Guirassys Auftritt als Spiegelbild

Matchwinner mit Makel: Serhou Guirassy dreht die Partie von Borussia Dortmund gegen Heidenheim, lässt aber immer noch Raum nach oben.

Kovac übt Kritik am Elfer-Lupfer

Die Nachspielzeit neigte sich ihrem Ende zu, da hockte Serhou Guirassy vor der Südtribüne und neben dem Tor, das ihm kurz zuvor Erlösung und neuen Ärger beschert hatte. Sichtlich platt war der Stürmer ausgewechselt worden und schleppte sich dann mit etwas Unterstützung in Richtung Seitenlinie und Ersatzbank, während Heidenheim die letzten verzweifelten Angriffe fuhr.

Es waren emotionale 93 Minuten für Guirassy, ein Spiel voller Höhen und Tiefen, ein Spiegelbild dieser schwierigen Saison. Vor der Pause hatte der Guineer bei allem Bemühen seiner Mannschaft eher im Weg gestanden, besser postierte Mitspieler übersehen oder ihnen den Ball beim Abschluss fast vom Fuß genommen. Es war der Auftritt eines Angreifers, der mit allen Mitteln aus seiner Krise will und bei dem die Scheuklappen gleichzeitig immer größer werden.

Einem Stadion stockt der Atem

Und dann kam die 68. Minute und der Moment, in dem einem ganzen Stadion der Atem stockte. Elfmeter für Dortmund, die Chance auf den Ausgleich gegen das Schlusslicht. Spezialist Emre Can fehlte erkrankt, sein Vertreter Ramy Bensebaini saß auf der Bank – wer also sollte schießen? Den Ball schnappte sich also Nico Schlotterbeck – nur, um ihn dann im letzten Moment an Guirassy zu übergeben. Dem Guirassy, der zuletzt zwei in Serie verschossen hatte. Entschlossener Anlauf, entschlossener Schuss – obwohl Keeper Diant Ramaj noch die Hand an den Ball bekam, landete der im Tor.

Es passierte, was passieren muss, wenn die entscheidenden Promille im Selbstverständnis eines Angreifers zurückkehren: In der ersten Halbzeit war ein überlegter Lupfer nach einem klugen Laufweg noch an der Latte gelandet, 84 Sekunden nach dem ersten Treffer rutschte ein leicht abgefälschter Abschluss am Bein von Ramaj vorbei in die kurze Ecke – das 3:2, eine kleine Wiedergeburt.

„Da wollte er wieder irgendetwas versuchen“

Doch es wäre nicht diese Spielzeit Guirassys voller Höhen und Tiefen, wenn der Siegtreffer das letzte Kapitel dieses wackligen Erfolgs gewesen wäre. Eine Viertelstunde später wurde der 29-Jährige im Strafraum gefoult, wieder nahm sich Schlotterbeck den Ball und schirmte ihn ab, wieder übergab er an den Stürmer. Doch der lupfte ihn dieses Mal über das Tor, die verpasste Entscheidung, der verpasste Hattrick und ein Stück weit auch der verpasste endgültige Befreiungsschlag. „Beim zweiten Elfmeter wollte er wieder irgendwas versuchen, was ich nicht so schön fand“, kritisierte auch Trainer Niko Kovac.

„Elfmeter sind für mich erst mal beendet“, bilanzierte der Matchwinner mit Makel also launig nach diesem „verrückten Spiel“, denn „auf der einen Seite war es so und auf der anderen Seite so“. Und die Diskussionen über seine fehlenden Treffer haben ihn ohnehin „nicht interessiert“, erklärte er schulterzuckend: „Manchmal trifft man, manchmal nicht. Das ist Fußball. Leute sagen immer etwas, aber ich weiß, wie das Geschäft läuft. Das trifft mich nicht.“ Schon gar nicht an so einem Tag.

 

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