Die ganz große Brisanz fehlt, wenn der FC Bayern am Samstagabend bei Borussia Dortmund antritt. Auch bei einer Niederlage bliebe der Vorsprung komfortabel. Umgekehrt kann der Tabellenführer mit einem Dreier quasi einen Haken hinter die Titelverteidigung machen.
Bayern vor dem Topspiel in Dortmund
Der BVB hat als einziger Bundesligist noch keine Heimniederlage in dieser Saison hinnehmen müssen, die Bayern als einziger auswärts noch nicht verloren. Klarer Fall von Unentschieden? Mag sein, die Münchner könnten am Ende wohl damit leben, bliebe ihr Vorsprung von acht Punkten doch konstant. Es locken allerdings der Sieg und elf Zähler Distanz, womit das Titelrennen zehn Spieltage vor Schluss entschieden wäre und die Bayern sich auf die beiden Cupwettbewerbe konzentrieren könnten.
Das muss das Ziel sein. Sollten die Münchner in der Königsklasse nämlich bis ins Halbfinale vordringen, hätten sie ab April inklusive der Halbfinals im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen fünf englische Wochen in Serie. Diese kosten Energie, physisch wie mental. Umso wichtiger wäre es, in der Bundesliga Stars schonen, auch mal mit angezogener Handbremse spielen zu können. Doch das geht eben nur bei einem entsprechenden Vorsprung, zumal sich Dortmund ab sofort ganz auf die Liga konzentrieren kann.
Für die Bayern spricht in Dortmund die Statistik, ihre jüngsten sechs Gastspiele dort haben sie bei vier Siegen und zwei Unentschieden nicht verloren. Und sie sind, ganz ungewohnt für sie, ausnahmsweise ausgeruhter als der Gegner, konnten sich die komplette Woche auf den deutschen Klassiker vorbereiten, während der BVB das Aus in der Champions League am Mittwochabend bei Atalanta Bergamo verkraften muss.
Davies fehlt, Neuer auch?
Weil sich Vincent Kompany in der Pressekonferenz am Tag vor einem Spiel ungern in die Aufstellungskarten blicken lässt, dürfte wohl lange offen bleiben, ob Manuel Neuer nach seiner Wadenverletzung ins Tor zurückkehrt oder erneut Jonas Urbig spielt. Definitiv fehlen wird nur Alphonso Davies nach seinem Muskelfaserriss, allerdings bestritt der Kanadier am Donnerstag bereits wieder leichtes Lauftraining.
Die Aufstellung wiederum dürfte sich auf fast allen Positionen von selbst ergeben. Offen ist, wer in der Offensive neben den gesetzten Harry Kane, Michael Olise und Luis Diaz als Zehner aufläuft, mit Serge Gnabry, Lennart Karl und Jamal Musiala gibt es drei Optionen. Die Doppelsechs dahinter dürften der zuletzt fehlerhafte Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic bilden.
Dayot Upamecano und Jonathan Tah sind in der Innenverteidigung gesetzt, Konrad Laimer und Josip Stanisic die erste Option auf der defensiven Außenbahn. Nach dem Spitzenspiel genießen die Münchner den Luxus einer weiteren normalen Woche, ehe nach der Partie gegen Mönchengladbach am Freitagabend die heiße Saisonphase mit dem Achtelfinale in der Champions League beginnt. Entweder gegen Atalanta Bergamo oder gegen Bayer Leverkusen.
Kuriosum im Falle des Loses Leverkusen. Es gäbe drei Duelle innerhalb einer Woche, das Ligaspiel zwischen diesen beiden Klubs ist für das Wochenende zwischen Hin- und Rückspiel terminiert.
