Ein Transfer-Coup des HSV – auch wegen Vuskovic

Auch die Verpflichtung von Andrej Vasiljevic zeigt: Der Hamburger SV ist längst keine Karrierebremse mehr. Dafür gibt es gute Gründe.

Wie der Klub wieder zur attraktiven Ausbildungsadresse wurde

Dass er die Schlagzeilen in Hamburg selbst dann beherrscht, wenn er gar nicht vor Ort weilt, ist längst Programm bei Luka Vuskovic. Dass der 19-Jährige zuletzt für Kroatien getroffen hat, wird medial in der Hansestadt ausgeschlachtet. Er ist jetzt schon einer der größten Namen, die das HSV-Trikot in der jüngeren Vergangenheit getragen haben, und wird im Normalfall noch deutlich größer werden.

Seinem aktuellen Klub ist die Tottenham-Leihgabe bereits entwachsen, er wird aber etwas hinterlassen, aus dem der Aufsteiger perspektivisch größer werden kann: Er gilt wieder als attraktive Ausbildungsadresse. Die Verpflichtung von Andrej Vasiljevic (16, MTK Budapest) dient als Musterbeispiel. Das ungarische Sturmjuwel, Sohn des früheren Cottbuser Profis Dusan Vasiljevic, galt auf dem internationalen Markt als heiß begehrt, unter anderem Portugals Top-Klub Benfica Lissabon soll sich intensiv um ihn bemüht haben. Sportdirektor Claus Costa sieht in ihm „ein europäisches Top-Talent“, und allein diese Einschätzung wirft die Frage auf: Weshalb entschied sich der ungarische U-17-Nationalstürmer, der ab der kommenden Spielzeit im Nachwuchsbereich für den Profikader aufgebaut werden soll und den Hanseaten 1,5 Millionen Euro wert ist, für einen Bundesliga-Aufsteiger?

Drei Costa-Verpflichtungen stehen dafür, dass der HSV keine Karrierebremse mehr ist

Ein Teil der Antwort lautet: auch wegen Vuskovic. Über mehr als eine Dekade galt der HSV als Verein und Hamburg als Standort, der Karrieren bremste, weil die Mischung aus ungesunder Erwartungshaltung im Umfeld bei gleichzeitigen ständigen Wechseln von Verantwortungsträgern im sportlichen Bereich zu einem teuflischen Gemisch wurden. Zeiten, die der Vergangenheit angehören. Merlin Polzin und sein Trainerteam genießen in der Branche hohes Ansehen, weil sie nicht nur Spielideen weiterentwickeln, sondern auch einzelne Spieler. Und Costa ist, unabhängig davon, wer neuer Sportvorstand wird, in seiner Rolle etabliert, hat schon vor knapp eineinhalb Jahren angefangen, gezielt in veranlagte Top-Talente zu investieren.

Zur Wahrheit gehört: Die Verpflichtungen von Aboubaka Soumahoro (21, derzeit an AS Saint-Etienne ausgeliehen) und Alexander Rössing-Lelesiit (19) aus dem Februar 2025 brachten bis jetzt aus unterschiedlichen Gründen noch keinen durchschlagenden Erfolg, dafür stehen drei Costa-Verpflichtungen aus dem zurückliegenden Sommer dafür, dass der HSV keine Karrierebremse mehr ist, sondern ein Klub, bei dem eine Laufbahn wieder Fahrt aufnehmen kann: Arsenals Albert Sambi Lokonga schien nach drei Leihstationen und noch deutlich mehr Oberschenkelblessuren in der Sackgasse, fand nach behutsamem Aufbau in Hamburg nicht nur zu körperlicher Stabilität zurück, sondern entwickelte zudem bisher nicht gekannte Torgefährlichkeit: Fünf Treffer wie bislang hat der Belgier im Profibereich noch nie in einer Spielzeit erzielt.

Auch Arsenal-Leihgabe Fabio Vieira schwärmte zuletzt öffentlich von seinen Entwicklungsschritten in der Hansestadt: „Der echte Fabio kehrt langsam zurück. Hamburg ist großartig, ich kann hier jeden Tag gut an mir arbeiten, mein Potenzial wieder richtig entfalten. Es war ein toller und wichtiger Schritt, zum HSV zu kommen.“

In der Heimat wird Vuskovic gefeiert

Den größten Schritt in Hamburg freilich machte Vuskovic. Seit seinem ersten Länderspieltor für Kroatien in der vergangenen Woche in Orlando gegen Kolumbien (2:1) ist der Innenverteidiger nun auch in der Heimat gefeiert. Sportske Novosti zeichnete ihn „als besten Spieler“ aus, Slobodna Dalmacija schrieb: „Vuskovic ist nicht normal.“ Der Youngster wird für den HSV nicht zu halten sein, voraussichtlich gilt dies auch für seinen eigentlichen Klub Tottenham – dennoch hilft seine imposante Entwicklung den Hamburgern über den Sommer hinaus.

Natürlich hat diese in erster Linie ihren Ursprung in den außergewöhnlichen Fähigkeiten des Abwehrjuwels und in dessen Bereitschaft, an sich zu arbeiten – sie wurde aber auch möglich, weil die Entscheider den Mut besaßen, ihn im Sommer mit damals 18 Jahren zum Abwehrchef zu machen. Die Personalie Vuskovic hat Signalwirkung – ganz offensichtlich auch für Sturmjuwel Vasiljevic.

 

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