für den rechten Mittelfeldspieler sieht: „Wenn du spielen kannst, dann ist es natürlich auch möglich, von Anfang zu spielen. Er ist bereit. Für mich ist es kein Unterschied, ob jemand von Beginn an oder am Ende spielt.“ Bei der Partie in Hamburg spricht allerdings vieles für eine dynamischere Option auf der rechten Schiene. Genug schnellere Optionen dafür hat Hjulmand auf dieser Position mit Arthur, Ernest Poku und Nathan Tella auf jeden Fall.
